Können Blogger effektiver schreiben?

Bloggen ist großer Mist. Es kostet gehörig viel Zeit und viel Nerven. Wie wäre es denn, wenn man sich das Bloggen irgendwie vereinfachen könnte? Ich meine, wer das mit dem Bloggen hauptberuflich machen kann, wird da eine völlig andere Zeitplanung haben als jemand, der tagsüber seinem Beruf nachgeht und nebenbei seinen Blog betreut und befüllt. So wie ich. Bei mir ist immer das Problem, dass ich zu einem Thema was sagen will, wenn es mich interessiert. Aber kann man da nicht irgendwie effektiver arbeiten?

Ausgangssituation

Manchmal artet es schon in Stress aus, neben der Arbeit und dem so wichtigen Privatleben und all den Verpflichtungen eines Menschen auch noch einen Blog zu betreiben. Da gibt es gern mal die Klage „So viel zu tun, so wenig Zeit“. Dieser Ausspruch wurde von Louis Armstrong 1938 als „So little time (So much to do)“ auf Schallplatte veröffentlicht. Blogger haben auch immer viel zu tun und viel zu wenig Zeit dafür.

Ich hatte immer die Sorge, dass ich einen Gedanken vergessen würde, wenn ich ihn nicht gleich niederschreiben würde. Fast immer habe ich da einen Artikel daraus gebaut. Deshalb sind ja auch lange Zeit immer mehrere Artikel pro Tag bei mir im Blog erschienen. Und dann hatte ich die Notbremse gezogen und mir gesagt, dass das so nicht mehr weitergeht. Stammleser wissen davon. Was mache ich denn nun aber mit all den Ideen, die ich immer wieder für Blogartikel habe? Oder anders gefragt: Wie gelingt es mir, effektiver zu bloggen?

Abilfeversuch

Ich will jetzt hier keineswegs versuchen, irgendwen zu bekehren. Das gelingt mir eh nicht. Mir geht es eigentlich darum, dass ich aufschreibe, was ich mir so angenommen habe, um einfach effektiver mit meinem Blog umgehen zu können. Das Alles erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und muss nicht für jeden praktikabel sein. Aber das sind so meine Punkte, die ich mir so herausgearbeitet habe:

Erstmal alle Gedanken in einen Topf werfen

Es bringt wenig, sich alles mögliche merken zu wollen. Man hat den ganzen Tag den Kopf voll mit Dingen, mit denen man sich beschäftigen muss. Was macht man denn mit irgendwelchen wilden Gedanken, die vielleicht irgendwann mal zu einem Blogartikel werden könnten? Die halte ich mir mittlerweile fest. Mancher nimmt dazu einen Schreibblock, ein Notizbuch, ich habe mir dafür Evernote hergenommen.

Aus ein paar wüsten Gedanken-Fetzen werden vielleicht ausgereiftere Zusammenhänge, vielleicht werden sie aber auch wieder verworfen. Das steht ja alles nicht vorher fest. Und wenn die Gedanken und Zusammenhänge dann das Zeug haben, mehr zu werden, dann formuliere ich meinen Text dazu.

Wohin soll das führen?

Wenn ich dann dabei bin, meinen Wortschwall in einen Artikel zu gießen, dann denke ich schon darüber nach, wohin ich mit dem Artikel will. Es ist nun einmal nicht mehr so, dass ich einfach drauflos schreibe. Wenn man das aber macht, darf man sich nicht wundern, wenn der Artikel ein offenes Ende – einen so genannten Cliffhanger – bekommt. Irgendwann, so hat man das Gefühl, muss man das Thema fortsetzen. Und dem kann man entgegen wirken, wenn man weiß, was am Ende herauskommen soll.

Die Struktur ist entscheidend

Wie soll denn der Artikel aufgebaut sein? Wer meinen Blog seit längerem verfolgt, wird irgendwann bemerkt haben, dass ich inzwischen jede Menge Zwischenüberschriften verwende. Das hilft mir dabei, vom Start über die einzelnen Etappen zu meinem Ziel zu kommen. Das heißt, wenn ich meinen Artikel strukturiere, dann doch nur, um den Weg zum Ziel abzustecken. Und wenn wir mal ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass sich Artikel auch einfacher lesen, wenn sie ein wenig strukturiert sind.

Themen im Artikel begrenzen

Jeder, der schreibt, kennt das bestimmt: Man schreibt und schreibt und kommt vom Hunderstel ins Tausendstel. Irgendwann muss man hier den Riegel vorschieben, sonst ufert der Artikel zu sehr aus. Wenn sich während des Verfassens noch weitere Aspekte ergeben, die aber mehr nur am Rande etwas mit dem aktuell im Erstellen befindlichen Artikel zu tun haben, dann kippe ich die wieder oben ein, und sie landen in Evernote.

Der Ordner „Entwürfe“ ist keine Müllhalde

Meine Güte, was habe ich da angerichtet! Es gibt ja überall Entwürfe. Ob es das Email-Programm ist oder eben WordPress. Und in beiden haben sich kolossal viele Entwürfe angesammelt. In beiden deshalb, weil ich meine Strategie „Evernote -> WordPress“ erst anders hatte. Ich schrieb Artikel als Email komplett vor. Jedenfalls habe ich mir mal die Zeit genommen und die Entwürfe durch gearbeitet. Es haben sich einige Schätze angefunden, die alle in überarbeiteter Form bereits veröffentlicht wurden oder noch werden.

Wenn nun also irgendwas den Weg nach WordPress schafft, dann bekommt das Ganze dann schon mal eine Artikel-Kategorie und Schlagworte. So kann ich dann schon mal besser sortieren und filtern. Damit behält man als Blogger, der nicht den ganzen Tag vor dem Blog hängt, auch einfach mal die Übersicht. Mag sein, dass sich an dieser Auswahl bis zur Veröffentlichung noch das Eine oder Andere ändert, aber im Prinzip ist das schon so mein Vorgehen.

… und an die Leser denken!

Kennen Sie noch den Werbespruch von Helmut Markwort, der den FOCUS mal herausgegeben hatte? In der Werbung hieß es immer so. Wer selbst bloggt, weiß sicherlich, wie wichtig Feedback ist. Ich erhalte Kommentare zu meinen Artikeln oder Emails. Es kommt schon vor, dass sich daraus eben auch wieder nach der Strategie „Evernote -> WordPress“ über kurz oder lang Artikel entwickeln. Und wer weiß, vielleicht ergibt es sich dann auch gleich, dass man Meinungen von Lesern zu dem entsprechenden Thema mit einflechten kann.

Es muss nicht so schwierig sein, wenn man dran bleibt

Natürlich kann man alles komplizierter machen, als es eigentlich ist. Muss man aber nicht. Es ist doch viel besser, für sich selbst eine Strategie zu erarbeiten, wie man neben Job und Familie eben auch den Blog betreiben und befüllen kann. Denn nichts ist schlimmer für einen Nebenbei-Blogger:

  • Wenn vor lauter Arbeit die Familie und der Blog zu kurz kommen
  • Oder wenn vor lauter Familie und Arbeit der Blog keinen Raum hat
  • Oder wenn vor lauter Blog das Wohl der Familie und die Arbeit gefährdet werden

Wenn mir etwas einfällt, dann muss ich das nicht mehr sofort in einen Artikel gießen. Denn dann bleibt unter Umständen anderes liegen. Am Ende ist es ja doch so, dass man als Blogger sich eine Strategie erschaffen muss, wie alles unter einen Hut zu bringen ist. Und ganz wichtig dabei ist, dass man sich auch erholen kann. Dann doch lieber nach und nach Gedanken und Wortfetzen einsammeln und mit der Zeit solche Artikel wie diesen hier basteln. Dann ist Bloggen auch kein Mist mehr, sondern eine echte Leidenschaft.

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3 Kommentare

  1. Hallo Henning,
    ich bin 53 Jahre alt und habe gestern mit dem bloggen begonnen. Habe sehr aufmerksam deinen Artikel gelesen, wie du aus Gedanken Artikel machst und wie du das mit der Zeit siehst. Ich habs momentan leicht, da krank geschrieben und jede Menge Zeit. LG Alwin

  2. Hallo Henning,

    ich bin auch „Nebenbei-Blogger“ wie du. Seit über 3 Jahren hat es in mir gebrodelt bis ich diesen Monat endlich meinen Blog gestartet habe. Aber eine Struktur zum Schreiben fehlt mir noch… denn es sammeln sich schon zu viele Entwürfe in meinem WordPress und da bin ich bei deinem Artikel hängen geblieben :) Für mich ist deine Evernote Idee super. Ich werde das mal ausprobieren, kenne bisher nur Onenote (habe ich aber auch noch nicht als App getestet). Vielen Dank für deine Tipps!

    Viele Grüße
    Sandra

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