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Parasiten im Browser

Was war ich schockiert, als ich einen Browser meiner Wahl auf einem von mir eingerichteten System öffnete und mich eine so genannte Toolbar mit bunten Fratzen und einer Startseite von Facemoods angrinsten. Woher kam der Schwachsinn jetzt wieder?

Facemoods ist eine Geschichte, die es einem Facebook-Nutzer wohl erleichtern soll, die Stimmung seines Gegenübers zu deuten. Die Smilies, die aus Satzzeichen bestehen, werden zu bunten Fratzen. Dafür gibt es eine Toolbar, und Facemoods läuft im Chatfenster von Facebook.

Wie ist Facemoods nur auf das System gekommen? Ich habe mich kundig gemacht, es könnten irgendwelche Facebook-Applikationen sein, die derartigen Schindluder treiben, oder kürzlich installierte Druckertreiber.

Damit komme ich zu der spannenden Frage: Was will ein Druckerhersteller an Informationen zu Facebook schicken? Den Tintenfüllstand? Den Inhalt des Druckauftrags? Welches Papier verwendet wird? Und soll damit automatisch der Gefällt mir-Button beim Hersteller des Druckers gedrückt werden?

Ich habe mich weiter belesen. Facemoods ist auf jeden Fall als sehr fragwürdig einzustufen. Es kann gemeinhin schon als Virus oder andere Schadsoftware eingestuft werden. Sogar Antivirenprogramme schlagen bisweilen Alarm. Das größte Problem ist dann, diesen Schund loszuwerden.

Über Systemsteuerung -> Programme und Funktionen (bzw. Software) kann zwar Facemoods deinstalliert werden. Es wird dann aber bei der nächsten Browsersitzung vortrefflich wieder installiert. Also muss im Browser das AddOn deaktiviert werden. Im Firefox wäre das über Firefox / Extras -> AddOns, im Internet Explorer über das Zahnrad -> AddOns verwalten.

Da man dann nur hoffen kann, die Sache ist gelöst, empfehle ich unbedingt einen Neustart.

Wie gesagt, Facemoods ist mutmaßlich ein Virus o.ä. Darum empfehle ich auch, das derzeit installierte Antivirenprogramm zu deaktivieren und ein neues zu installieren. Spybot Search & Destroy hat zurzeit die besten Heilungschancen bzgl. Facemoods. Testweise kann auch mit rabiaten Deinstallationsprogrammen wie Revo Uninstaller gearbeitet werden.

Als Nachsorge kann ich nur dringend dazu raten, bei künftigen Installationen nicht nur „blind“ auf „Weiter“ zu klicken, sondern auch zu lesen, was dort steht. So kommt man umhin, sich das System mit diesen lästigen Toolbars vollzuschaufeln. Bei Facebook rate ich zu wachem Auge bei jedem Klick. Man sollte sich genau überlegen, ob man einer x-beliebigen Anwendung Zugriff auf seine persönlichen Daten gewährt.

Das Problem ist übrigens nicht neu. Anfang April hat der „Nachtwächter“ in seinem Blog einen entsprechenden „Blah“ hinterlassen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Parasiten im Browser”

  1. Auch mich hat „Facemoods“ erwischt. Allerdings bin ich weder bei Facebook, noch habe ich in den letzten Tagen etwas installiert. Ich surfe praktisch nur mit Opera.
    Dank meiner Windows 7 Firewall-Control habe ich gemerkt, dass die facemoodssrv.exe ins Netz funken wollte. Mal sehen, wie ich das Problem löse.

    1. Hallo Per, ich würde in Opera versuchen, alle Plugins zu überprüfen. Vielleicht findet sich ja ein Plugin, was sich nach Facemoods anhört. Ansonsten rate ich zu einem Online Virenscanner wie Trend Micro Housecall oder dergleichen.

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