Mindset Shift - Was soll ich damit anfangen?

Mindset Shift - Was soll ich damit anfangen?

Mindset Shift – Was soll ich damit anfangen?

“Denken wir neu”, wirbt die FDP. Oben im Bild seht ihr “Let’s rethink”, was das Gleiche bedeutet. Ist das am Ende der viel besprochene Mindset Shift oder nicht? Ich bin ein großer Freund davon, Dingen deutsche Begriffe zu geben, wenn es denn möglich ist. Ich kann mit solchen Sachen wie diesem Mindset Shift nichts anfangen. Der Grundgedanke allerdings ist gar nicht so schlecht. Und deshalb müssen wir uns mal ein paar Takte darüber unterhalten.

Wo habe ich den Begriff Mindset Shift eigentlich her?

Wie ihr wisst, schaue ich gern mal bei Pinterest nach Anregungen. Ja, dafür ist es ganz gut. Um für meinen Blog spürbar mehr Zugriffe zu erhalten, ist es nicht nutzbar. Aber das ist ein anderes Thema. Und dort werden mir immer wieder Artikel der Online-Beraterin Julia Bourget vor die Nase gehalten. Und die erzählte irgendwann mal über das Thema. Sie tat es dann hier und da nochmal.

Jetzt ist das bei Pinterest so, dass dir immer wieder die gleichen Themen um die Ohren gehauen werden, wenn du irgendwas über Pinterest besucht hast. Und so quoll mein “Homefeed” dann mal über vor lauter Mindset Shift. Und so musste ich mich einfach mal ein wenig mit diesem Thema beschäftigen. Wer weiß, vielleicht funktioniert ja Pinterest auf genau diese Art und Weise.

Jedenfalls habe ich den Begriff aus dieser Plattform. Ich kannte ihn vorher nicht. Und irgendwie ist der mir entschieden zu unhandlich. Ja, die deutsche Übersetzung macht es nicht besser: Mentalitätswechsel, Änderung der Denkweise und so etwas. Da finde ich das FDP-eske “Denken wir neu” dann schon irgendwie besser. Das aber nur am Rande.

Was bedeutet das nun?

Ein Mindset ist nichts anderes als die Mentalität. Was macht uns aus? Wer sind wir? Es geht nicht darum, was unsere Lieblingsfarbe ist, welche politische Ideologie wir verfolgen oder welchem Fußballverein wir zujubeln. Vielmehr bestimmt sich die Mentalität über solche Dinge wie: Was sehen wir als Anstand an? Wie wurden wir erzogen? Worauf bauen wir in unserer Lebensplanung? Was wollen wir erreichen?

Die Taste SHIFT kennen wir alle von Computer-Tastaturen. Sie verändert den zu tippenden Buchstaben oder ruft die Zweitbelegung auf. Aus einem kleinen “a” wird mit SHIFT ein großes “A”, aus einer “3” wird das Zeichen “§”. Wir verändern also etwas. Mindset Shift bedeutet dann also, dass wir eine Veränderung der Mentalität durchziehen. Was muss ich selbst verändern, wenn ich meine Ziele erreichen will?

Wie hat sich das in meinem Blog ausgewirkt?

Es gab eine lange, lange Periode, in der ich 3, 4, manchmal 5 Artikel am Tag geschrieben hatte. Schnell mal 300 Worte über eine neue Smartphone-Einstellung, 300 Worte über irgendeinen politischen Huster und so etwas werfen. Der Blog muss ja bespielt werden. Heute mache ich das nicht mehr so. Aber dem ging ein Umdenken voraus. Die Frage war: Muss ich wirklich zu jedem Furz irgendwas von mir geben?

Überraschung: Nein, das muss ich nicht. Ich bin dann irgendwann dazu übergegangen, nur noch maximal einen Artikel am Tag zu veröffentlichen. Und wenn mal kein Artikel erscheint, ist das auch kein Beinbruch. Mein Mindset Shift (Ja, jetzt fange ich auch noch damit an) war dann: Lieber Qualität als Quantität. Zumal es ja so ist, dass kein Blogger jemals in die tagesaktuelle Berichterstattung eingreifen kann.

Vor allem dann nicht, wenn man wie ich einen Job hat, der viel Kraft kostet. Wenn es dann so ist, dass am Ende des Tages die Batterie einfach mal leer ist, hocke ich mich nicht mehr hin und schreibe irgendeinen nichtssagenden Artikel zusammen. Ich denke, ihr Leser würdet dann den Mangel an Lust und Qualität merken. Dann lieber sammle ich meine Gedanken ein und schreibe dann, wenn ich Zeit und Lust habe, den Artikel.

Und im Beruf?

Nachdem ich mich vor rund 17 Jahren beruflich neu erfinden musste, weil meine Gesundheit nicht mehr mitgespielt hatte, war das nicht einfach. Ich habe dann umgeschult und wurde Fachinformatiker. Anfang 2006 nahm ich einen Job in einem Call Center an und arbeitete im First Level Support. Im Sommer 2010 wechselte ich nach Leipzig zu einem der größten Systemhäuser und mache seitdem Second / Third Level Support und Managed Service.

Die Arbeit macht mir Spaß, aber sie hat sich jahrelang nicht verändert. Und das, obwohl sich die IT immer stärker und schneller verändert. Vor einem Jahr hat sich mein Arbeitgeber mit einem Wettbewerber zusammen getan, der für eine hohe Dynamik bekannt ist. Nun kommt es zu immer mehr Änderungen. Das ist etwas gutes. Ich mag Änderungen. Wer immer nur den gleichen Schlamm tritt, macht daraus Beton.

Nur geht damit einher, dass Gepflogenheiten, Herangehensweisen, Prozesse und all das anders werden. Die Sichtweise hat sich verändert. Das hat zur Folge, dass im Vergleich zu “früher” viel mehr an Aufgaben kommen. Das muss man unter einen Hut bringen. Insofern muss man sich etwas einfallen lassen, die Mentalität ändern, aus gewohnten Bahnen ausbrechen. Mindset Shift eben.

Denken wir neu!

Himmel, jetzt wirft der Uhle auch noch mit FDP-Sprech! Aber es ist doch nun mal so. Sagt irgendwem der Computer-Hersteller Commodore noch etwas? Nein? Die waren bis Mitte, Ende der Neunziger Jahre der Weltmarkt-Führer im Heimcomputer-Markt. Der Amiga war ein sensationelles Produkt für die damalige Zeit. Der US-Konzern ist nicht wegen schlechter Qualität verschwunden, sondern weil sie nicht neu gedacht haben.

Plötzlich war Apple da, plötzlich gab es Microsoft. Und Commodore? Die dachten, dass deren Erfolg immer so weiter gehen würde. Unabhängig vom Mac oder von Windows. Sie ruhten sich auf ihren Lorbeeren aus. Und sie machten sich damit überflüssig. Schade drum, denn ich hatte meinen Amiga damals schon sehr geliebt.

Damit niemand überflüssig wird, muss jeder immer mal wieder neu denken, einen Mindset Shift durchmachen. Es ist am Ende eigentlich egal, in welchem Bereich. Das macht den Menschen natürlich auch zum Teil Sorge. Leider ist es so, dass ein “Das haben wir immer schon so gemacht” heutzutage nicht mehr gilt. Beim Bloggen, im Beruf, aber eben auch im Privaten.

Stellt euch immer wieder die Frage, ob das wirklich alles so richtig ist, was ihr macht. Hinterfragt euch, ob ihr bei eventuellen Änderungen in eurem Umfeld selbst auch etwas ändern müsst. Seid nicht erschrocken, wenn euch Änderungen einfach überfallen. So ist das nun mal. Aber dann seid bereit für einen Mindset Shift. Und vergesst die Ausreden.

Mindset Shift - Was soll ich damit anfangen? - Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Mindset Shift – Was soll ich damit anfangen? – Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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