Blog-Blockade: Das Ding mit dem Schreiben

Was zum Teufel ist denn jetzt wieder eine Blog-Blockade? Keine Sorge, ich habe mich nicht aus dem Blog ausgesperrt. Es geht um etwas anderes. Ich sag mal so: Die Schwelle, etwas hier in den Blog reinzuschreiben, liegt irgendwie höher als noch vor einiger Zeit. Ich weiß, ihr bekommt das nicht so mit. Aber es ist einfach so. Oft muss ich mir selbst gut zureden, einen Artikel zu schreiben. Nicht, weil ich irgendwas erreichen will. Sondern weil ich eigentlich was zu sagen hätte. Aber das ist schwieriger als sonst.

Ist das denn nicht eine Schreibblockade?

Eigentlich ist doch der Begriff der Blog-Blockade gar nicht richtig, höre ich euch sagen. Ihr schreit mir entrüstet entgegen, dass das doch eine Schreibblockade sei. Aber eine Schreibblockade ist doch etwas ganz anderes. Ja, ihr rümpft jetzt schon die Nase, aber belest euch mal zur Schreibblockade in der Wikipedia. Ich frage mich derzeit ein bisschen, ob sich der ganze Aufwand noch lohnt. Und zwar aus ganz simplen Gründen.

Mich lassen viele Dinge, die derzeit auf der Welt passieren, sprachlos zurück. Das ist so ein wenig das „Da weißt du gar nicht, was du dazu sagen sollst“. Es passiert einfach viel zu viel, das ich dann gar nicht alles einordnen kann. Woher will ich denn wissen, was alles womit zusammenhängt? Und deshalb lasse ich da lieber meine Finger davon weg. Und wenn du alles mögliche umschiffen willst, landest du irgendwo im Nirgendwo und hast gar nichts.

Dazu kommen auch noch die Leute, die schnell dabei sind, mir irgendwas anzudichten. Wie war das doch gleich? Ich bin ein alter, weißer Erklärbär, der im Kreis wichst. Ich fasse das hier kurz, denn eigentlich habe ich mich in letzter Zeit viel zu oft damit beschäftigt. Es gibt ein paar Artikel dazu hier im Blog. Jedenfalls hat mich sowas mehr getroffen, als ich gedacht habe. Ich bewege mich seitdem unfassbar vorsichtig in diesem Porzellanladen. Habt ihr das mal gemacht? Das bremst gewaltig.

Jedenfalls wurde mir viel von der Freude am Bloggen genommen. Und so fange ich nur noch mit Unlust derzeit neue Blogartikel an. Und das, obwohl ich 17 Jahre lang hier rein blogge. Eigentlich sollte ich doch damit umgehen können. Kann ich auch normalerweise. Denn, hey, Kritik muss man schon mal aushalten können, so lang es eben kein unsinniges In-der-Schnauze-rumtragen ist. Und die Welt ist halt auch schon lang ziemlich irre, damit konnte ich immer was anfangen. Also was tun?

Wie gehe ich denn diese Blog-Blockade an?

Ja, die Wirren, die einfach nur draufhauen wollen und lieber anonym bleiben, lachen sich bestimmt schon wieder über den Begriff der Blog-Blockade schlapp. Macht doch, aber lasst mich in Ruhe damit. Ich will das Thema für mich abschließen. Wenn jemand irgendwas gehaltvolles dazu beitragen kann, dann gern. Polemik, der nächste Erklärbär-Kreiswichsen-Rant, die nächste Besserwisserei sind nicht gehaltvoll, sie öden nur an.

Ich wollte das Thema mit dieser Blog-Blockade – nennt es doch um Himmels Willen, wie ihr wollt, wenn euch der Begriff nicht passt – eigentlich mit mir selbst ausmachen. Und dann fiel mir ein Artikel vom Horst auf. Denn irgendwie ist es tatsächlich so, dass weniger gebloggt wird. Es werden auch mal wieder Blogs beendet. Viele eifrige Blogger sind irgendwie von der Welt überfordert. Dauerkrise, Social Media Gelärme, Polarisierung und all das. Lest es halt beim Horst selbst.

Jedenfalls sind da etliche Blogs immer stiller geworden. Das bemerke ich auch an der Befüllung meines Feed Readers. Es kann schon sein, dass viele bloggende Menschen irgendwie erschöpft sind. Dann kommen noch vor sich hin bellende Knallchargen aus dem Dickicht, und plötzlich ist die Blog-Blockade perfekt. Wie gesagt, diese ganzen dämlichen Einlassungen über mich haben mehr mit mir gemacht, als ich erst gedacht habe.

Nun ja, der Horst ist ja so: Egal, was im Internet passiert, er schreibt einfach weiter. Er muss es vom Hals kriegen. Und wer weiß, vielleicht ist das der einzige Weg, diese Blog-Blockade zu überwinden. Und nochmal: Ich sehe es nicht als Schreibblockade. Egal, wie man zur Wikipedia steht, aber das, was da steht, passt irgendwie nicht so richtig. Deshalb bleibe ich bei dem Begriff, ob es euch nun passt oder nicht. Und ich mache einfach mal weiter, ob es Wirrköpfen passt oder nicht.

Einfach mal weitersagen

8 Kommentare zu „Blog-Blockade: Das Ding mit dem Schreiben“

  1. Hallo Henning,
    ich kenne selbst sehr gut die Blog- als auch Schreibblockaden. Ich zensiere mich oft genug selbst auf meinem Blog, weil es thematisch einfach nicht reinpasst, oder es schlimmer noch. In großen Krisen (und ja davon gab es in letzter Zeit leider einige) bin ich nicht in der Lage, irgendwas Sinnvolles in die Tastatur zu hauen. Zumindest ist das mein Eindruck. Was die Meinung Dritter zu meinen Texten, egal welcher Art, betrifft, habe ich mir allerdings die Haltung der deutschen Eiche angewöhnt. Oder frei nach Bruce Lee: Es wird nur der angegriffen, der den Ball hat. Also je mehr getroffene Hunde mich anbellen, umso mehr weiß ich, dass ich mit meinen Texten Recht habe.
    Lass Dich nicht unterkriegen. Schreib, was Dir wichtig ist, und veröffentliche es. Denn dafür lieben Dich deine Fans. Und ja ich bin eines deiner Fangirls. ;-)
    Liebe Grüße
    Daira

    Antworten
  2. Einfach weiter machen. Immer. Du hast zwar kein Recht darauf, gelesen oder für gut befunden zu werden. Aber das Schreiben kann dir keiner nehmen. Einfach weniger reaktiv sein. Das beruhigt.

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  3. @henning-uhle.eu Bei mir ist es aktuell auch recht ruhig. Das liegt aber an verschiedenen Dingen: Viel Arbeit, viel Radfahren, viel Urlaubsreif. ;-)

    • @jansenspott
      Mal wieder die Unwägbarkeiten des realen Leben…😅😉
      @henning-uhle.eu

  4. @henning-uhle.eu
    Kenne ich nur zu gut so eine Blockade. 😩😒

    Daher habe ich vor einer Weile die Begrenzung der Zeichen erhöht auf meiner Instanz, um pro Post etwas mehr Worte unterzubringen und zumindest mal was kurzes zu veröffentlichen. 😃

    Schon länger ist relativ tote Hose auf meinem Blog, daher taugt mir Mastodon momentan als kleiner Ersatz. 😁

    #UhleBlog #Alltagstipp #blog #Bloggen #Community #Internet #Webseite #Wordpress #Mastodon

  5. Guter Artikel, der den Gründen nachspürt, warum einige weniger bloggen, auch am eigenen Beispiel! Lass dich bloß nicht vom Bloggen abbringen, das hat halt seine Aufs und Abs – niemand muss eine Frequenz einhalten, eigentlich toll, oder?

    Ich hab ja gerade meine Blog-Blockade überwunden“ (siehe Namenslink), die jedoch sehr spezifisch bedingt war. Kenne aber auch gut den Verzicht auf eigene Kommentare zum aktuellen Weltgeschehen – nicht weil das alles so absolut undurchschaubar wäre (es klappt ja durchaus, sich soweit zu informieren, um zu diesem oder jenem eine Meinung zu haben), sondern weil über dieses Aktuelle ja immer schon so viel geschrieben, gepostet und zu Nachrichten, Analysen und Filmbereicht verarbeitet wird. Man hat dann das Gefühl, dies alles erst irgendwie „mitberichten“ zu müssen, damit die Mitlesenden wissen, auf welchen Kontext man sich bezieht (bzw. wo man selbst glaubt, die Realität verorten zu können!), bevor man sich eine Meinung zu kommunizieren traut.

    Ich vermute, dass es genau DAS ist, was viele in die Blogblockade treibt! Und ja, es ist wichtig, genau darüber zu sprechen, diese und andere Ursachen aufzuzeigen und Wege zu finden, damit umzugehen.

    Nebenbei: Enfach nur drauflos zu ranten, empfinde ich nicht als konstuktiven Beitrag, sondern auch nur als eine Methode, der eigenen Blogblockade abzuhelfen mit etwas, das nun mal garantiert Leser/innen zieht: andere in die Tonne hauen, möglichst amusant. Wenn das „was mit dir macht“, dann musst du wohl noch hilfreiche Ignoranz üben! :-)

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  6. Ich kann mir vorstellen, dass solche negativen Kommentare nicht schön sind und einem zum Nachdenken animieren. Ich selbst habe zum Glück, teuteuteu, noch keine wirklich bösen Nachrichten bekommen. Allerdings würde ich tatsächlich auch nicht so wirklich über das aktuelle politische System diskutieren, da ich mich tatsächlich damit zu wenig auskenne. Klar lese ich auch Nachrichten oder höre sie hin und wieder mal, aber ich beschäftige mich nicht tiefgründig damit, deswegen halte ich in dem Punkt auch eher meine Klappe. Auch wenn mich da so einige Aussagen anstinken. Deine eigene Meinung darfst du dir aber nicht verbieten lassen. Allen dummen Kommentaren zum Trotz, denn es ist und bleibt am Ende immer noch dein Blog! Und wer keine wirklichen Argumente bringen kann, sollte sowieso kein Gehör bekommen. Das habe ich schon im Deutschunterricht gelernt. Also Kopf hoch, Krönchen richten und weiter machen!!!

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