Ich weiß nicht so richtig, was derzeit so los ist. Irgendwie sind da derzeit einige Blogs abgetaucht – oder deren Betreiber. So scheint es. Da blutet mir immer ein wenig das Herz, obwohl ich die Beweggründe von manchem durchaus nachvollziehen kann. Das Problem, das ich mit dem ganzen Treiben derzeit habe, ist aber, dass dadurch leider auch ein wenig die Vielfalt verloren geht. Und wenn das nicht ist, dann sind es technische Probleme, um die man sich einfach nicht kümmert. Aber warum ist das denn so?
Sind Blogger wirklich abgetaucht?
Ich folge in meinem RSS Feed Reader derzeit ca. 110 Blogs. Da sind echt manche wirklichen Perlen dabei. Wer meinen Newsletter abonniert hat, weiß ja, was ich da manchmal darin erwähne. Das stammt häufig aus dem Reader. Jedenfalls waren es bis vor kurzem noch wesentlich mehr. Aber innerhalb von 2, 3 Wochen habe ich um die 20 Blogs entfernen müssen. Entweder sind die einfach weg oder leer, oder es werden Fehlermeldungen angezeigt.
Letzteres ist ja nicht so schlimm, so lang der letzte Artikel nicht schon Monate her ist, was sonst nicht zu dem Blog passt. Ich frage mich da immer häufiger, ob die Blogger, bei denen mir das auffällt, einfach so abgetaucht sind. Und so musste ich mal meinen Feed Reader aufräumen. Du stöberst in der Liste von Blogs und guckst nach den Blogs, die der Reader nicht mehr abrufen kann, und denkst dir: Ach, Mensch, das ist ja schade.
Na klar, die Lebenswirklichkeit von privaten oder persönlichen Bloggern ändert sich, es macht keinen Spaß mehr, man hat nichts mehr zu erzählen oder, oder, oder. Aber ich habe das blöde Gefühl, als ob das in letzter Zeit überhand nimmt. Als ob Blogger die Flinte ins Korn geschmissen haben und einfach mal abgetaucht sind. Neulich hatte ich ja von einem Blog erzählt, aber da hatte sich der Blogger wenigstens richtig verabschiedet.
Technische Hürden
Ich weiß ja, wie das ist: Man macht irgendwas im Hintergrund im Blog, und plötzlich funktioniert die ganze Seite nicht mehr. Ich habe ja selbst ab und zu in der Vergangenheit meinen Blog gegen die Wand gefahren. Das ist sicher jedem schon mal passiert. WordPress eignet sich ja auch hervorragend dafür. Aber spätestens nach ein paar Tagen war der Blog wieder da. Und sei es, weil ich ein Backup wiederhergestellt hatte.
Ich musste Blogs aus meinem Reader raushauen, die mindestens einmal pro Woche einen neuen Artikel hatten, aber seit 2, 3 Monaten nichts mehr von sich gaben und unter der URL nicht mehr erreichbar waren und / oder Fehlermeldungen angezeigt hatten: Zertifikatsfehler, Datenbankfehler, NGINX-Fehler, was auch immer. Und da denke ich mir: Wenn die das nach einem Vierteljahr immernoch nicht behoben haben, scheint den Bloggern ihr Blog einfach nicht mehr wichtig zu sein.
Vielleicht sehe ich das auch einfach zu kritisch, das kann ja sein. Aber ich denke mir, dass sie dann lieber abgetaucht sind und der jeweilige technische Fehler ihnen auch noch ganz gelegen kam. Mir geht es nicht um „Sieh zu, dass der Fehler weg ist“, sondern um „Der Fehler ist nach Monaten noch da, dann ist es dir halt egal“. Mir ist aber nicht so richtig klar, wieso das so ist. Schade ist es allemal. Aber ich renne nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt.
Kommt, wir gehen ins Netz
Ich habe seit längerem meinen „Lesezirkel“ oben im Menü. Soweit ich weiß, wird der so gut wie gar nicht genutzt. Seitdem ich meinen Blog im Mai 2025 umgezogen habe, wurde die Seite gerade mal 250 mal aufgerufen. Vielleicht sollte ich wieder auf eine Blogroll umsteigen. Da ist ja derzeit einiges im Gange. Ob es das Problem löst, kann ich nicht sagen. Aber der Frank von Rivva hat da was schönes dazu geschrieben:
Eine Blogroll ist ein öffentliches Follow.
Eine Blogroll-Sammlung ist ein soziales Netzwerk.
Und ein Blogroll-Netz ist ein Rabbit Hole.
Zurzeit erzählen diverse Blogger vom Blogroll-Block von Matthias Pfefferle. Mit dem soll eine bessere Vernetzung unter den Blogs stattfinden. Was mache ich aber mit Bloggern, die auf irgendeine Weise abgetaucht sind? Warum also stellen Blogger ihre teils großartigen Blogs ein oder beheben einfach über einen langen Zeitraum die Fehler nicht, die Blogs außer Funktion setzen? Das ist mir nach wie vor nicht klar. Update 08.09.2026: Ich habe nun eine neue Blogliste / Leseliste / Blogrolle. Nennt es, wie ihr wollt. Ihr findet die Seite hier.
Aber ins Netz gehen kann man ja dennoch. Ob ich das mit dem Block von Matthias machen muss oder nicht, weiß ich noch nicht. Ich gehe jetzt jedenfalls erstmal los und suche mir Blogs, denen ich über RSS folgen will. Und wer weiß, vielleicht schmeiße ich auch den Lesezirkel über den Haufen. Mal schauen, was so passiert. Wir müssen auf jeden Fall die Bloggerszene am Leben erhalten. Denn es ist immernoch schade um jede Geschichte, die nicht erzählt wird.






Hallo Henning,
das finde ich tatsächlich auch schade. Gerade weil Blogs für mich mehr sind als nur Webseiten, die regelmäßig neue Inhalte produzieren. Hinter jedem Blog steckt schließlich ein Mensch mit seinen eigenen Geschichten, Gedanken und Erfahrungen.
Dass Blogs irgendwann nicht mehr weitergeführt werden, kann ich natürlich nachvollziehen. Das Leben und die Interessen verändern sich oder irgendwann fehlt einfach die Zeit und die Lust zum Bloggen. Ich finde es deshalb auch überhaupt nicht schlimm, wenn jemand seinen Blog bewusst beendet oder eine längere Pause macht. Schön finde ich es allerdings, wenn man sich zumindest kurz verabschiedet und der Blog anschließend als Archiv erhalten bleibt.
Noch trauriger finde ich es, wenn ein Blog einfach verschwindet oder über Monate hinweg wegen technischer Probleme nicht erreichbar ist. Gerade bei älteren Blogs steckt ja teilweise eine Menge Geschichte drin. Wenn die Domain irgendwann aufgegeben wird, sind im schlimmsten Fall nicht nur die aktuellen Beiträge weg, sondern auch all die alten und damit die Erinnerungen.
Deinen Gedanken zur Blogroll bzw. zur Vernetzung finde ich deshalb ebenfalls spannend. Gerade solche Verbindungen sind es doch, die die Blogosphäre lebendig machen. Ich finde es schön, wenn man über einen Blog auf einen anderen stößt und sich daraus neue Kontakte und Gespräche ergeben.
Ich selbst nutze zwar keinen RSS-Reader, wie du weißt, aber genau deshalb finde ich es umso wichtiger, dass die Blogs, die ich gerne lese, weiterhin erreichbar sind. 😊
Dein letzter Satz trifft es für mich sehr gut: Es ist schade um jede Geschichte, die nicht erzählt wird.
Liebe Grüße
Lorenzo
Hallo Lorenzo,
dann stimmen wir ja in unserer Ansicht überein, denke ich. So ein Blog ist halt auch ein riesiges Archiv zu allem möglichen. Was ich schon an Blogs in meinem Leben gesehen habe, ist schon irre. Es ist beeindruckend, womit sich Leute so beschäftigen und worüber sie dann schreiben.
Der letzte Satz ist mir irgendwann vor vielen Jahren mal eingefallen, und den bringe ich immer mal, wenn er passt. So wie hier.
Hallo Henning,
ja, da sind wir uns definitiv einig. 😊 Gerade dieser Archivgedanke gefällt mir am Bloggen auch sehr. Wenn man über Jahre hinweg bloggt, entsteht irgendwann eine ganz persönliche Sammlung von Gedanken, Erlebnissen und Themen. Und manchmal ist es wirklich erstaunlich, was man in der Blogosphäre alles findet.
Ich finde es schön, dass man über Blogs immer wieder auf Themen stößt, mit denen man sich selbst vielleicht nie beschäftigt hätte. Genau das macht für mich einen Teil des Reizes der Blogosphäre aus.
Deinen letzten Satz darfst du ruhig weiterhin verwenden, wenn er passt – gerade hier passt er ja wirklich perfekt.
Liebe Grüße
Lorenzo
Was ich erst jetzt gesehen habe: Ich bin ja in deinem Lesezirkel gelandet. Ein dickes Dankeschön dafür!
Jetzt weiß ich auch, warum ich manchmal Besucher:innen über deinen Blog bekomme, abgesehen von den Verlinkungen in deinen Blogbeiträgen.
Hm, eine (Blogger-)Freundin hat ihr Blog gerade deaktiviert, weil es gehackt und Schadsoftware eingeschleust worden war. Es war ein WP-Blog und ich habe erst letztens was davon gelesen, dass die in sozusagen grossem Stil angegriffen wurden.
Das kann es also auch sein.
Sie hat im Moment die Schnauze voll davon, auch anderes zu tun, möchte das Bloggen aber nicht ganz aufgeben.
Möglicherweise geht es noch mehr WP-Bloggern so. WP ist ja weit verbreitet.
Ja, das ist schon richtig. Durch die gigantische Verbreitung und die ausufernde Erweiterbarkeit von WordPress ist es ein hervorragendes Angriffsziel. Es ist halt echt enttäuschend, wenn ein Blog einfach so dann weg oder kaputt ist. Ich drücke die Daumen, dass es bei deiner Freundin mal weitergeht.
J Ja, aber WordPress ist nicht für alles verantwortlich.
Mir ist in den letzten Wochen/Monaten auch aufgefallen, dass die RSS-Feeds vieler Blogs nicht mehr verfügbar sind. Ich hab mir einige Blogs angesehen. Manche waren wirklich komplett weg, bei anderen ging lediglich der RSS-Feed nicht. Das ist sehr schade und ich kann allen Blogger:innen nur raten, den eigenen RSS-Feed zu abonnieren, um so auf Probleme bei Umstellungen, neuen Plugins etc. schnell aufmerksam zu werden.
Auf jeden Fall ist es schade, wenn Blogs plötzlich tot sind.
Der Rat, den eigenen Feed zu abonnieren, ist echt Gold wert. Ich mache das bei mir ja auch. Das hatte ursprünglich auch mal was mit Fehlersuche zu tun gehabt, und ich bin dabei geblieben.
Das müsste ich dann auch mal ausprobieren.
Ja, das ist mir auch aufgefallen… allerdings massiv irgendwann vor ein, zwei Jahren, in letzter Zeit nicht mehr so häufig. Das ist richtig schade, denn manche Blogs lese ich einfach schon seit Jahren und auch wenn man sich vielleicht allenfalls ein einziges Mal bei einem Bloggertreffen (damals…) über den Weg gelaufen ist, so ist durch jahrelanges gegenseitiges Lesen und Kommentieren ja schon so etwas wie eine Freundschaft entstanden. Wenn so ein Blog dann plötzlich ohne irgendwelche Ankündigungen verwaist oder verschwindet, macht man sich schon Gedanken und teilweise auch Sorgen.
Meine Beobachtung ist, dass viele aus der Blogecke, in der ich früher viel unterwegs war, mittlerweile keine Zeit mehr haben fürs Bloggen. Früher gingen wir zur Schule oder haben studiert. Dann kamen irgendwann Vollzeitjobs, Familiengründung, pipapo… und ehrlicherweise Social Media. Viele sind auf Instagram aktiv, aber bloggen nicht mehr – was ich verdammt schade finde.
Dankeschön fürs Verlinken im Lesezirkel, eine schöne Idee!
Finde ich auch oft schade.
Hallo Henning,
ich habe das bei meinem Umzug zu WordPress vor 3 Jahren auch schon erlebt: Viele Blogs waren mit der Zeit verschwunden. Ich verstehe, wenn viele nicht weitermachen wollen oder können, und akzeptiere das auch. Für mich ist eine kuratierte Blogroll eines bloggenden Kollegen/ einer bloggenden Kollegin aber immer wertvoller als ein Vernetzungstool, und das, obwohl ich selbst Mitglied in einem Webring bin. Kuratierte Blogrolls, geben idealerweise einen Einblick darin, wie der bloggende Mensch wirklich tickt, und das finde ich spannender als die Variante der Vernetzung. Die hat da dann mehr von einem Follow für Follow. Und ja, bevor die Frage kommt: Du bist in meiner Blogroll drin. Und zwar aus gutem Grund. ;-) Deine Artikel regen mich immer wieder zum Nachdenken an. Und das ist etwas das ich sehr schätze. Wenn Du nicht mehr wärest, würde ich etwas vermissen.
Liebe Grüße
Daira
Blogs, die lange nichts gepostet haben, die ich aber immer gerne gelesen habe, die lasse ich immer drin. Denn so bekomme ich mit, wenn sie doch wieder da sind… da lösche ich eher aus anderen Gründen
Keine Ahnung, ob du mich gemeint hast. Bei mir ist es einfach so, dass ich aus privaten Gründen bis Mai 2027 eine längere Blogpause einlege. Bis dahin werde ich auf meinem Blogissimo-Blog nur sehr sporadisch bloggen. Bei meinem Laufblog „Der Mensch läuft“ dürfte sich die Frequenz auf einmal monatlich einpendeln.