Blogger machen echt alles nach. Jetzt ist auch die Cancel Culture in Kleinbloggershofen angekommen. Und ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Wie schön war das eigentlich noch, als jeder seinen Senf einfach so ins Internet gekübelt hat. Jetzt muss alles irgendwelchen Richtlinien entsprechen. Und es gibt – tada! – Manifeste. Echt jetzt? Sind wir wirklich im Zeitalter des real existierenden Bloggozismus angekommen und müssen Parteitage abhalten? Ich halte nichts von sowas, will aber auch mal lossenften.
Lasst sie doch einfach machen
Ja, es geht in Kleinbloggershofen mal wieder um WIR gegen DIE. Diesmal aber nicht etwa um den ewigen Kampf „elitäre Presse“ gegen „den Blogwart“. Die älteren werden sich erinnern. Es geht auch nicht darum, dass jemand seinen Blog monetarisiert, gegen jemanden ohne dem. Nein, es geht um KI. Jaja, ich habe mich auch erst daran beteiligt. Aber ich schrieb ja auch mal, dass ich meinen Frieden damit gemacht habe. Aber diese von KI zusammengewürfelten Texte sind das Problem.
Wir führen ja jetzt eine ganz tolle Cancel Culture beim Bloggen ein. Weil jemand mal eine KI benutzt. Leute, das mache ich auch, darüber schrieb ich auch schon mehrfach hier im Blog. Ich denke, ihr könnt die Suche benutzen. Mir geht es nicht um die Textfarm, sondern um so etwas, was der Oliver meint. Ja, ihr müsst den Artikel schon lesen, damit ihr wisst, worauf ich eigentlich hinaus will. Nur, dass es mir halt nicht um die KI-Bagger geht. KI als Sparringspartner, wie beim Boxen. Warum denn nicht? Lasst sie doch machen.
Brauchen wir jetzt überall eine Cancel Culture?
Der Blog, über den sich alle nun aufregen, ist irgendein kleines Projekt, bei dem irgendwer mittels KI irgendwelche Themen beackert. So ein Beispiel hatte ich ja auch gefunden, als ich über die Robotertexte geschrieben habe. Habe ich da einen auf Cancel Culture gemacht? Korrigiert mich, aber ich glaube nicht. Klar, ich finde es beschissen, solche unpersönlichen Textwüsten zu lesen. Aber mal ehrlich, nach dem, was ich über solche Blogs weiß, dann haben die keinerlei Relevanz.
Nein, ich finde es nicht gut. Ich will immernoch herauslesen, wie sich die Person beim Schreiben gefühlt hat. Aber ich sehe es eher so, dass ich solche Blogs, wenn sie mir unterkommen sollten, schnellstens wieder verlasse. Und die nenne ich dann halt nirgends. Ist das Cancel Culture? Nein, denke ich nicht. Und jetzt entbrannte in Kleinbloggershofen auf dem Marktplatz eine heftige Debatte darüber, was KI in Blogs soll. Es ging wohl um diesen einen automatisierten Blog. Und Thomas schrieb dazu:
Ich sag nicht, dass du „verzichten“ sollst. Lass die KI dein Lektor sein. Aber ein Lektor ist ein Ratgeber. Dazu gehört, dass du den auch ignorieren kannst. Sind Rechtschreib- und Grammatikfehler wirklich dermaßen schlimm? Für mich beginnt der Eingriff tatsächlich schon beim Satzbau, denn schon der zeigt Persönlichkeit. Lasst uns die Unperfektion viel mehr wieder rauskehren und genießen. Niemand braucht KI-Texte in persönlichen Blogs.
Also wie ich: Nehmt in Gottes Namen die KI als Stichwortgeber, als Lektor, als Sparringspartner. Was liefere ich mir an Debatten mit Copilot! Aber die Texte sind deshalb immernoch von mir. Meinen Blog – oder besser: einen neuen Blog – komplett von einer KI vollschreiben zu lassen, käme für mich halt nicht infrage. Aber ich muss da nichts kaputt dreschen, ich besuche die Blogs halt nicht mehr, von denen ich das weiß. Das schadet denen mehr. Denn schlechte Publicity ist sonst auch Publicity.
Jetzt reißt euch mal zusammen
Wir leben in einer Welt, die immer komplexer und gestörter wird. Nicht mal in der Musik ist man davor gefeit. Und beim Bloggen? Oftmals ist es bei mir so, dass ich mich zwar zu einem Thema äußern will. Dann lasse ich es, weil ich a) weder Zeit noch die Auffassungsgabe habe, mich in diese höllisch komplexen Vorgänge einzuarbeiten, um sie beurteilen zu können, und weil ich b) diesen ganzen Kram mit der Cancel Culture nicht provoziren will.
Habt ihr euch alle selbst mal gefragt, wie das mit den langen Blogartikeln ist? Bis jetzt stehen hier knapp 700 Worte. Der Editor hier erzählt mir, dafür müsstet ihr 4 Minuten lesen. Habt ihr jedes Mal die Zeit dafür? Vielleicht ist es ja doch ein Thema, was euch interessiert. Ich habe mal zu etwas recherchiert und kam nach etwa 3 Stunden Suche wieder genau da raus, wo ich schon mal war. Da eine gewisse Vorfilterung mit einer KI vorzunehmen, halte ich jetzt nicht für so schlimm.
Vielleicht mache ich das in Zukunft mehr, wer weiß? Die Claudia hat jedenfalls einen guten Weg im Umgang mit KI gefunden. Das heißt nicht, dass eine KI ihre Texte schreibt, das macht sie schon selbst. Und so halte ich das ja auch. Wer das verteufelt, hat es echt nicht verstanden. Wie diese Leute, die behaupteten, der Tonfilm würde Kinobesucher in den Wahnsinn treiben. Oder die Liebhaber klassischer Musik, die behaupten, Musik mit Computer und Synthesizer sei keine Musik.
Reißt euch mal zusammen. Matthias Horx hatte 2001 behauptet, dass das Internet kein Massenmedium werden wird. Das ist vergleichbar mit der These, dass KI im Blog nichts zu suchen hat. Ich kann es verstehen, dass man keinen reinen KI-generierten Blog lesen will. Aber alles, was mit KI im Blog zu tun hat, abzulehnen, wirkt schon so wie unsere Vorfahren, die lieber im Winter erfroren sind, weil sie das Feuer abgelehnt haben.
Was machen wir jetzt damit?
Ich denke, dass der Begriff der Cancel Culture in Kleinbloggershofen schon lang Einzug gehalten hat und jetzt durch die ganze KI-Debatte nochmal neue Nahrung erhalten hat. Es sind die typischen Beißreflexe, die wir überall in der Gesellschaft erleben und die mich zutiefst beunruhigen und mit Abscheu erfüllen:
- Wer Zuwanderer nicht gleich ablehnt, ist ein linksgrün versiffter Gutmensch
- Wer eine gewisse Gefahr in der unkontrollierten Zuwanderung sieht, ist ein Nazi
- Ach, und wer nicht mit dem Lastenrad seinen Wochenendeinkauf durch die Gegen kurvt, ist eine Umweltsau
- Wer statt Linux lieber Windows benutzt, ist ein Trump-höriger Gates-Fan
- Musik macht man mit einer richtigen Band und nicht mit einem popeligen Notebook
- Bloggen ist nur Bloggen, wenn man sich alles selbst ausdenkt
- Jeder, der etwas gegen reine KI-generierten Blogs hat, betreibt Cancel Culture
Wir waren doch mal so weit in Kleinbloggershofen, als wir alle ums virtuelle Lagerfeuer saßen und von der großen, weiten Welt des föderierten Netzes geträumt haben. Und jetzt kommen wir bei jeder Gelegenheit um die Kurve und hauen uns gegenseitig aufs Maul? Ja, ich übertreibe bewusst. Ich denke, wir sollten uns alle etwas runterfahren. Ich habe echt keine Lust mehr auf diese Grabenkämpfe. Ja, ich mag die Blogs nicht, die nur Inhalte von KI breittreten. Aber die zählen doch nicht, wenn wir sie ignorieren.
Wir haben das Alles schon besser gemacht. Dahin müssen wir wieder zurück. Ich werde mich einfach nicht an dieser ganzen Hysterie beteiligen. Ich glaube, das ist der beste Plan. Cancel Culture bedeutet, dass man Personen oder Organisationen sozial ausschließt, die einem nicht passen. Und ganz ehrlich: Das ist mir zu fett. Macht, was ihr wollt, aber macht es ohne mich. So, knappe 1200 Worte, die ihr in 6 Minuten lesen sollt. Habt ihr das geschafft?






„So, knappe 1200 Worte, die ihr in 6 Minuten lesen sollt. Habt ihr das geschafft?“
Ja, und abschliessend zustimmend genickt.
Danke und Gruss
Oliver
Puh, da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Danke für’s Lesen.
4 (5) Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock Kaum möchte ich einmal meinen Senf nur für mich behalten und damit eine ganze Menge Leute glücklich machen,…
Nenn mir EINE Vorhersage, bei der der selbsternannte Zukunftsforscher Matthias Horx recht hatte. Ich verfolge seine Aussagen seit Ende der 80er Jahre, als er noch bei der Zeitschrift Tempo schrieb. Bei uns ist „Horx hat es prophezeit!“ ein Running Gag geworden :-)
Ja, nun, das ist so eine Sache mit dem Rechthaben. Und so ist das auch beim Bloggen.
Ich sehe weder eine „heftige Debatte“ noch eine „Cancel Culture“. Nur mehr oder weniger Meinung zum Thema. Und das finde ich gut.
Wieder eine Woche rum, Zeit für einen Rückblick. KW 48/2025 Begonnen, das neue Awareness-Training auf der Arbeit in Betrieb zu nehmen An einem Mittag, leckeres Buffet im Büro. Danke an den Kollegen und eine tolle Zeit in der Rente. Frau Melli hat die Weihnachtsdekoration in der Wohnung verteilt. Dieses nasskalte Wetter – es nervt hart. Zwei neue Verdampfer bekommen, in die meine geliebten GTX-Coils hereinpassen, die ich aber trotzdem auf normale Akkuträger schrauben kann. Feine Sache. Apropos Dampfen: Das erste Liquid mit 0 mg Nikotin angemixt. Einiges hier am Blog verändert. Logo, Design, Kurzmeldungen usw. Eigentlich wollten wir Samstag zur Mülheimer Schiffsweihnacht – ein kleiner Weihnachtsmarkt am Wasserbahnhof. Aber da war es, sagen wir mal, voll. Also auf nach Duisburg, der Weihnachtsmarkt ist über die Fußgängerzone, da verlaufen sich die Massen. Einfach eine Bratwurst oder was anderes, Leckeres essen. Tja, kaum angekommen in Duisburg, fing es an zu regnen. Also ab zur Lieblings-Pommes-Bude, dann nach Hause und zocken. Die KI-Diskussionen in Bloggershausen (oder in Kleinbloggershofen, wie Henning es nun genannt hat) reißen nicht ab. Die Popcorn-Industrie sagt Dankeschön. Der Umsatz ist gesichert. Trotzdem finde ich es beruhigend, diesen Diskussionen zu folgen oder auch mal daran teilzunehmen. Denn es zeigt, uns geht es noch sehr gut, wenn wir Energie dafür aufbringen können, uns über die KI-Nutzung von anderen Gedanken zu machen. Gespielt wurde auch. Zu zweit haben wir unser kleines Duell mit Arten Garten beendet. Am Spieletag mit unseren Freunden kam Dune Imperium auf den Tisch und es war ein Fest. Wieder ein Spiel, welches zu viert erst so richtig zur Hochform aufläuft. Bewegung und Sport Radfahren diese Woche: 0x Ergometer at Home: 2 x 30 Minuten Fitness-Studio: 0x Laufen: 0 Kilometer Abendspaziergang Gelesen Drachenbanner von Rebecca Gable Lesenswertes aus dem RSS-Reader: Radwege-Check: Subjektives Sicherheitsempfinden unterschiedlicher Radverkehrsanlagen KI und Fotografie: Welche Zukunft hat die Naturfotografie im Zeitalter künstlicher Intelligenz? Bilder der Woche
ich bin wohl echt in der falschen bubble unterwegs – wo wird jeman gecancelt wegen einem blog? wegen KI?
ich will auch mitreden können – ich höre nur wie gut KI ist und das man Ki verwenden muss für perfekte KI und dann verdienst du innert stunden milliarden von trilliarden von dollar pro sekunde….
Danke für die Verlinkung!
„irgendein kleines Projekt, bei dem irgendwer mittels KI irgendwelche Themen beackert.“
Es ist weit mehr als das: ein Experiment, wie weit man ein Blog „automatisieren“ kann: Der „Autor“ ist ein KI-Avatar, was mittlerweile auch auf der Startseite sofort zur Kenntnis gebracht wird. Aber schon zuvor gab es die „Hinter den Kulissen“-Seite und sogar ein Making-of-Blog: Michael berichtet da im Detail, wie er mittlerweile bis zu 50 agentische Aktionen mittels n8n zusammen bastelt, damit das Blog (nerdiges Thema) sich selbst fortschreibt – inkl. „Gedächtnis“, was bisher geschah.
Ein sehr interessantes Projekt, wie ich finde – und ein anspruchsvolles Hobby! Dennoch finde ich es verständlich, dass es in einem Webring für persönliche Blogs fehl am Platz ist. Ich wette mal, Thomas Grigold hat das mittlerweile auch in die Teilnahmebedingungen geschrieben.
Ja, eben. Es hat nun leider nichts mit „persönlich“ zu tun. Und wenn du ehrlich bist, dann musst du auch zugeben, dass es sich anders anfühlt, so einen Blog zu lesen.