Jetzt ist der Bach oben im Artikelbild schon eine Metapher fürs Bloggen. Aber eine ganz wunderbare, und ich unterstütze das ausdrücklichst. Die Metapher hat der Thomas geprägt. Irgendwie liebe ich alles daran. Im Übrigen entstand das Foto oben im Oktober 2016, als ich mit meiner Frau in Oberwiesenthal war. Irgendwo zwischen Neue Pförtelgasse und Vierenstraße im Nirgendwo bei Neudorf im Sehmatal habe ich das Foto damals gemacht. Und es war unangenehm kalt. Das hat nichts mit dem Artikel zu tun, aber ich wollte es wenigstens gesagt haben.
Was hat denn der Bach so als Eigenschaft?
Wenn ich schon schreibe, dass der Bach als wunderbare Metapher durchgeht, muss ich euch schon mal aufschreiben, wie ich das denn meine. Eigentlich könnte ich euch nochmal den Artikel von Thomas oben ans Herz legen. Aber ich versuche es mal selbst. Guckt euch mal um: Der Bach plätschert unschuldig dahin und lässt andere in Ruhe. Mehr noch: Er versorgt die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. Aber tut das nicht auch ein Fluss?
Die Menschen im Sehmatal haben mit Sicherheit keine Angst vor diesem kleinen Rinnsal oben im Foto. Auch das namensgebende Flüsschen Sehma ist jetzt nichts totbringendes. Gut, bei der Schneeschmelze weiß ich es nicht. Aber ich behaupte es mal. Die Sehma fließt aber über die Zschopau und die Mulde in die Elbe. Ihr erinnert euch sicherlich über all die Schreckensmeldungen, die über einen der größten Ströme des Landes bekannt sind. Oder?
Und was hat das jetzt alles mit dem Bloggen zu tun?
Was hat denn nun der Bach mit dem Bloggen zu tun, höre ich euch fragen. Ich sag mal so: Es gibt unfassbar viele Blogs „da draußen in der Wildnis“. Die plätschern alle vor sich hin wie der Bach, den ich hier die ganze Zeit ins Feld führe. Und dann haben wir die so genannten sozialen Netzwerke. Die walzen wie die Elbe bei Hochwasser alles kurz und klein. Die sozialen Netzwerke sind nicht sozial. Bestenfalls waren sie es mal, aber das ist lange her.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und wieder einen Blick zu Facebook geworfen. Leute, das kannst du echt keinem mehr anbieten. Ihr dürft nicht denken, dass ich irgendwas von Kontakten mitbekomme. Als ob die nicht mehr da sind. Stattdessen die gottverdammte Wer-ist-denn-das-igkeit, die Geht-mir-am-Arsch-vorbei-igkeit. Irgendwelche Accounts, die ich nicht kenne. Gruppen und Seiten zu Themen, die mich noch nie interessiert haben. KI-Dreck etc.
All das rauscht in einer riesigen Wasserwalze durchs Internet. Das ist das, was ich so abscheulich finde. Blogs funktionieren da anders. Das war immer schon so. Und weil sie halt vor sich hin plätschern und nicht alles platt walzen wie ein wild gewordener Fluss mit außer Rand und Band geratenen Fluten, passt der Bach halt so gut da rein. Ich glaube, das macht für alle möglichen Lesenden auch den Reiz von Blogs aus. Deshalb machen wir das Alles ja nach wie vor.
Hegt die Biotope

Ja, ich kann wieder auf den Thomas verweisen. Er hat nun einmal Recht mit seinem heimeligen Text. Wir sollten alle diese kleinen Biotope hegen und pflegen. Jeder Blog – und damit jeder Bach – hat seine Daseinsberechtigung. Wie bei Bächen versorgen Blogs die unschuldige Umwelt. Oder wie hier auf dem zweiten Foto: Sie dienen der Verortung, Begrenzung und all dem. Der Pöhlbach im zweiten Bild trennt Oberwiesenthal in Deutschland von Böhmisch Wiesenthal oder Loučná in Tschechien.
Der Bach wird auch in der Zukunft noch fließen. Denn er braucht wenig, um zu existieren. Witzigerweise versorgen die Bäche dann auch die Flüsse, die dann wieder zu reißenden Fluten werden. Aber das werden sie halt hauptsächlich deshalb, weil man sie begradigt hat. In Sachen Social Media bedeutet das: Ohne KI und Algorithmen wären die Plattformen vielleicht nicht so nutzlos und kaputt geworden.
So ziehen wir uns halt an unsere Bäche zurück. Der Thomas umschreibt das damit, dass an ihnen nun wieder gezeltet wird. Hier haben wir dann einen ganzen Froschteich. Auch eine schöne Umschreibung. Jedenfalls ist das Alles besser, als dass wir in den reißenden Fluten der kaputten sozialen Netzwerke umkommen. Oder wie seht ihr das?




Die „Sozialen Netzwerke“ sind schon deswegen nicht sozial, weil „Social Network“ nicht „Soziales Netzwerk“ heißt, sondern „Gesellschaftliches Netzwerk“. Das angelsächsische „social“ entspricht nicht dem deutschen „sozial“. Obwohl höchstwahrscheinlich der ursprüngliche Stamm aus dem Römischen (Griechischen?) derselbe ist. Müsste man mal nachschauen…
Ah, OK. Wieder was gelernt. Danke dir.
In Kleinbloggersdorf wird mal wieder übers Bloggen gebloggt. Und wisst Ihr was? Ich finde das toll. Die Werbetrommel für einen eigenen, persönlichen Blog sollte immer weitergedreht werden. Praktisch finde ich es auch, dass ich jetzt gar nichts selbst schreiben muss. Ich schicke Euch einfach rüber zu den tollen Beiträgen der anderen tollen Bloggenden: Ob jemand über Politik schreibt, über Musik, über das eigene Leben, über Technik, Katzen oder die Eisenbahnplatte im Keller, ist letztlich egal. Wichtig ist nur, dass es echt ist. Jan Montag – Weblogs und private Websites sind kleine Kunstwerke! Außerhalb dieser Raubritterburgen jedoch entspringt hier und da eine neue Quelle – entstehen neue kleine Bachläufe an deren Ufern kleine Newsletter, Blogs und Communities zu zelten beginnen. Thomas Gigold – Hegt die Bäche, entflieht den reißerischen Strömen Den Gedanken greift Henning so schön auf. Blogs funktionieren da anders. Das war immer schon so. Und weil sie halt vor sich hin plätschern und nicht alles platt walzen wie ein wild gewordener Fluss mit außer Rand und Band geratenen Fluten, passt der Bach halt so gut da rein. Henning Uhle – Der Bach als Metapher für den Blog Danke für die schönen Beiträge.
Bach, Rinnsal, Fluss… Tjunge, du kommst auf kreative Ideen! Und darum ist es immer wieder interessant, bei dir reinzuschauen. Keep on writing!
Liebe Grüße 🖖