VZ.net - Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt

VZ.net - Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt

VZ.net – Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt

Seid ihr auch alle schön im Fieber rund um VZ.net? Ja, ihr lest richtig: Die VZ-Netzwerke sind wieder da. Und nun wird ab Zwölfe zurück gegruschelt. Bitte was? Wir können nun wieder aus Herzenslust Freunde und Bekannte gruscheln. Bei Facebook auf der anderen Seite heißt das Anstupsen. Wie auch immer. VZ.net ist der Neustart dessen, was wir in Deutschland als soziale Netzwerke kennengelernt haben. Sie wollen also wieder angreifen. Hoffentlich nicht wie beim letzten Versuch. Aber wir wollen mal nicht den Teufel an die Wand malen.

VZ.net – Und alles wird gut?

Was haben wir in diesem so genannten Damals StudiVZ und meinVZ geliebt. Was sie an Möglichkeiten boten, war schon gut. Und was sie an Datenschutz boten, war großartig. Dennoch muss man ehrlicherweise zugeben, dass die Geschwister-Plattformen nichts gegen Facebook und Co. ausrichten konnten. Und sie waren eben irgendwo auf halbem Wege stehen geblieben. Viele Funktionen, die Facebook und andere mitbrachten, waren bei den VZ-Netzwerken einfach nicht vorhanden.

Tja, und dann waren sie irgendwann pleite, wurden – soweit ich weiß – von Hand zu Hand weiter gereicht. So richtig tot waren sie irgendwie nie. Aber sie spielten keine Rolle. Nun aber ist es so gekommen, dass sie wieder da sind. In neuer Form. StudiVZ, meinVZ und SchülerVZ werden zusammengelegt. Das Alles nennt sich nun kurz und knapp VZ.net. Ich mache keine Werbung dafür, da ich die neue Plattform eben erst erkunde. Aber wird nun alles gut? Schauen wir mal.

Gruppen, aber kein Dorfleben

Ich habe damals wie ein Bekloppter Dorfleben auf meinVZ gespielt. Oder warte mal, hieß das so? Ich glaube schon. Jedenfalls gab es derlei Spiele auf den Plattformen. Ach, du liebe Güte, konnte man dabei die Zeit totschlagen. Es gab wilde Gruppen dazu, in denen man sich beschimpfte und sich gegenseitig half und austauschte. Wenn ich aber jetzt bei VZ.net herum schaue, dann suche ich sowas – derzeit noch – vergebens. Dafür Gruppen.

Gruppen hier, da und dort. Das ist ja auch bei Facebook angesagter denn je. Wer sich mit gleichgesinnten Menschen austauschen will, macht das über Gruppen. Und das Alles unter höchsten Datenschutz-Aspekten. Mir scheint, als sei VZ.net eine Konkurrenz zu dem, was ich mal als MeWe beschrieben habe. Gibt’s das eigentlich noch? Ich hab mich dort ja abgemeldet. Jedenfalls habe ich immer bedauert, dass es nichts vergleichbares aus Europa gibt. Und diese Lücke will nun VZ.net ausfüllen.

Die Mitgliedersuche ist etwas beschwerlich. Sie funktioniert aber, keine Frage. Aber ich muss schon wissen, wie jemand heißt und wie sie oder er sich bei der Plattform registriert hat. Diese Nummer wie ***”’—Name—”’*** macht es nicht eben einfacher, dort jemanden zu finden. Daran wird man sich gewöhnen. Vermutlich ist es das Beste, sich am Anfang in Gruppen zu engagieren. Und vielleicht sieht man dann dort Nutzer, mit denen man woanders in Kontakt stand.

Der Registrierungsprozess

Am Anfang muss man sich freilich auf VZ.net registrieren. Wer noch seine alten Daten von meinVZ oder StudiVZ hat, kann diese sogar wieder nutzen und sein Profil migrieren. Man bekommt eine Bestätigungsmail, wenn man sich eingetragen hat. Bei mir hat diese Mail mehrere Stunden auf sich warten lassen und war dann im Spam zu finden. Und bei der Einrichtung des Profils wird man nach den Vorlieben gefragt und soll sich – Überraschung – in Gruppen eintragen.

Eigentlich ist man verhältnismäßig schnell durch. Ich hab das Ganze auf dem Handy durchgemacht. Leute, das ist schon beschwerlich. Eine App habe ich noch nicht gefunden, aber die wird kommen. Und so habe ich die mobile Version der Seite benutzt. Und ganz ehrlich, die ist nur so semi-schön. Was aber nicht ist, kann ja noch werden. Klar ist, dass die Nutzer weitere Schnitzer wie früher nicht verzeihen werden. Hier muss VZ.net auf jeden Fall Sorgfalt walten lassen.

Mein Profil jedenfalls ist recht spartanisch. Ich habe im Kopf ein Profilbild, meinen Namen und einen Vorstellungsspruch. Außerdem werden die Gruppen angezeigt, die ich mir ausgesucht habe. Das war’s. Im Gegensatz zu Facebook scheint aber mein Profil tatsächlich im Standard nicht von extern her erreichbar zu sein. Ich habe den Link zu meinem Profil mal ohne Anmeldung versucht und erhielt nur diese Anzeige:

So lädt VZ.net - Screenshot von der Seite
So lädt VZ.net – Screenshot von der Seite

Wie kam ich denn überhaupt wieder darauf?

Jetzt ist es ja so, dass ich vieles verfolge, wenn der Tag lang ist. Und so bin ich quasi im vollen Lauf über diesen Artikel gestolpert. Die VZ-Netzwerke waren also nie tot. Ja, das hatte ich auch schon mal mit Erschrecken mitbekommen. Aber dass sie vollkommen neu gestartet sind, habe ich erst gestern erlebt. Die neue Plattform will nun ein absoluter Gegenentwurf zu Facebook sein: Statt Algorithmen, manipulierten Feeds und dergleichen sollen es eben die Gruppen, Interessen und das Gruscheln richten.

Die Server stehen in Deutschland. Die Plattform setzt auf vollständige Transparenz. Aber ob das hilft? Momentan wirft man auf dieser Seite mit einer Einschätzung um sich, in der Zweifel mitschwingen. Und auch der Carsten Drees spart nicht mit Skepsis, ist VZ.net für ihn doch so etwas wie der “Laschet unter den Social Networks”. Und genau so etwas hatte es für mich interessant gemacht, da mal wieder ein bisschen mitzumachen. Wer weiß, vielleicht wird das Ganze ja tatsächlich etwas.

Aber dann bekomme ich förmlich panische Angst davor, dass auf einmal die “Lokalisten” wieder auferstehen. Und was gab es denn sonst noch, was in einen hundertjährigen Dornröschenschlaf gefallen war? Klar, MySpace, ICQ und sonstwas. Insofern könnte man tatsächlich denken: Wieso glauben die bei VZ.net, dass sich nochmal jemand diesen Scheiß antut? Und dann sehe ich, dass hier und da jemand auf dem Portal registriert ist, mit denen ich schon mal zu tun hatte. Es bleibt also spannend.

VZ.net - Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt
VZ.net – Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt

2 Kommentare zu „VZ.net – Ab Zwölfe wird zurück gegruschelt“

  1. Ein unförmig drehendes FontAwesome-Icon als Ladeindikator beim Besuch der Website (anstatt moderne JS- und CSS-basierende Ladeindikatoren), Angular 6, … die ganze Seite ist technisch jetzt schon alt, vermutlich setzt VZ.net sogar noch auf klassisches serverseitiges Rendering, anstatt auf ne moderne API, die sowohl von der Seite als auch von den mobilen Apps einfach angesprochen werden könnte.
    Das Ding wurde vermutlich von einem IT-Dienstleister als Auftragsarbeit kurz runtergecodet, hat aber mit zukunftsfähiger state-of-the-art Architektur nichts zu tun.
    Wie soll daraus ein soziales Netzwerk erwachsen, es macht nichts anders, als die anderen Totgeburten. Netter Versuch.

    1. Hallo Fred,

      “kurz runtergecodet” klingt schon ziemlich vernichtend. Ich habe mir mal dein Twitter-Profil angeschaut. Und da kann man sagen: Du kannst dir das ja erlauben, da du weißt, wovon da die Rede ist.

      Ich denke, VZ wird noch irgendwie künstlich am Leben gehalten, nachdem das mit der Wiederbelebung nur so halb gut funktioniert hatte. Vermutlich wird der Laden irgendwann sang- und klanglos wieder verschwinden.

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