Sein persönliches #kaudergate – Siegfried Kauder im multimedialen Kreuzfeuer

Siegfried Kauder hat sich hier wohl selbst einen eingeschenkt. Inzwischen wird nicht mehr nur vom #kauderstrike geredet, inzwischen wird über das Desaster von Siegfried Kauder offiziell vom #kaudergate gesprochen, in Anlehnung an den Watergate-Skandal.

Zur Erinnerung: Siegfried Kauder philosophiert öffentlich über einen Gesetzesentwurf, der Urheberrechtsverletzern den Internet-Zugang verbieten soll. Auf seiner Internetseite hingegen finden und fanden sich von den Verletzungen etliche. Da Kauder den #kauderstrike fordert, soll er seiner eigenen Forderung zum Opfer fallen. Um dem zu entgehen, lässt er wild im Quellcode der Webseite die nicht lizenzierten Bilder entfernen. Aber diese Aktion kommt viel zu spät, denn in Zeiten von Internetdiskussionen existieren selbstverständlich längst Fotos / Screenshots von der Webseite, und die Bilder sind ja auch noch alle mit der Adresse zum Bild bei Kauder zu finden.

Dieses Desaster, das ihn gänzlich unglaubwürdig und lächerlich werden ließ, nennt man nun #kaudergate. Und hier geht die Diskussion nun weiter.

Kauder hatte angegeben, die Bilder rechtmäßig lizenziert zu haben. Dabei ist momentan nicht richtig klar, um welche Bilder es sich handelt. Jedenfalls erklärte er dem Südkurier, dass er die Bilder nur entfernt habe, um den Rechteinhaber aus der Schußlinie zu nehmen. Also nicht etwa aus rechtlichen Gründen. In dem Artikel findet sich ein passendes Foto von DPA, das ich hier aus unklaren rechtlichen Gründen nicht verlinke.

A propos Bilder. Bei Kauder kommen diverse Landschaftsaufnahmen vor.  Zu einem Foto, das sich im Original auf Panoramio befindet, wurde der Urheber nach der Lizenzierung gefragt, von der dieser aber nichts wusste.

Zu der allgemeinen Doppelmoral Kauders, einerseits über das Urheberrecht Grundrechte von Internetnutzern zu beschränken und andererseits selbst das Urheberrecht zu beugen, habe ich einen sehr interessanten Artikel beim Tagesspiegel gefunden.

Worüber sich die Internetgemeinschaft aufregt, ist folgendes:

– Siegfried Kauders Webseite aus dem Jahr 2009

– Siegfried Kauders aktuelle Webseite nach Bearbeitungen

Man stellt also fest, dass da nur ein paar kosmetische Änderungen vorgenommen wurden. Der Unterschied zwischen neuer und alter Seite ist das Fehlen diverser nicht lizenzierter Bilder auf der neuen Seite.

Mit anderen Worten, Siegfried Kauder gaukelt der Öffentlichkeit vor, er befolge das Rechtssystem. Aber genau dies ist eben nicht der Fall. Es hat den Anschein, als ob er mittlerweile politisch erledigt ist.

Jetzt kommt es auf die rechtlichen Folgen an. Daher sollte die Diskussion am Leben gehalten werden. Ich bin davon überzeugt, dass auch Politiker sich an das Urheberrecht halten müssen. Wir Blogger müssen das auch, sonst kommen wilde Schadenersatzforderungen.

Die Diskussion kann auch bei Netzpolitik.org verfolgt werden. Wir sollten nicht locker lassen.

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3 Kommentare

  1. Es überracht mich überhaupt nicht.Die sogenannte Doppelmoral in der politik ist ja wirklich nicht neues gerade im konservativem Lager.Und das gerade die Lautsprecher der Union so auffallen ist mir auch nicht fremd.Ich meine seit den 9ziger jahren haben wir ohnehin eine Lobbykratie und Clientel Politik.Und die Real Politik ohnehin nicht mehr die Politik ,sondern die Konzerne und Miliardären gemacht wird.Die Politik sortiert nur noch die Interessen dessen und oktroiert uns dann dessen Wünche!? Willkommen im neuem Zeialter des Turbo Capitalismus !

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