Social Media: Gehen’s bloß weg!

Ich hab sowas von die Nase voll von diesem so genannten Social Media. Ja, ich war schon mal an diesem Punkt. Aber ich muss da wieder raus. Und leider muss das ziemlich schnell gehen. Es fühlt sich nicht mehr richtig an. Und da bin ich nicht mal nur bei einem sozialen Netzwerk. Mir geht alles daran derzeit ziemlich auf den Geist. Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Mein Blog ist meine Homebase. Das schreibe ich nun zum wiederholten Mal. Gehn’se mir bloß weg mit den Plattformen.

Was ist denn in Social Media schon wieder passiert?

Also erstmal: Ich habe die Überschrift verhunzt. Da sollte „Gehn’se bloß weg“ stehen. Naja, auch egal. Also: Social Media. Was ist da los? Ich weiß nicht so recht. Eigentlich gar nicht so viel. Gut, Klugscheißer hier, Werbehölle da, Aneinander-vorbei-posten dort. Also insofern nichts neues. Aber bei mir hat sich etwas verändert. Es fühlt sich einfach nicht mehr richtig an. Ich war ja mal total kaputt. Und dann war es später soweit, dass ich eine längere Pause von den Plattformen genommen habe.

Und da ist irgendwas in mir dauerhaft kaputt gegangen, was die Plattformen, die sich so gern als Social Media bezeichnen, betrifft. Es ist seitdem nicht mehr das Gleiche wie vorher. Und das wiederum hat zur Folge, dass ich mir seit längerem die Frage stelle, was ich dort überhaupt noch soll. Leute auf meinen Blog holen? Tjoar, wohl eher nicht. Denn aus allen sozialen Netzwerken zusammen kommen nicht mal 1% aller Zugriffe auf diesen Blog.

Mich plagt da die ernst gemeinte Frage, was ich denn auf Social Media noch soll. Ich bin noch auf Mastodon (also im Fediverse), Bluesky und Facebook vertreten. Bei Facebook ist immer weniger überhaupt los, wenn man mir unbekannte Z-Promis, KI-Slop, Werbung und all das weg lässt. Mit Bluesky wurde ich bis heute nicht warm. Und auf Mastodon scrolle ich einfach nur gelangweilt dahin. Und ich frage mich: Wovon erzählen die da auf Mastodon? Was soll das Alles?

Vor allem Mastodon hängt mir derzeit zum Hals raus, weil da auf Biegen und Brechen irgendwas zusammen polarisiert wird. Ach, da sollte ich lieber anderen Accounts dort folgen? Geil, darauf wäre ich nie gekommen. Aber ich kann doch nicht alle paar Tage komplett alle Accounts raushauen, weil die mir auf die Ketten gehen. Nein, der Beziehungsstatus zu Social Media lautet: Es ist kompliziert. Und daher muss ich da erstmal wieder raus.

Aber dann kann man mir nicht mehr folgen – Echt jetzt?

Wie mich dieses Geblubber nervt, dass man dann ja nichts mehr von meinen hach so gern gelesenen Blogartikeln mitbekommen würde. Doch, bekommt man. Es muss einen allerdings auch interessieren. Und ich glaube, dass genau hier das Problem des „Gefolges“ ist. Also die Menschen, die mir auf den drei verbliebenen Plattformen noch folgen. Aber ich mache es euch mal einfach:

Fediverse

Henning Uhle
Henning Uhle

Es waren nicht alle so.

4.972 Beiträge
54 Folgende

Bluesky

https://bsky.app/profile/henning-uhle.eu.web.brid.gy

Ja, das geht nicht anders, klickt einfachg auf den Link und folgt mir dort.

RSS

Ihr nehmt irgendwas, was RSS-Feeds anzeigen kann, und fügt DIESE ADRESSE als Lesequelle hinzu. Nein, der Link an sich tut nix. Ihr braucht schon irgendeinen Reader dazu. Ich habe oft genug darüber geschrieben, ich werde es nicht wiederholen.

Aber Facebook !!1!elf!

Leute, ich habe sogar versucht, irgendein automatisches Posten auf – dings – Facebook zu fabrizieren. Ich habe es nicht hinbekommen. Also lasse ich es. Und mein Blog wirft kein Geld ab, das ich dann in irgendeinen kostenpflichtigen Dienst DAFÜR stecke.

Newsletter

Jahahaha, es gibt auch einen Newsletter. Der kommt ohne irgendeinen Leute-Ausspionier-Dienst aus und guckt auch nicht nach, ob ihr euren Intimbereich gepflegt habt. Der kommt direkt hier aus dem Blog an jedem ersten. Abonnieren könnt ihr den hier.

Nur noch Bloggen bis auf weiteres

Ich will einfach mit den Plattformen, die sich allesamt unter Social Media zusammenfassen lassen, im Moment nichts zu tun haben (müssen). Es ist mir alles sowas von zu viel. Bin ich zu alt? Bin ich zu sehr Mimose? Wisst ihr was? Das ist mir scheißegal. Denkt darüber, was ihr wollt. Ich bin ja nicht weg aus dem Internet. Eigentlich auch nicht aus Social Media. Nur dort halt ab sofort bis auf weiteres still, wenn es um meine persönlichen Accounts geht.

Ich habe 2026 viel vor. Ob es die Musik ist, ob es privat ist, der Job oder der Blog: Das ist alles wichtiger als irgendeine wild gewordene Plattform. Deshalb gehe ich weg und überlasse euch eurem Schicksal. Auf mancher Plattform haut irgendein Algorithmus die gute Laune kaputt, woanders die endlosen Schwarz-Weiß-Gut-Böse-Diskussionen. Das will ich alles nicht. Wenn ich was zu sagen habe, wird das hier im Blog passieren. Und zwar nur hier.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie viele mir folgenden Menschen auf irgendeiner Plattform nun irgendeine der gebotenen Alternativen nutzen werden. Ich denke, speziell von meinen Facebook-Kontakten her wird sich da kaum etwas ändern. Und Bluesky? Da bin ich mir auch nicht sicher. Nun denn, dann haben all diese Menschen einfach mal Pech gehabt. Ich renne niemandem hinterher. Also nicht mehr. Ich werde nur noch hier posten, bis ich ein anderes Gefühl habe. Ende der Geschichte.

Einfach mal weitersagen

9 Gedanken zu „Social Media: Gehen’s bloß weg!“

  1. „Ich will einfach mit den Plattformen, die sich allesamt unter Social Media zusammenfassen lassen, im Moment nichts zu tun haben (müssen).“ – Vollkommen legitim, kann ich verstehen.

    „Es ist mir alles sowas von zu viel. Bin ich zu alt?“ – Das ist relativ. Ich glaube, Du und ich sind nicht per se zu alt, sondern einfach schon viel zu lange im Netz unterwegs. Da kommt es schon mal vor, dass man den ganzen Scheiß nicht mehr haben will.

    „Wisst ihr was? Das ist mir scheißegal.“ – Gut so, das sollte es auch. Ist es mir mittlerweile auch bei mir. Die asozialen Medien sind ausgelutscht und werden immer beschissener.

    „Auf mancher Plattform haut irgendein Algorithmus die gute Laune kaputt, woanders die endlosen Schwarz-Weiß-Gut-„Böse-Diskussionen.“ – Das geht mir auch sowas von auf den Sack. Immer den gleichen afd-Trollen Widerworte geben nervt und bringt ja auch nichts. Die Krönung war letztens jemand, der untereinem Artikel der Tagesschau auf Kritik an ihm nur geantwortet hat: „selber!“ Mal im Ernst, dieses Kindergartenniveau muss sich echt keiner geben. Da sterben mir die Gehirnzellen weg.

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    • Naja, es ist ja alles noch viel schlimmer. Oder denkst du, dass es von ganz links anders ist als von ganz rechts? Und nein, ich will nix von einer „Hufeisentheorie“ hören.

      Ja, kann sein, dass wir zu lang im Netz unterwegs sind, um sowas immer ertragen zu können oder zu wollen. Ich denke aber auch, dass da noch mehr ist. Das hat sich alles irgendwie nicht zum besseren entwickelt.

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      • Nee, das hat sich definitiv zum Schlechteren entwickelt. Die Diskussionskultur ist am Arsch, wenn Du mich fragst. Wir kennen das doch noch von „früher“: als ich in den 90-ern meine Anfänge im FIDO-Netz hatte, war die Welt noch halbwegs in Ordnung. Das war ein Nerd-Haufen, der sich geholfen hat, so gut es ging und der (zumindest in meiner Erinnerung) stets vernünftig miteinander umging.

        Zur Hufeisentheorie habe ich keine Meinung, die spielt bei mir keine Rolle. Ich teile die Welt eigentlich nur in zwei Arten von Menschen ein: in Menschen (in dem Sinne, dass sie sich wie zivilisierte Menschen verhalten, also menschlich) und in Arschlöcher. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.

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        • So ungefähr ist auch meine Einteilung. Frag mal im Internet – vor allem im „Fediverse – rum, wie man das findet, dass es mir lieber ist, wenn ein rechts denkender Mensch klare Argumente für seine Haltung, als ein links denkender Mensch, der einfach nur „Isso“ sagt. Es gibt überall Arschlöcher. Wenn du unter denen diejenigen findest, mit denen du über eine Sache diskutieren kannst, kommen alle ein Stück weiter. Das ist zumindest so meine Meinung.

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          • Ich habe in einem Interview zwischen Volker Bouffier und Bodo Ramelow (die übrigens gut befreundet sind) bei der Zeit folgendes Zitat gefunden, das ich sowas von feiere – es stammt von Bouffier:

            Es könnte sein, dass ihr recht habt. Was ich von euch erwarte, ist die gleiche Bereitschaft. Wenn wir uns wechselweise nur sagen, wie blöd wir uns finden, dann können wir uns die Zeit sparen.

            Wenn jeder so eine Einstellung hätte, dann gäbe es die meisten Probleme, die wir haben, nicht.

  2. Danke für deinen ehrlichen und offenen Beitrag!

    Ich kann total nachvollziehen, was du über Social Media schreibst. Es ist wirklich nicht mehr dasselbe wie früher. Die ständigen Algorithmen, die Negativität und die endlosen Diskussionen können einen wirklich erschöpfen. Dein Entschluss, die Plattformen hinter dir zu lassen und dich auf deinen Blog zu konzentrieren, ist für mich ein kraftvoller Schritt in eine Richtung, die viele von uns vielleicht schon länger brauchen: Zurück zu echten, nachhaltigen Inhalten und einer direkten Verbindung, ohne die ganzen externen Ablenkungen.

    Besonders, dass du das Thema „Follower“ ansprichst – wie oft läuft man diesem Gedanken hinterher, nur um dann festzustellen, dass der wahre Wert nicht in den Zahlen steckt, sondern in der Qualität und Relevanz der Verbindungen, die man wirklich aufbauen möchte. Ich hoffe, dass viele deiner Leser die alternative Möglichkeit, dir über den Blog und RSS zu folgen, nutzen. Es fühlt sich einfach viel persönlicher an, als immer nur den Plattformen zu dienen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt und bin gespannt, was 2026 für dich bereithält. Dein Blog bleibt definitiv meine Anlaufstelle! 🙌

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