Die Kinderrechte sind bedroht, behaupten zumindest die Tech-Bros, vor allem Microsoft, Meta, Google und Snapchat. Ihr habt richtig gelesen. Die Läden, die jedem User bis in die Unterwäsche rein hinterher schnüffeln, ausgerechnet die erzählen einem nun irgendwas von den armen, armen Kindern. Als ich das jetzt beim Martin gelesen habe, dachte ich echt, ich bin im falschen Film. Aber wie das eben immer so ist: Es sind wie immer die Krokodilstränen, die die Tech-Konzerne da vergießen. Schauen wir uns das mal an.
Sind die Kinderrechte wirklich bedroht?
Wir alle haben die Nachrichten mitbekommen, die von all diesen abscheulichen Verbrechen gegen Kinder da erzählen. Es gibt da überhaupt kein Vertun: Kinderrechte müssen geschützt werden. Und ich muss noch hinzufügen: Koste es, was es wolle. Gestern lief eine Ausnahme in der ePrivacy-Richtlinie der EU aus, weil sich die politischen Figuren in der EU nicht für eine sinnvolle Verlängerung der Ausnahmeregel aussprechen konnten oder wollten oder so.
Die Regel erlaubte es z.B. Microsoft, anlasslos alle möglichen Inhalte auf OneDrive zu scannen. Bei möglichen Treffern verlieren die Inhaber der Accounts eben diese Accounts. Das bedeutet, dass auch alle Lizenzen, Spiele, Anmeldungen und alles weitere, was mit der Microsoft-ID verknüpft ist, dann weg ist. Microsoft scannt da automatisiert, also mit sowas wie KI, was irgendwie immer extrem fehleranfällig war. Und damit konnten sie die digitale Identität von Usern kaputt machen.
Das also dürfen sie nicht mehr so ohne weiteres. Heißt das jetzt, dass die Tech-Bros nun keine Handhabe mehr haben, Kinderrechte zu schützen? „Well, die Politik konnte sich nicht einigen, was soll man da machen“, oder sowas. Ich meine, die Konzerne haben sicherlich nicht unrecht, was die Kritik am Elfenbeinturm der EU betrifft. Die gefährden lieber Kinderrechte, als dass sie eine Lösung zu finden in der Lage sind. Aber es ist auch ein bisschen scheinheilig.
Die Konzerne könnten doch festlegen, dass sie den Schutz der Kinderrechte als oberste Priorität festlegen. Sie könnten festlegen, was bei ihnen hochgeladen wird und was nicht erlaubt ist. Ich gehe davon aus, dass da auch ein Hausrecht greifen würde. Allerdings müsste dazu die ganze Scannerei und das Ausspionieren überarbeitet werden. Haben die Konzerne denn Lust darauf? Was denkt ihr?
Alle versagen
Einerseits haben die Politiker im Elfenbeinturm wieder eine Glanzleistung abgeliefert, was Uneinigkeit betrifft. Andererseits heulen uns die Tech-Konzerne jetzt die Ohren voll. Echt jetzt? Haben die das wirklich alle nötig? Und die Kinderrechte? Die fallen denn Nadelstreifenanzügen zum Opfer, oder wie sehe ich das? Und wenn ich sehe, wie sich die Konzerne da haben, habe ich viele Fragen: „Hier geht es nicht nur um eine Rechtsfrage, sondern um den Schutz von Kindern.“
Echt jetzt? Dann schützt doch die Kinderrechte auf euren eigenen Nacken. Aber nein, damit lässt sich ja weniger Profit machen. Der Schutz von Menschenrechten ist anstrengend. Jeden Tag. Aber irgendwer muss es machen. Wir können doch nicht alles den NGOs überlassen. Die Tech-Konzerne haben die Mittel und die Technik, hier aktiv tätig zu werden. Aber man jammert halt lieber rum und zeigt mit dem Finger auf die Politik. Damit haben sie zwar Recht, aber sie könnten Eigeninitiative zeigen.
Ich gebe ihnen Recht, dass die Politik natürlich die Rahmenbedingungen festlegen muss. Sonst kommen Anwälte daher und klagen die Tech-Konzerne in Grund und Boden. Aber auch diese Anwälte zeigen dann ihr ganzes Versagen, da der Schutz der Kinderrechte unverhandelbar sein sollte. Die Tech-Konzerne sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Aber da ist dann wieder die Sorge vor finanziellen Einbußen und erhöhtem Aufwand. Und das ist die Scheinheiligkeit, weshalb ich die Krokodilstränen nicht kaufe.






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