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Ist Jappy eine Hundefutter-Marke?

Sie werden sich fragen, was die Frage zu diesem Beitrag soll. Da es sich bei Jappy um eine Community handelt, bei der sich Besucher bisweilen fragen, was man dort soll, liegt die Frage nahe, da man Jappy schnell mit dem Hundefutter Chappy verwechseln könnte.

In diesen Tagen feiert Jappy sein neujähriges Bestehen. Jappy.de beschreibt sich selbst als eine „junge eigenständige Social Community“. Das stimmt nicht ganz. Denn das „Netzwerk von Freunden für Freunde“ mit dem auffälligem gelb-weißem Logo und dem grauen Hintergrund ist schon seit 2001 online und gehört im Vergleich zu facebook und StudiVZ zu den alten Hasen im „Social Community“ – Geschäft. Dennoch unterscheidet es sich erheblich von seinen beiden jüngeren Kollegen.

Zur Jappy-Gemeinde zählen laut neuesten Angaben ca. 1,8 Millionen Mitglieder. Im Vergleich zu StudiVZ mit ca. 6 Millionen Nutzern oder Facebook mit ca. 400 Millionen Benutzern ist Jappy ein kleines versprengtes Häufchen.

Jappy bietet seinen Nutzern viele Funktionen, um miteinander im Kontakt zu bleiben oder in selbigen zu treten. Einerseits kann man den Kontakt konservativ über Nachrichten (Mail) oder Gästebuch (eine Art Pinnwand) pflegen, andererseits bieten sich auch neuere Kontaktarten wie Coms (eine Art Interessensgruppen) , Ticker (ähnlich den Tweets von Twitter oder die Funksprüche in den VZ-Netzwerken) oder Flogs (Nachrichten an eine Gruppe).

Es klingt nicht nur schwierig, es ist kompliziert. Jappy ist eine reine Kommunikationsbombe, die fast platzt. Doch viel hilft nicht immer viel, eine intelligente Auswahl von Funktionen wäre wünschenswert.  Auch trägt Jappy unzählige Altlasten mit sich herum, die heute nicht mehr aktuell sind, wie Pokale für Forumseinträge oder eine bestimmte Anzahl an Freunden.

Allerdings bietet Jappy auch einige Besonderheiten. Jappy hat ein eigenes Zahlungsmittel, genannt „Credits“. Mit Credits kann man neue Funktionen für sein Profil kaufen, z.B. mehr Platz für Bilder. Aber auch Geschenke für andere Mitglieder können davon gekauft werden. Verteilt werden die Credits mit Hilfe eines Rangsystems, was zur Aktivität im Netzwerk anregen soll.

Daneben bieten sich einige Möglichkeiten, sich inder Jappy-Welt darzustellen. So gibt es die eigentliche Profil-Seite, auf der der User mit insgesamt 2000 Zeichen (u.a. auch Bilder im so genannten BB-Code) eine Selbstdarstellung fabrizieren kann. Daneben hat der User die Möglichkeit, eine „Meine Seite“ zu entwerfen, auf der der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Zu guter Letzt hat er dann auch noch die Möglichkeit, eine Vielzahl von Fotos  und Bildern in seiner Galerie abzulegen.

Das Design von Jappy unterscheidet sich vor allem im Grundaufbau von StudiVZ und Facebook. Während die Konkurrenz auf ein dünnes, schlankes Interface mit wenig Text und vielen Symbolen (Facebook) oder auf Hypertext und Javafunktionen (VZ-Netzwerke) setzt, kommt Jappy eher groß und komplex daher. Mit vielen Unterseiten, verschiedenen Profilbereichen und nur wenig Änderungsmöglichkeiten leidet Jappy auch hier unter akuter Überfüllung.

Eine Nutzung auf dem Handy, wie bei den VZ-Netzwerken, Twitter und Facebook problemlos möglich, ist aufgrund der Überfüllung der Seite schlichtweg undenkbar. Nutzt man statt einer WLAN-Verbindung eventuell GSM oder UMTS wird die Nutzung über das Handy für Jappy-User wirklich zur Geldfrage.

Aufgrund von Datenschutzfehlern wird Jappy immer wieder gerügt, sie treten aber nicht so gehäuft auf, wie man vermuten möchte. So belegte Jappy in einem Vergleich der Communites von der Stiftung Warentest den dritten Platz. Eine bessere Platzierung wäre möglich gewesen, wenn der bemängelte Fehler schon vorher ausgeräumt war. Laut Jappy dauerte die Behebung sowieso nur 20 Minuten.

Ich kann Jappy nur bedingt empfehlen. Ich möchte nicht bei der Internetsuche nach meinem Profilnamen gefunden werden. Das schaffen bislang die VZ-Netzwerke, jedoch nicht Jappy. Weiter ist Jappy aufgrund der Überfrachtung der Seite sehr langsam im Seitenaufbau. Und nicht zuletzt ist die Navigation zeitweise recht logikbefreit. Wer diese Aspekte verschmerzen kann, wird in Jappy ein zeitraubendes Freizeitvergnügen finden, in dem es darum geht, möglichst schnell möglichst viele Aktionen durchzuführen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 thoughts to “Ist Jappy eine Hundefutter-Marke?”

  1. Vielen Dank für den netten Beitrag. Wir freuen uns über soviel detaillierte Resonanz zu unserem Produkt. Die im Beitrag enthaltene positive, wie auch negative Kritik, beziehen wir gerne in die Verbesserung unseres Angebotes mit ein. So wird dies sicherlich auch für die monierten Freundes- / Forenpokale sowie andere Punkte gelten, die wir einer genaueren Prüfung unterziehen werden.

    Leider haben sich dennoch in dem umfangreichen Artikel ein paar inhaltliche Fehler eingeschlichen, die wir faktisch richtig stellen möchten:

    Es heißt mit 1,8 Million Mitgliedern sei Jappy ein „kleines versprengtes Häufchen“ im Vergleich zum Wettbewerb. Richtig ist, dass Jappy – im Gegensatz zum Wettbewerb – ungenutzte Profile nach drei Monaten Inaktivität beginnt zu löschen. Diese stellen nach Ansicht der User und des Jappy-Teams keinen Mehrwert für die Community dar und werden daher aus der Datenbank VOLLSTÄNDIG entfernt. Die Summe aller bislang registrierten Accounts ist daher mit den Zahlen des Wettbewerbs vergleichbar, wird von Jappy jedoch nicht als irreführendes Marketinginstrument genutzt.

    Im Text wird konstatiert die Nutzung auf dem Handy sei aufgrund von Überfüllung undenkbar. Auch das stimmt so nicht. Richtig ist, dass Jappy eine „Mobi-Version“ anbietet, die mit Ausnahme des Eventsystems den gleichen Funktionsumfang bietet, wie die Hauptseite. Zu finden unter m.jappy.de und mit 1Mio. Visits / Monat recht beliebt – auch bei Nutzern mit schmalem Geldbeutel.

    Darüber hinaus heißt es, die Seitenaufrufe seien langsam. Dies konnten wir bislang nicht feststellen. Jappy ist sehr perfomant ausgelegt. Die kontinuierlich von uns gemessenen Übertragungszeiten belegen dies und spielen in der Gesamtkonzeption eine Rolle von großer Tragweite. Faktoren, die den Seitenaufruf verlangsamen, sind daher zumeist subjektiv und können auf einer langsamen Internetanbindung oder dem internen „Rendern“ der Seite durch die jeweilige Grafikkarte des Nutzers basieren.

    Der letzte Punkt, der nicht ganz stimmig ist, ist dass Jappy oftmals für seine Datensicherheit gerügt werden würde. Richtig ist, dass das Thema nur in vereinzelten Blogs immer wieder gerne und im Widerspruch zu allen vorliegenden Fakten aufgegriffen wird. Nach bisherigem Kenntnisstand gab es nur die in Zusammenarbeit mit Stiftung Warentest aufgedeckte Lücke zu verzeichnen, so dass die Resonanz auf unsere Datensicherheit durchaus positiv zu bewerten ist. Dazu beigetragen hat u.a. selbstverständlich das schnelle Schließen der Lücke binnen 20 Minuten. Jedoch wurde dies hier schon angemerkt – wie auch viele andere vorteilhafte Aspekte von Jappy, die uns natürlich besonders freuen.

    Was die persönliche Wahrnehmung der knapp 1,9 Mio. Nutzer von Jappy anbelangt, so ist es selbstredend schwer es jedem Recht zu machen. Dennoch freuen wir uns über jede Form von konstruktivem Feedback. Auf diese Art und Weise wird uns eine weitere Möglichkeit gegeben auf die Belange der Community einzugehen und Verbesserungsmöglichkeiten durch „eine andere Brille“ zu entdecken. Deshalb sind wir schon gespannt darauf vielleicht wieder an dieser Stelle mehr über Jappy zu lesen und die ein oder andere Anregung mitzunehmen.

    Beste Grüße

    Christoph Hilger
    Leiter Kommunikation Jappy GmbH

    1. Hallo Herr Hilger,

      falls Sie dies lesen sollten, möchte ich gern auf den Kommentar reagieren.

      Die Informationen, die dem Artikel zugrunde liegen, wurden wochenlang recherchiert. Sie können also nicht ganz falsch sein. Führende Institute befassten sich mit den Gesichtspunkten.

      Es erfreut mich allerdings, dass die Datenschutzmechanismen in Ihren Augen funktionieren. Ich bin gespannt, ob das die nächsten Institute auch so sehen, wenn mal wieder recherchiert wird.

      Ein Vorschlag: Lassen Sie sich doch vom TÜV zertifizieren, wie es die VZ-Netzwerke durchgeführt haben. So räumen Sie alle Sicherheitsbedenken aus.

      Viele Grüße und Danke für den Kommentar,
      Henning Uhle

  2. Hallo Herr Uhle,

    freilich lese ich Ihren Kommentar. Nur ist mir mangels der sonst üblichen Quellenangabe noch nicht ganz klar, womit sich die von Ihnen erwähnten führenden Institute befassten. Uns liegt da – trotz intensiver Medienbeobachtung – keine Kenntnis vor.

    Wir bedauern daher, dass trotz der umfangreichen Recherche weder die unterschiedlichen Kriterien bei den ausgewiesenen Nutzerzahlen der Social Networks aufgefallen sind, noch dass es eine Mobi-Version gibt oder der Seitenaufbau der Jappy.de Plattform im unteren Millisekundenbereich und somit im Vergleich zum Wettbewerb mit vorne liegt.

    Wir freuen uns aber auch über Ihren Vorschlag. Dieser liegt bei uns bereits zur Prüfung vor. Was das Ausräumen der Sicherheitsbedenken jedoch anbelangt, so hat dem Wettbewerb diese Zertifizierung bei der Überprüfung durch Stiftung Warentest leider auch nicht viel genutzt.

    Was ich jedoch gerne aus unserem hier geführten Dialog mitnehmen werde, ist die Bemühung um eine stärke, respektive verbesserungswürdige Bewerbung unseres mobilen Angebotes.

    Beste Grüße
    Christoph Hilger

  3. Pingback: Henning Uhle | Jappy – Fluch oder Segen – Eine knallbunte Community ohne echten Sinn

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