Heftig, was “Heftig” eigentlich ist

Kennen Sie die Webseite “Heftig”, zu erreichen über die Domain “heftig.co”? Nein? Dann will ich Ihnen mal ein paar Takte dazu erzählen. Denn die Geschichte ist schon ein wenig wie ein Märchen angelegt. Und eigentlich ist sie nur dazu da, die Leser zu Klickvieh zu machen.

Die Webseite “Heftig” bekommt von mir keinen Link. Und das aus gutem Grund. Denn sie veralbert die Leserschaft und ist nur auf Reichweite und damit auf Werbeeinnahmen bedacht. Die Firma sitzt im Karibik-Staat Belize, wo so viele Offshore-Steuerflüchtlinge ihre Postkasten-Adresse haben. Die Top Level Domain “co” gehört zu Kolumbien. Und die Domain hat einen wundersamen Aufstieg in den Ranglisten im Internet hingelegt.

Es werden allerlei teils rührende Geschichten erzählt. Inwieweit auch nur eine davon stimmt, ist nicht genau feststellbar. Was aber feststellbar ist, ist das Benutzen irgendwelcher Fotomotive und das wilde Übersetzen von angeblichen News einer ähnlich angesiedelten Webseite. Es spielt fast gar keine Rolle, wie relevant die Geschichten sind, wie wahr sie sind, wie aktuell sie sind. Hauptsache ist, dass sie möglichst oft durch die Welt der sozialen Netzwerke – allen voran: Facebook – marschieren.

Es halten sich nachhaltig Gerüchte, dass es sich bei “heftig.co” um Gefällt mir-Fallen, Abo-Fallen oder gar um die Verbreitung gefährlicher Software handelt. Das kann aber niemand wirklich bestätigen. Auch der angesehene Blog Mimikama nicht.

Aber wundersam ist der Erfolg der Seite schon: Sie ist in den Ranglisten wesentlich weiter vorn notiert im Vergleich zur deutschen Huffington Post. Gleichwohl ist die deutsche Huffington Post etwas älter, wird tatkräftig vom FOCUS unterstützt und die Markteinführung mit viel Tamtam von den Medien begleitet. “heftig.co” wiederum kannte bis vor kurzem noch kaum jemand, und plötzlich explodieren die Besucherzahlen. Und hohe Besucherzahlen ist ja gleichzusetzen mit hohen Werbeeinnahmen.

Die Geschichten, die dort verbreitet werden, sind nicht überprüfbar. Wahrscheinlich stimmt nicht eine einzige davon. Die Fotos sind einfach hergenommen. Es ist nicht überprüfbar, wie die Nutzung geregelt ist. Beides zusammen hat eine große Wirkung auf Facebook-Nutzer, die diese Dinge sehr oft teilen. Aber es wird einfach nur mit Nutzern gespielt.

Fallen Sie einfach nicht auf diese Seite herein. Lesen Sie lieber einmal, was Lars Wienand für die Rhein-Zeitung zusammengetragen hat. Stufen Sie Posts mit “heftig.co” als Inhalt einfach mal als Blödsinn ein, zumindest als “nicht überprüft”. Denn wenn eine Webseite so derart erfolgreich ist, würde irgendwer davon Notiz nehmen und auch die Seitenbetreiber Jubel-Tänze vollführen. Aber nichts da, stattdessen weiter nicht überprüfbares Zeug. Und das ist nicht ganz real, oder?

Bildquelle: Heftige Argumente – (C) RyanMcGuire CC0 via Pixabay.de

2 Kommentare

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