Ich hab mir jetzt doch mal ein Herz gefasst und mich mal eingehender mit Linux beschäftigt. Mein Versuch scheiterte allerdings gar kläglich. Warum ich das überhaupt mache? Nun, ich wollte zumindest nicht ganz so borniert wirken, weil ich unbedingt an Windows festhalte wegen meiner Musik. Ich wollte es zumindest versuchen. Und es liegt ja auch nicht daran, dass ich keine Ahnung habe. Aber ich musste meinen Versuch abbrechen, bevor noch etwas wirklich bedauerliches passieren würde.
Linux ist ja so einfach zu installieren
Also fangen wir mal bei der Realität an. Es begab sich aber zu jener Zeit, als jemand meine Frau fragte, ob sie nicht jemanden wüsste, der ein billiges Notebook abzugeben hätte, was nicht mehr benötigt wird. Ja, ich war dieser jemand. Ich hatte noch ein ASUS-Notebook in einer Schublade herumfliegen, das ich schon völlig vergessen hatte. Aber das war für das derzeitige Windows 11 halt nicht zu gebrauchen. Und dieser jemand hat auch kein WLAN und benutzt das Gerät nur als Schreibmaschine.
Jedenfalls hatte ich mir gedacht, dass ich da einfach mal ein Linux draufhaue. Gesagt, getan. Installationsdateien für Ubuntu heruntergeladen und den USB-Stick vorbereitet, dann konnte es schon losgehen. Ich weiß nicht mehr, wie lang, aber es ging echt schnell. Ratzeputz war Linux installiert. Da ja eine Schreibmaschine gewünscht war, habe ich sichergestellt, dass da noch ein Libre Office rumfliegt. Updates hatte ich installiert. Fertig. Und dieser jemand ist seitdem glücklich.
Die gleiche Operation wollte ich für mich nun wiederholen. Ich konnte mich aber nicht mehr erinnern, wie ich das gemacht hatte. Jedenfalls scheiterte ich daran, den USB-Stick mit den Installationsdateien für Linux – Ubuntu und Mint hatte ich probiert – vorzubereiten. Die Linux Mint Dokumentation sagt: Nimm „Balena Etcher“ und bereite dir einen bootfähigen Stick vor. Tjoar, die Software ist 190 MB groß und baut mir auf dem Stick eine 5 MB große Partition? Wollen die mich verarschen?
Nein, ich brauche hier keine Ratschläge
Es mangelt an Grundsätzlichem. Wieso muss ich denn den Stick mit diesem Etcher vorbereiten? Was macht das Ding? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das bei meinem alten Notebook auch nur ansatzweise so gemacht hätte. Ich meine, es kann sein, aber ich habe da keinerlei Erinnerung daran. Wie ich mein eigenes Notebook, das mir lieb und teuer ist, vorbereite, ist mir auch klar. Ich habe mir eine gesonderte Partition für Linux gebaut und die Startreihenfolge auf den USB-Stick geändert.
Aber wenn der Etcher nicht das tut, was er soll, was soll ich denn dann machen? Ach, und auf der offiziellen Ubuntu-Seite ist von einer Software namens Rufus die Rede, die – Achtung! – für Windows XP, Windows Vista und Windows 7 gedacht ist. Echt jetzt? Hoffnungslos veraltetes Zeug? Das meine ich, wenn ich schreibe, dass es an Grundsätzlichem mangelt. Wie ich das Alles mache, ist mir – wie gesagt – klar. Daher helfen mir dahingehend auch Ratschläge nicht weiter.
Wie geht es jetzt weiter?
Natürlich juckt es mich schon, mich weiter mit Linux zu beschäftigen. Aber das hat weiterhin keine erhöhte Priorität bei mir. Ich benötige mein privates Notebook hauptsächlich dafür, um Musik mit Ableton zu fabrizieren. Das ist bis heute nicht für Linux erschienen. Ich müsste mich also neben einem neuen Betriebssystem auch mit einer neuen Digital Audio Workstation befassen. Ach, und ich könnte kaum ein bisher genutztes Premium-Plugin mitnehmen.
Habe ich darauf Lust? Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß ja, dass Linux für bestimmte Sachen gut funktioniert. Wenn ich aber komplett meine musikalische Arbeit neu erfinden müsste, weiß ich nicht, ob ich das wirklich machen wollen würde. Und kommt mir nicht damit, dass ich mich damit Microsoft ausliefere. Wie oft sehe ich Einlassungen dieser Art, die von Leuten mit Mac Book, iPhone, iCloud und Apple Music kommen. Und die sind dann die großen Anti-US-Revoluzzer. Echt jetzt?
Nein, vielleicht laust mich tatsächlich nochmal der Affe und ich versuche nochmal mein Glück. Die Festplatte ist jedenfalls nach wie vor groß genug, sodass ich da echt noch ein zweites System – also ein Linux – draufprügeln kann. Und Software für die Musikproduktion damit ist auch genügend vorhanden. Wenn es nur bei den Vorkehrungen nicht scheitern würde. Und ich mache das nicht um jeden Preis. Mal gucken, wie das weitergeht.






@henning-uhle.eu
> Wieso muss ich denn den Stick mit diesem Etcher vorbereiten?
Das ist bei Window genauso. Dort heißt das Tool halt "Windows Media Creation Tool".
Da aber auf praktisch allen Rechnern Windows vorinstalliert ist, kommt damit kaum jemand in Berührung.
Es gibt auch noch andere Tools um sich einen Boot-fähigen USB Stick zu erstellen. z.B. den Fedora Media Writer (aber nur für Fedora) oder Ventoy
Remote-Antwort
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Ja, das mag sein. Aber wie ich im Artikel schrieb: Ich kann mich bei der früheren Installation nicht daran erinnern, dass ich den genutzt habe.
Ein neuer Versuch übrigens endete dann damit, dass zwar der Stick gefunden wurde, aber davon nicht gebootet werden konnte. Darum lasse ich das erstmal sein und guck mir das nochmal an, wenn mich wieder der Hafer sticht.
@henning-uhle.eu
Mmhhh.
Kann ich nicht nachvollziehen
Ich habe jetzt ca. 10 mal Linux Mint installiert und noch nie Probleme mit dem Balea gehabt.
Später im installationsschritt ja. Da wo es um die Partition geht (Stichwort lvm).
Das man sich vor Benutzung mit Linux damit beschäftigen sollte, welche liebgewonnene Software läuft oder ob es alternativen gibt, ist eigentlich KEIN Geheimnis.
Ich habe auch festgestellt, dass Menschen die keine Ahnung von PCs haben, besser mit Linux zurecht kommen, als "Profis".
Remote-Antwort
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Wie ich schrieb, hatte ich bereits mal auf einem anderen Notebook Linux installiert, und das funktionierte auch tadellos. Und natürlich will ich mich damit beschäftigen, bevor ich mich entscheide, dahin zu switchen. Es klappt halt nur nicht so, wie ich mir das vorstelle.
Und nochmal: Ich kann mich nicht daran erinnern, den Etcher verwendet zu haben.
@henninguhle
Du hättest dir eine CD brennen können. Genauso wie bei Windows, wenn du dir die Quellen von MS direkt heruntergeladen hättest. Windows lässt sich ebenfalls mit einem USB Stick installieren. Vermutlich wärst du dann ebenfalls an balenaEtcher vorbei gekommen.
Was also meinst du mit dem „Grundsätzlichen“?
@one
A) steht das Grundsätzliche im Artikel
B) Um eine CD zu brennen, müsste das Notebook über einen CD-Brenner verfügen. Deshalb mache ich das ja mit einem Stick.
@henninguhle
Warum aber fehlt es dabei am Grundsätzlichen? Oder verstehe ich deinen Blog-Beitrag falsch?
@henninguhle
komisch, ich hab die Erfahrung gemacht das die USB Image Programme eigentlich immer funktionieren.
wenn es daran schon hackt, verliert man natürlich echt die Lust.
ich kann dir Ventoy empfehlen. diese nutzt dir auch abseits von Linux. man installiert die Software auf dem Stick und schmeißt dann einfach übers Dateisystem Iso Dateien drauf, so kann man übrigens auch Windows installieren.
https://www.ventoy.net/en/index.html
Ventoy
Ja, Ventoy würde ich dir auch empfehlen.
Die Art, wie man eine Linux-Distribution installiert, ändert sich alle paar Jahre. Deswegen kann es sein, dass es bei deinem letzten Versuch anders funktioniert hat.
@henninguhle
hab aber auch schon ewig kein solches unter Windows genutzt.
im Prinzip müssten auch die Programme funktionieren, die Windows Iso’s auf USB Stick bootbar machen.
@henninguhle
Zitat:
Aber das hat weiterhin keine erhöhte Priorität bei mir.
Der häufigste Grund, warum der Umstieg scheitert, ist eine falsche Erwartungshaltung.
Linux ist nicht Windows. Wer ohne die Bereitschaft, sich weiterzubilden und Zeit zu investieren, wechselt, wird schnell an Grenzen stoßen.
Ein erfolgreicher Umstieg erfordert Offenheit für neue Arbeitsweisen und die Bereitschaft, sich mit dem System auseinanderzusetzen.
@gnu0os0ta Sorry, aber was istz das denn für eine Unterstellung? Ich gehe da nicht weiter darauf ein. Und bitte reagiere nicht noch auf meine Antwort. Danke.
@sam4000 Das ist ja auch so meine Erwartungshaltuing. Wenn ich mal wieder Lust habe, versuche ich es einfach nochmal. Keine Ahnung, was schief gelaufen ist.
@henninguhle 👍
@sam4000
Nicht falsch verstehen, ich nutze Ventoy gerne und in ganz vielen Fällen ist es echt sinnvoll. Aber der Boot-Prozess läuft anders ab als von den Distributoren vorgesehen. Das kann in Einzelfällen eine zusätzliche Fehlerquelle sein.
Deswegen würde ich zu Ventoy nur dann raten, wenn der Benutzer mit dem Flashen von Sticks überfordert ist oder wenn mehrere Systeme auf einen Stick sollen.
Hab einen schönen Morgen!
@kontrollierterWahnwitz
ich hatte noch nie Probleme. Aber guter Hinweis.
ich hab es auch im Anbetracht der ursprünglichen Blogeintrags und seiner Kommentare geschrieben.
eine Allzwecktool für alle Betriebssystem, Reperaturimages und Co ist schon etwas
@henninguhle
Du bist daran gescheitert, einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen.
Ich sehe ehrlich gesagt nicht, wieso du bei einer Windows-Installation nicht an der selben Stelle scheitern solltest.
Etcher hat beim Erstellen von Anfänger-Dokus eben den Vorteil, dass es ein GUI-Programm ist, das auf allen Betriebssystemen gleich funktioniert. So muss man nicht für Windows und MacOS ein unterschiedliches Vorgehen beschreiben. Das nimmt etwas Komplexität auf dieser Ebene.
Was „das Ding“ (Etcher) macht? Es macht den USB-Stick bootfähig und packt (wahrscheinlich auch noch gleich) das Linux-Installationsfile (.iso) drauf. Damit kannst du dann den Rechner booten und Linux installieren. Ich hab das vor einigen Jahren ein einziges Mal gemacht, weil ich ansonsten seit 2007 immer ein voriges Linux griffbereit hatte, von dem aus ich den Stick bootfähig einrichten konnte. Was natürlich einfacher ist, weil da die Bordmittel immer dabei sind („Startmedium erstellen“).
Ohne einen Startmediums-Ersteller geht halt bei keinem Betriebssystem was: Von Nix kann man ohne Nix eben auch Nix installieren.
Ich habe halt seit 2007 ausschließlich Ubuntu auf meinen PCs, weil ich damit seitdem und bisher alles erledigen konnte, was ich wollte.
@henninguhle Das bedeutet nicht, dass ich die Dokumentation von Mint „gut“ finde. Sie ist ehrlich gesagt lückenhaft, erklärt zu wenig was man gerade tut und ist stellenweise gar veraltet.
Aber die Zeit und Energie, die dafür aufgewendet wurde, den Blogartikel zu formulieren, hätte man auch zum Lesen der vorhandenen Doku aufwenden können. Gerade wenn man vom Fach ist und das Erstellen von Bootmedien (OS egal) eigentlich eine Fingerübung sein müsste.
Ich lese da einfach etwas Resilienz raus.
@sam4000 In meinem konkreten Fall war es das EFI eines Surface Go 2, das nicht mit Ventoy zusammenarbeiten wollte. Der Bootprozess blieb einfach nach dem GRUB des OS-Images stehen. Das OS direkt auf dem Stick funktionierte dann.
@henninguhle
„Ach, und auf der offiziellen Ubuntu-Seite ist von einer Software namens Rufus die Rede, die – Achtung! – für Windows XP, Windows Vista und Windows 7 gedacht ist. Echt jetzt? Hoffnungslos veraltetes Zeug? „
„Download and install the latest version of Rufus from the rufus.ie website.
If you’re using Windows 7, install version 3.22 of Rufus. On Windows XP or Vista, install version 2.18.“
Ich glaube, hier liegt wirklich ein Problem in der Lesekompetenz vor.
@kontrollierterWahnwitz
Ich nutze für Laptops, PC’s und meinen NUC schon seit paar Jahren Ventoy.
vielleicht mag diese spezifische Geräteklasse Ventoy einfach nicht. Oder du hattest einfach Pech
@kontrollierterWahnwitz Wow, ein „zu doof zum lesen“ hatte ich heute noch nicht. Danke auch.
Ich würde gerne mal wissen was du mit Balena Etcher gemacht hast um den USB Stick „vorzubereiten“. Ich nutze Linux schon seit vielen Jahren und das Balena Etcher das ich kenne ist einfach nur dazu da ISO-Dateien (in meinem Fall für MX Linux) auf einen USB Stick zu kopieren und dann kann ich von diesem Stick booten. Dann wird das Live System gestartet und von diesem kann ich dann das Linux installieren. Das ist zumindest der Weg den ich schon seit über 10 Jahren gehe.
Ich rate davon ab. Was einen Versuch wert ist – ich mache es so – ist eine virtuelle Maschine unter Linux, in der ein Windows läuft, mit dem man seine Software nutzt. Bei mir ist das ein olles, ungepatchtes Windows 7 (die Lizenz habe ich vor vielen Jahren geschenkt bekommen), das natürlich in seinem Sandkasten auch kein Internet bekommt. Natürlich führt die zusätzliche Komplexität durch eine Virtualisierungsschicht zu noch mehr Latenzen, es wäre ja auch zu schön, wenn es alles problemlos liefe. Ob man damit leben kann, muss man selbst ausprobieren. Ich kann es. Ich spiele (in der Regel) nicht ein, sondern klicke.
irgendwie bin ich verwirrt, weil nichts, was du hier schreibst mit Linux zu tun hat. zum installieren benötigt man nen USB Stick und den macht man mit rufus, etcher oder ventoy.
mit ventoy habe ich mir einen Stick gemacht, mit dem ich mir Mint, Arch und auch Windows installieren kann.
aber ich will dich nicht überzeugen. Linux ist meiner Meinung nach Windows in jeder Hinsicht überlegen.
Hallo Henning,
mir geht es ähnlich. Ich bin mittlerweile als Buchautorin aktiv, (Folge deinem Blog ja schon länger.) Ich habe mich mal mit Linux beschäftigen wollen und bin bereits daran gescheitert, dass mein Druckanbieter schon alleine auf Word-Dateien besteht. LibreOffice oder Open-Office zerschießen mir allerdings immer wieder die Formatierungen der Texte, wenn ich daraus ein Word-Dokument erstellen lassen will. Und glaub mir bei, wenn Du ca 300 bis 400 Textseiten einzeln nachformatieren sollst, ist das nervig. Wenn aber schon so wichtige Programme, für mich nicht umsetzbar sind, kann ich gleich bei Windoof bleiben, da arbeitet zumindest alles perfekt miteinander. Zumindest in der Theorie. Daher bleibt mein Rechenknecht eindeutig eine linuxfreie Zone. Abgeschottet habe ich ihn dennoch, so weit es geht. Ich nutze keine Cloud für meine Daten (NAS sei Dank) und kann dennoch bei mir auf allen Geräten auf die Daten zugreifen. Und nein, auch die 365er Produkte von Microsoft nutze ich bewusst nicht. Alles schön auf dem Rechner installiert. Damit kann ich dann arbeiten.
Liebe Grüße
Es ist halt schade, dass sie es bis heute nicht hinbekommen haben, das Alles alltagsgetreu zu machen. Klar, wenn ich zum Arbeiten nur einen Browser brauche, um darin ein Frontend aufzurufen, dem es egal ist, womit ich es aufrufe, tut Linux, was es soll. Aber alles an Spezialsoftware ist dafür doch eher ungeeignet.