LaterPay – Ist das eine gute Idee für Blogger?

Was zur Hölle ist LaterPay? Jetzt will der Blogger also Geld für seinen Mist haben, den er ins Internet reinschreibt. Kriegen die alle den Hals nicht voll genug? Solche Dinge müssten verboten werden! Die ganzen Blogger sollen lieber richtig arbeiten gehen.

Brennen Ihnen solche Gedanken auch auf der Seele, wenn Sie davon lesen, dass hauptsächlich für Blogs ein Bezahlmodell eingeführt wurde? Ja, es ist wirklich so, dass man LaterPay einsetzen kann, um ein bisschen Geld für seine Inhalte zu erwirtschaften. Ich denke auch darüber nach, dieses System hier einzusetzen. Ich werde weiter unten erklären, wie ich mir das denke. Wer weiß, vielleicht finden Sie das ja dann auch ganz gut.

Was ist LaterPay?

LaterPay ist einfach erklärt: Es ist ein Bezahlsystem, mit dem Inhalte im Internet bezahlt werden können. Und zwar zu Kleinstbeträgen. Ob es nun ein Blog-Artikel ist, ob es Videos, Bilder, Spiel-Inhalte oder was auch immer sind, man kann solche Inhalte dann zum Bezahlen buchen. Und zwar so lang, bis ein Betrag X zusammengekommen ist, der dann von LaterPay dem Nutzer in Rechnung gestellt wird.

Nehmen wir einmal an, ich würde das hier einführen, dann könnten Sie sich das Recht erkaufen, den einen oder anderen Artikel zu lesen. Für einen Centbetrag, meinetwegen 20 Cent. Sie kaufen das also, und die 20 Cent werden bei Ihnen gebucht. So machen Sie das auch woanders, dort werden vielleicht 30 Cent verlangt. Und so weiter. Irgendwann sind 5 € erreicht, und LaterPay schickt Ihnen eine Rechnung zu, dass Sie bitteschön den Betrag begleichen möchten. Und zwar per Kreditkarte, Paypal, Bankeinzug oder Sofortüberweisung.

Sie werden mit einem Tracking-Code in einem Cookie auf Ihrem Computer identifiziert. Und sollte Ihnen der gekaufte Inhalt nicht mehr gefallen, können Sie ihn sogar zurückgeben. Es gibt einerseits die Möglichkeit, Zusatzinhalte zu einem Artikel (zum Beispiel ein erklärendes Video zu einem Artikel) zu kaufen, und andererseits können auch ganze Artikel verkauft werden, was sich dann “Pay-per-use” nennt. Eingebunden wird das Ganze bei WordPress über eine Zusatzfunktion, also mit einem Plugin.

Ausführliche Informationen gibt es auf verschiedenen Webseiten. So hat sich der Journalist und Blogger Richard Gutjahr eingehend mit dem System LaterPay befasst. Und auch der bekannte Blog Pressenger hat LaterPay ausführlich vorgestellt. Und LaterPay selbst ist auf dieser Webseite zu finden.

Und wie würde ich LaterPay nutzen?

Also erstmal ist noch gar nicht raus, ob ich es überhaupt einsetzen würde. Denn es wäre ein zusätzliches Plugin. Und jedes Plugin mehr bedeutet erhöhten Administrationsaufwand. Tja, und dann ist es ja so, dass der typische deutsche Internet-Nutzer zwar gern Inhalte im Internet nutzt, aber ganz schnell ganz wird, wenn es um das Bezahlen geht. Da wird dann schnell von Abzocke und dergleichen geredet.

Aber ehrlich: Gerade Anleitungen und so etwas – ich habe ja auch so etwas hier auf der Seite – müssen erarbeitet, dokumentiert und getestet werden, bevor ich die auf meine Leser loslassen kann. Hin und wieder sind das auch wirklich einmalige Sachen. Ich will mich jetzt nicht in den Himmel heben, aber ein bisschen exklusiv bin ich da schon. Und darum habe ich mir folgendes gedacht:

Sollte ich LaterPay jemals hier im Blog einsetzen, dann werde ich das ganz sicher nicht bei jedem Artikel machen. Wenn ich einfach nur meine Gedanken zum Thema XYZ äußere, dann freue ich mich, wenn sie gelesen werden. Aber ich denke, bei Anleitungen und dergleichen könnte LaterPay zum Einsatz kommen. Als Gegenleistung könnten dann die Artikel mit LaterPay gänzlich ohne Werbung auskommen. Wer weiß, vielleicht lasse ich dann auch komplett die Werbung hier im Blog weg, reich wird man eh nicht damit.

Was ändert sich eventuell für den Leser?

Wie gesagt: Noch weiß ich nicht, ob ich das überhaupt einsetzen würde. Aber wenn, dann steht eines fest: Viel wird sich nicht ändern. Nur bei Anleitungen – so meine Idee – wird der LaterPay-Bereich über den Artikel gelegt. Der geneigte Leser wird ggf. das Lesen kaufen und bekommt den Artikel frei geschaltet. Der Vorgang ist übrigens in 2 Schritten dann erledigt und wird im oben verlinkten Artikel von Richard Gutjahr so einfach wie das Teilen auf Facebook beschrieben.

Ich werde weiterhin auch jede Menge andere Artikel schreiben. Ich glaube, maximal 10% aller Artikel sind Anleitungen. Aber ich finde diese Regelung gerecht. Und wie finden Sie das? Das ist jetzt erstmal nur ein grober Gedanke, der wahrscheinlich in meiner Blogpause, die in wenigen Tagen beginnt, weiter reifen muss. Aber wären auch Sie dafür, dass ich so etwas einführe und im Gegensatz dazu sogar die Werbung vielleicht komplett sein lasse? Lassen Sie uns vielleicht darüber diskutieren. Ich bin da recht offen.

Bildquelle: Schreiben im Home Office – (C) Unsplash via pixabay

4 Kommentare

  1. Ich habe zur re:publica 2014 zum ersten Mal von LaterPay gehört und befasse mich seit dem auch ein wenig damit…nur eine brauchbare Lösung ist mir da noch nicht gekommen. Vor allem muss der Content dann wirklich so exklusiv sein, dass es wirklich jeder lesen will und man es nirgends anders findet. Und das ist, wie Du ja auch weißt, nicht einfach in der heutigen Zeit. Und vor allem machen wir ja einiges ähnlich: Die eigene Meinung. Und die lasse ich ja auch in jeden Artikel einfließen. Und die den Lesern, bzw. potentiellen Lesern vor zu enthalten wäre nicht so das was ich will.

  2. Die Idee an sich, finde ich nicht schlecht. Gerade für die genannten Tutorials usw. Nur befürchte ich, es wird aus den von Dir genannten Gründen nicht funktionieren. Sobald es ans Geld geht, wird Google angeworfen und nach einer Alternative gesucht.

    Du bietest ja auch flattr an… mal Ehrlich, wie viel hast Du darüber schon bekommen?

    Wenn Du es aber testen würdest, dann würde ich das mit großem Interesse verfolgen!

    LG Thomas

  3. Ja, ich bin eben auch skeptisch, ob das funktionieren könnte. Ich muss mich da wirklich erst weiter belesen. Natürlich bringt das nichts, wenn es die gleichen Inhalte woanders eben frei zugänglich gibt. Und die Gefahr ist eben gegeben.

    Was Flattr betrifft, so kann ich sagen, dass das eine Totgeburt ist. So lang ich das hier einsetze, ist ein Gesamtbetrag von unter einem Euro zusammen gekommen. Das ist ziemlich ernüchternd.

  4. Hallo Henning,

    Ich habe mir über LaterPay auch schon einige Gedanken gemacht.

    Die Monetarisierung meines Blogs läuft derzeit nur noch extern, da ich Artikel für einige Verlage und Agenturen verfasse. Da ich dort allerdings in fast jedem Fall alle Rechte abtreten muss, wäre mir eine interne Lösung auch lieber.

    Ich finde, dass es durchaus Artikel gibt, für die man einen Mikrobetrag verlangen kann. Vor allem äußerst ausführliche Artikel wie Anleitungen.

    Ich verfolge die Entwicklung interessiert – Es bleibt zu hoffen, dass Konsumenten das Angebot wahrnehmen. Ist ja ähnlich wie beim Springer-Verlag.

    Grüße,
    Pascale

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