Sexshop-König: Es gibt keinen Gott

Wieso betitle ich den Abwasch der Woche mit Sexshop-König? Dafür muss es einen Grund geben. Und in der Tat, das ist der Fall. Ich möchte einmal kräftig über das ablästern, was sich so im Internet bietet. Und ich komme zu dem alles entscheidenden Schluss: Es gibt keinen Gott.

Was erzählt der Uhle von einem Sexshop-König?

Haben Sie mal ungeschützt… Nein, nicht Verkehr gehabt. Haben Sie mal ungeschützt irgendwas im Internet gemacht? Und ich meine das Internet, nicht die geborgten Wüsten in Form der sozialen Netzwerke. Shopping und Sex wird angeboten. Immer schön viel Werbung zwischen den Zeilen in den Nachrichten oder so.

Da das Internet ja eine Beschleunigung verheißt, kann man doch gleich Sexshopping draus machen. Und so werden wir zu Sexshop-König geschickt. Jaja, mir ist schon klar, dass das Unsinn ist. Denn man soll ja möglichst lange auf irgendeiner Seite bleiben. Ich meine das ja auch eher so grundsätzlich.

Und gucken wir uns mal YouTube-Stars an, die viele Fans unter den Jugendlichen haben. 12, 13 Jahre sind die Kinder alt, die sich den Quatsch von denen antun. Da geht es beim Vorstellen von Spielen für Spielekonsolen gern auch mal um Penisse, ums Ficken und um all die Dinge. Und nebenher sollen die Kids auch noch Merchandising kaufen. Nein, es gibt keinen Gott.

Sammelt Super Mario etwa Dildos?

Prinzessin Peach, in die unser Held Super Mario verliebt ist, wurde entführt. Und der Klempner reist mit seinem Luftschiff Odyssey von Königreich zu Königreich, um sie zu befreien und seinen Widersacher Bowser zu stellen. Zwischendurch muss er Missionen erfüllen und bekommt dafür Preise.

Meine Tochter ist Fan von dem Spiel „Super Mario Odyssey“ und hatte sich viele Videos dazu angesehen. Bei dem einen oder anderen YouTuber kam es mir dabei so vor, als wären Marios Preise keine Monde, Sterne und Münzen, sondern Dildos. Das war manchmal ziemlich subtil, aber man bekommt es mit.

Die Frage ist, ob das denn so sein muss. Das verdirbt dann schon etwas die Laune. Ich denke, dass diese YouTuber dann vielleicht bei Sexshop-König anheuern sollten. Shopping und Sex können sie ja eh gut thematisieren. Und wenn sie sich schon als Influencer sehen wollen, sollten sie sich vielleicht mal über sowas Gedanken machen.

Es ermüdet doch sehr

Es gibt sehr viel Reizüberflutung im Internet. Wenn man ohne jegliche Schutzmechanismen unterwegs ist, dann blinkt es überall, dass St. Pauli blass vor Neid wird. Ohne Werbeblocker und ohne Antivirus und all den Kram kann man sich nicht im Internet umsehen und damit arbeiten. Diese ganzen Anpreisungen ermüden am Ende doch sehr.

So groß sind dann die Unterschiede zwischen den einzelnen Shopping-Angeboten nicht. Und am Ende sind Sex-Angebote wohl auch immer wieder gleich. Um Aufmerksamkeit zu erhaschen, versuchen viele Anbieter, durch möglichst viel blink-blink Interesse zu schüren. Das ist nicht das, wofür das Internet mal geschaffen wurde.

Sexshop-König gibt es auch in 20, 30 Jahren noch in irgendeiner Seitenstraße in Wanne-Eickel oder meinetwegen auch in Eisenhüttenstadt. Der hat diese ganze Armada an halbseidenen Angeboten im Internet überlebt. Denn irgendwann muss ja jedem mal klar werden, dass nichts im Internet kostenlos ist.

Bezahlt man nicht mit Geld, dann bezahlt man mit Daten. Darüber sollten diese ganzen YouTuber mal reden, wenn sie den 12, 13 Jahre alten Kids irgendwas von „Ich hab den härtesten der Welt“ erzählen. Aber das ist am Ende alles „nicht so geil“, wie irgendeiner von ihnen mal erzählte. Wie konnte es auch anders sein? Denn es gibt halt keinen Gott.

2 Kommentare

  1. Das Privatfernsehen ist doch auch mit dabei.
    Da kommt zu Zeiten wo Kinder zuschauen Werbung für Sexspielzeug.
    Ich stelle mir immer vor wie 6 oder 7 jährige
    dann am Sonntagsfrühstückstisch fragen:
    „Mama was sind gigantische Orgasmen …..“.

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