Das gesamte Internet besteht zu einem riesigen Teil eigentlich nur noch aus KI-Slop. Also dieser ganze Schrott mit künstlicher Intelligenz. Und es wird tagtäglich mehr. Kann man denn irgendwas dagegen tun? Denn einfach nur zuschauen, lächeln und winken ist nichts für mich. Wenn ich schon höre oder lese „Ich habe mal die KI gefragt“, wird mir schon schlecht. Man kann die Dinge ja nutzen, und sie sind ja auch in Teilen sinnvoll. Was aber derzeit so abgeht, ist echt eine schlechte Entwicklung.
Was ist denn KI-Slop?
Es ist ja das Eine, irgendeine künstliche Intelligenz als Hilfsmittel oder Werkzeug zu benutzen. Etwas völlig anderes ist es, was derzeit so im Netz abgeht. Letztes Jahr wurde der „KI-Slop“ – oder auch nur „Slop“ – in den USA zum Wort des Jahres gekürt. Ich will das aber gar nicht zerreden, dass mit künstlicher Intelligenz auch gute Dinge passieren. Ich nutze sie ja selbst, um mich mit ihr zu fachlichen Sachverhalten zu „duellieren“. KI-Slop an sich ist aber etwas anderes.
Wir haben es in der Musik bei Spotify erlebt. Hunderttausende KI-generierte Tracks sind oder waren bei Spotify verfügbar. Bei anderen Streamingdiensten wird es nicht wesentlich anders gewesen sein. Viele haben noch „The Velvet Sundown“ in Erinnerung. Bei Webseiten ist es aber auch nicht anders. Tausende Blogs wurden KI-generiert. Social Media ist voll von KI-Slop – ob als Beiträge oder Kommentare. Der Verkehrsfunk ist „powered by KI“.
Es heißt ja nicht, nur weil irgendwas verfügbar ist, muss man es zwingend missbrauchen. KI kann durchaus sinnvoll sein. Aber wie das eben immer so ist: Es steht jeden Morgen jemand verrücktes auf, der oder die sich sagt, dass man die Welt mal wieder trollen könnte. Und das führt dann dazu, dass aufgrund von mutwillig falschen Inhalten die Arbeit mit KI-Modellen auch immer ungenauer und falscher wird. Und das führt dann am Ende zu noch viel mehr KI-Slop.
Das Problem damit
Der ganze Quatsch mit dem „Shrimp Jesus“ ist ja das Eine. Es gibt allerdings auch ernsthafte Gefahren durch all diesen KI-Slop. Was ist denn mit all den Menschenfressern in der Politik, die politisch Einfluss nehmen, indem sie die sozialen Netzwerke mit KI-generierten Videos fluten? Es ist mittlerweile ja bekannt, dass aus Russland, aus den USA, aus China und sonstwo her Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Bildung genommen wird. Und das machen sie mit KI-Slop.
Ich habe schon Kundenanfragen gehabt, in denen es hieß, dass man ein Fehlerbild gehabt habe und zur Behebung die KI befragt habe. Die Lösung – 1:1 umgesetzt – führte dann zu kritischen Ausfällen, zur völligen Unbedienbarkeit von Systemen, zu betriebsverhindernden Störungen. Die Ergebnisse, die von KI-Modellen geliefert werden, müssen nicht immer richtig und sinnvoll sein. Überhaupt ist die Qualität von Suchergebnissen oder Plattformen insgesamt inzwischen einigermaßen verfallen.
Man spricht dabei auch von Enshittification. Kommerzielle Dienste verfolgen ja Ziele, die meistens monetär sind. Man sollte sich da immer fragen, wem das nutzt. Jetzt bin ich kein Mitglied der Aluhut-Fraktion. Daher bin ich der Meinung, dass man alles prüfen muss. Und zwar selbst und nicht etwa mit der nächsten KI-Anfrage. Es ist schon bezeichnend, dass ich lesen musste, dass ein Drittel aller Webseiten KI-Slop sind. Und das dürfte alles noch viel schlimmer werden.
KI verteufeln?
Wer bin ich denn, die KI-Systeme zu verteufeln? Aber all der Dreck, der damit produziert wird, fällt uns allmählich richtig auf die Füße. Wo immer irgendwas manipuliert werden kann, machen das diejenigen immer mehr mit Hilfe von KI-Slop. Der Nutzen, nämlich das Leben und die Entwicklung der Menschheit einfacher zu machen, tritt dabei immer weiter in den Hintergrund. Und mich würde es nicht wundern, wenn aufgrund des ganzen Mülls auch Auseinandersetzungen geschehen werden.
Nein, eine KI ist nicht schuld daran. Es sind die Betreiber und die Nutzer, die sie missbrauchen. Google wird in Zukunft – wenn ihr Patent durchgehen sollte – nicht mehr auf die eigentlichen Quellen verlinken, sondern nur noch auf die KI-generierten Zusammenfassungen. Ich habe diese Zusammenfassungen häufig ausprobiert. Sie sind in der großen Mehrheit völlig unbrauchbar. Verlassen wir uns lieber auf Menschen, die das Alles immer noch mal prüfen. Oder wollt ihr eure Krankheitsdiagnose von einer KI statt einem Arzt bekommen?





@henninguhle nice article. Thanks god for the translation on the browser, because of that i was able go read tia certain degree
@henninguhle
An den Trend verdienen die Slop Creator echt gut, einfach durch die günstigen Preise pro Werk und die Automatisierung.
Man kann Profile auf Facebook, Instragram, TikTok und Co automatisch mit angeblich realen Katzenbildern, angeblich realen Kriegsbildern (aktuelle und vergangene), mit angeblich brisanten Bildern (Promis zum Beispiel) und mehr fluten. Auch die Geschichten dazu kann die KI generieren.
Die Ki kann auch die Abrufe auswerten und nachsteuern.
Ziel ist Geld verdienen
@henninguhle
Für die Bot Betreiber sind es Gelddruck Maschinen, die einfach nur in der Tradition von Fake Profilen stehen, die einfach für Nutzer interessante (positive oder negative) Geschichten erzählt haben um Klicks zu genieren und so Geld zu verdienen.
Das ganze System ist inzwischen nur automatisiert.
Als Staat hätte man schon viel früher eingreifen müssen. Spätestens jetzt muss eingegriffen werden.
Hallo Henning,
Du beschreibst meine Abneigung gegenüber generativer AI mit einer Meinung, die ich absolut teile. Aber dennoch gehe ich einen Schritt weiter. Technik, die nur zum Schaden Dritter benutzt wird, sollte reguliert werden. Egal ob es den großen Unternehmen passt oder nicht. Und KI entwickelt sich leider immer mehr in diese Richtung. Bedeutet: Ich hoffe, dass das Patent von Google nicht durchgeht. Ich würde mir wünschen, dass der Besitz von generativer KI unter Strafe gestellt wird. Mithilfe dieser Technik werden ganze Berufszweige abgeschafft. Musiker, Zeichner, Autoren, und das Schlimme ist: Die Daten, die dafür gebraucht wurden damit KI das kann, wurden eben von diesen Menschen gestohlen.
In diesem Sinne
Daira
Ich glaube auch, dass es da eine Regulierung geben wird. Zumindest, was europäische Regeln betrifft, können die US-Konzerne da wahrscheinlich nicht machen, was sie wollen.