WordPress.com: Nun Teil von Microsoft

Microsoft hat zugeschlagen. Der Software-Riese hat offensichtlich die Blogging-Plattform WordPress.com gekauft. Die hatte der Betreiber Automattic angeboten. Das scheint eine ziemlich obskure Geschichte zu sein, die da derzeit verbreitet wird. Aber der Kauf ging wohl über die Bühne. Damit hat sich Microsoft neben GitHub mit WordPress.com das nächste Open Source Geschäft einverleibt. Was bedeutet das jetzt?

Was ist eigentlich WordPress.com?

WordPress.com ist eine Plattform, auf der kostenlos Blogs gehostet werden. Das ist nicht zu verwechseln mit der Software WordPress. Die Plattform gibt es seit August 2005. Sie verfügt monatlich über 400 Millionen Leser mit über 23 Milliarden Seitenzugriffen. Es wird Werbung eingeblendet, mit der das Hosting bezahlt wird. Eine werbefreie Version kostet dann aber auch schon so viel wie ein eigenes Hosting.

Die Plattform WordPress.com – nicht WordPress an sich – stand immer wieder in der Kritik, es mit solchen Dingen wie Persönlichkeitsrechten nicht so eng zu nehmen. Auch hat sich die Plattform nicht gewehrt, als Terrororganisationen ihre Webseiten dort hosten ließen. Und was Datenschutz und dergleichen betrifft, so gibt es mit WordPress.com immer wieder Fragezeichen.

Ich habe meinen Blog nicht auf WordPress.com laufen. Ich wäre wohl auch nie auf diese Idee gekommen. Denn ich bin immernoch der Meinung, dass man nur beim selbst gehosteten Blog Herr im Hause ist. Allerdings gibt es viele, die mit WordPress.com bestens zurecht kommen. Und das trotz aller Kritik. Wenn die mit der Plattform zufrieden sind, ist das ja eigentlich auch in Ordnung, oder?

Sieben Dollar Fünfundneunzig

Ich dachte, ich sehe nicht recht: Microsoft hat nun die Plattform für sage und schreibe 7,95 US-Dollar gekauft. Dazu gehört neben der Blogging-Plattform an sich auch die gesamte WordPress Foundation. Mit ihr wird die Weiterentwicklung von WordPress unterstützt. Die WordPress Foudation soll aber nebenbei auch noch die Marken WordPress und WordCamp schützen.

Es gab kritische Stimmen zu dem bevorstehenden Deal. Aber neben den ganzen “Wir aktualisieren unsere Datenschutzrichtlinien”-Mails gingen diese Mitteilungen offenbar unter. Nun hat also Microsoft zugeschlagen und weniger als einen Monatsbeitrag für das Premium-Abonnement für WordPress.com dafür auf den Tisch gelegt. Der Deal kam über eBay zustande. Und es gab kein Gebot, was Microsoft überbieten musste.

WordPress.com ist deshalb so überaus günstig, weil die ganzen Benutzer-Inhalte wegen der DSGVO wertlos sind. Abzüglich der Gebühren fließen dann dem bisherigen Betreiber Automattic noch um die 3,60 US-Dollar zu. Microsoft freut es, weitet der Riese damit doch sein Portfolio an Open-Source-Projekten weiter aus. Inwiefern selbst gehostete Blogs mit WordPress etwas merken, weiß ich nicht. Aber es würde mich wundern, wenn nicht.

Update: Mal genau schauen

Asche auf mein Haupt. Blöd ist es, wenn man nicht genau hinschaut, was man als Information hernimmt. Im Artikel habe ich “The Gopher Files” verlinkt. Und jetzt, weil ich einen Kommentar beantworten wollte, habe ich nun noch einmal einen Blick auf diese Seite geworfen. Und mir ist eines klar geworden: Das muss Satire sein. Vielleicht wäre mir das aufgefallen, aber ich war zu sehr erschrocken von der Nachricht.

Also: Die Seite, die ich als meine Quelle hergenommen habe, scheint Satire zu verbreiten. Nicht mehr, wenn ich das so richtig sehe. Insofern dürfte an dem Deal nichts dran sein. Und somit stimmt die Aussage nicht, die ich im Artikel getroffen habe. Ich entferne ihn dennoch nicht. Denn eigentlich ist das Ganze kolossal witzig.

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