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Die große Ramsch-Aktion von HP und die blauäugige Kundschaft

War das ein Spaß für alle, die es aus der Distanz verfolgt haben. Im Zuge des Wetteifern auf dem Markt der Tablet PCs wollte auch HP ein Stück vom Kuchen abhaben und hat damit Schiffbruch erlitten. Die Geräte, TouchPad genannt, wurden fast verschenkt. Und schön war’s.

HP gab bekannt, dass Mangels Erfolg das TouchPad nicht weiter produziert werde. Eine Weiterentwicklung des darauf laufenden Betriebssystems WebOS wird nicht mehr weiterverfolgt. Und dann kam das Unvermeidliche: HP begann, das TouchPad für 99,- € das Stück anzubieten. Das ist die Version mit 16 GB Speicher, die vor kurzem noch rund 500 € gekostet hatte.

Tumultartige Szenen müssen sich nach allem, was bekannt wurde, am Wühltisch HP TouchPad abgespielt haben. Und das, nachdem die Geräte lange Zeit wie Feldsteine bei den Händlern herumlagen. Klar, wenn der Preis um 4/5 nach unten rauscht, kann man schonmal ein Tablet kaufen. So etwas nennt das Portal „Gulli.com“ in seiner Wochenend-Glosse schlicht und ergreifend „Haben-will-Trieb“.

HP TouchPad mit webOS auf einem Touchstone. (Wikipedia)

Verschiedene Medien berichten, dass der HP-Online-Shop unter der Last des Ansturms zeitweise zusammengebrochen ist. Nun wurde bekannt, dass Käufer unter bestimmten Voraussetzungen ihr Geld zurück bekämen. Da der Online-Shop nicht funktionierte, bediente sich die Kundschaft einer kostenpflichtigen Hotline. Aber auch diese glühte teilweise. Die Niedrigpreis-Aktion kam zustande, nachdem HP entschieden hatte, den Konzern radikal umzubauen. Offensichtlich ist da kein Platz für die Lieblingsspielzeuge der Kundschaft. Es gibt wohl keine Geräteklasse, die einen derartigen Boom erlebt hat, wie die Tablet PCs. Ich erinnere hier nur an das iPad von Klassenprimus Apple. Offensichtlich hat HP etwas ganz anderes vor.

Der Ausverkauf zog sich ja noch weiter. So wurden auch das Smartphone HP Via für 59,- € und das HP Pre 3 (Direktkonkurrent zum Blackberry) für 79,- € herausgeschmissen. Das nannte dann HP „Firesale“, der über die eigene Facebook-Präsenz für beendet erklärt wurde.

Wer nun ein TouchPad zwischen 1. Juli und 19. August für den ursprünglichen Preis von ca. 500,- € gekauft hat, soll nun einen Teil des Kaufpreises zurückerhalten. Dieser Hinweis wurde aber mittlerweile wieder von der Webseite entfernt.

Versteigerung eines Prospektes für ein Touchpad - gefunden bei Ebay

Mittlerweile treibt diese Aktion seltsame Stilblüten. So werden von verärgerten HP-Kunden aufgrund der Verwirrung die Prospekte zum TouchPad bei Ebay zur Versteigerung angeboten.

Findige Dealer haben einige TouchPads für 99 € eingesammelt und verticken diese nun weiter, teilweise für einen erheblich höheren Preis. So wurden Angebote für TouchPads gefunden, bei denen diese Geräte für teilweise 200,- € den Besitzer wechseln sollten.

Versteigerungen bei Ebay auf die echten Geräte, nicht wie nebenstehend auf einen Prospekt, bringen zurzeit auch wieder fast 300,- €. Es ist schon unglaublich, wie leicht sich der deutsche Verbraucher verschaukeln lässt.

Derweil ist völlig ungewiss, wie es mit dem Betriebssystem WebOS weitergehen wird. PCDaily z.B. berichtet darüber, dass es ein neues TouchPad geben soll, auf dem dann Android läuft, das erfolgreichste mobile Betriebssystem.

Mit dem TouchPad jedenfalls hat sich HP keinen Gefallen getan. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung weitergeht.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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