Der beste Blog-Artikel - Eine kleine Reise - Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

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Der beste Blog-Artikel – Eine kleine Reise

Wisst ihr, wie der beste Blog-Artikel aller Zeiten entsteht? Nein? Kurz gesagt: Indem ihr ihn schreibt. Klingt doof, ist aber so. Ich werde euch mal zeigen, wie das bei mir ablief. Denn ohne dass ich es hätte ahnen können, habe ich diesen Artikel mal fabriziert. Das war Anfang 2019. Na klar, es kann sein, dass der in Zukunft übertroffen wird. Aber derzeit sieht es nicht danach aus. Wir müssen uns ebenfalls darüber unterhalten, was denn der beste Blog-Artikel überhaupt ist und was ihn auszeichnet. Viel zu tun, schauen wir also mal hin.

Nackte Zahlen lügen nicht

Knapp 40.000 Aufrufe! Was für eine Zahl! Der beste Blog-Artikel hier hat seit Anfang 2019 knapp 40.000 Aufrufe kassiert. Platz 2 ist meine Startseite mit knapp 28.000 Aufrufen. Und Platz 3 hat dann mit etwa 16.000 Aufrufen schon vergleichsweise wenig. Bei etwas mehr als 300.000 Aufrufen insgesamt auf der Seite im Zeitraum seit Anfang 2019 sind das aber allesamt ziemlich gute Zahlen, oder?

Worum geht es in dem Artikel mit den gigantischen Zahlen? Es geht um einen Schrittzähler. Genauer gesagt, um die Huawei Health App. Die hatte bei mir mal nicht funktioniert, weil ich das Laden des Handys vergessen hatte. Ich konnte das ganz einfach lösen. Darüber hatte ich dann einen Artikel geschrieben. Und der wurde der beste Blog-Artikel hier.

Ohne die ca. 65 oder 70 Aufrufe pro Tag durchschnittlich auf diesen Artikel sähen die Zugriffszahlen ernüchternd aus. Schließlich kommt jeder 7. Aufruf ausschließlich wegen dieses Artikels zustande. Als ich den damals geschrieben habe, dachte ich nie und nimmer an so einen Hype. Und ich sehe den bis heute als nicht gerechtfertigt an. Aber das kann jeder sehen, wie man will.

Es ist allerdings so, dass die nackten Zahlen eine eindeutige Sprache sprechen: Der beste Blog-Artikel ist nun einmal der, der die Besucher her bringt. Der Text zum Schrittzähler hat das geschafft. Ob der geschafft hat, dass die Besucher noch etwas hier bleiben, ist ein anderes Thema. Aber als Magnet war er in jedem Fall gut. Macht das dann einen Artikel zum “besten”? Ich denke schon. Was meint ihr?

Der beste Blog-Artikel: Was macht ihn aus?

Einmal ist es der wichtigste Artikel, einmal der beste Blog-Artikel. Worin besteht denn der Unterschied? Der wichtigste Artikel für mich ist ein ganz anderer. Ich nenne so etwas Blut-Schweiß-und-Tränen-Artikel. Aber darum geht es jetzt gar nicht. Ich habe ja geschrieben, dass der beste Blog-Artikel der ist, der die Besucher hierher lotsen kann. Aber wie hat der das geschafft?

Ich glaube, es sind viele Komponenten: Suchmaschinen legen inzwischen sehr viel Wert darauf, dass Texte verständlich sind. Die Absätze und die Sätze sollen nicht so lang sein. Und als Schreiberling darf man gern auf Floskeln verzichten. So etwas lese ich immer wieder. Also muss da etwas dran sein. Stimmt das? Und was ist außerdem wichtig?

Wenn ich auf den Artikel schaue, fällt auf, dass dieser von selbst erlebtem erzählt. Und er löst ein konkretes Problem. Nicht einen ganzen Bauchladen. Soll das der Schlüssel zum Erfolg sein? Jedenfalls beschleicht mich dieser Eindruck. Es ist ein rein subjektives Gefühl. Es muss bei niemandem sonst stimmen.

Gibt es eine Erfolgsformel?

Wir können es alle vergessen, von einem Blog – oder gar von einem einzigen Blog-Artikel – Rückschlüsse auf alle anderen Blogs zu ziehen. Blogs sind individuell. Gut, es gibt Ausnahmen. Aber ein Großteil der Blogs sind nur mit sich selbst vergleichbar. Deshalb ist es auch müßig, eine Formel zu entwickeln, wie der beste Blog-Artikel zu entstehen hat.

Aber es gibt eben diese Aspekte, von denen ich oben schrieb. Am Ende zählt folgendes:

  • Niemand hat im Internet Zeit. Darum streicht alles aus den Texten, was nicht dazu gehört.
  • Menschen möchten sich wiederfinden. Niemand will einen Text von einer Maschine lesen.
  • Kurze Texte, kurze Absätze.
  • Wozu die ganzen Ausschmückungen? Die halten nur auf.
  • Lieber bekannte Worte, statt Fremdwörtern.
  • Lasst die Füllwörter sein, wenn sie nichts beitragen.
  • Schreibt mehr aktiv, statt Passivsätze zu verwenden.
  • Wo kommt das Publikum im Text vor?
  • Oft können wir auch auf Fachbegriffe verzichten.
  • Erzählt im Text eure Geschichte.
  • Es hilft auch, konkret und anschaulich zu sein.
  • Verzichtet niemals auf das Korrekturlesen.

Das sind die Aspekte, die nicht ganz falsch sein können. Ich weiß, das klingt wie in tausend anderen Alleswisser-Blog-Artikeln. Aber mein Artikel über den Schrittzähler bestätigt das Ganze. Mich beschleicht das Gefühl, dass da durchaus einiges richtig sein kann. Ob daraus wirklich jedes Mal der beste Blog-Artikel entsteht, ist eine andere Geschichte. Versuchen kann man es allerdings.

Der beste Blog-Artikel - Eine kleine Reise - Bild von mohamed Hassan auf Pixabay
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7 Kommentare zu „Der beste Blog-Artikel – Eine kleine Reise“

  1. Ich kann von einem ähnliches Erlebnis berichten: ein uralter Blogpost, in dem ich über ein Gadget fürs Handy geschrieben hatte, bringt mir seit Jahren regelmäßig immer wieder neue Besucher…

    Es ist wie Du geschrieben hast: so etwas kann man nicht wirklich vorhersehen – man muss einfach immer weiter schreiben und schreiben… :-)

    1. Hallo Eddy,

      das stimmt. Eigentlich kann man sich grundsätzlich an ein paar Punkte grob halten, so lang dann der Text noch natürlich ist. Wenn der dann durch die Decke geht, ist das so. Aber beeinflussen kannst du sowas nicht.

  2. Hi Henning,

    “Wozu die ganzen Ausschmückungen? Die halten nur auf.” Ja, aber die machen doch einen Text erst schön und attraktiv. Gerade Du und ich, die gerne schreiben, wollen doch nicht nur den nackten Sachverhalt schildern, sondern auch mittels Sprache ein wenig Garnitur um die Sätze legen.

    Ich denke, es kommt auch darauf an, dass man ein Thema behandelt, das angesagt ist. Das muss nicht unbedingt ein Trend-Thema sein, denn dafür interessiert sich in 2 Jahren bestimmt keiner mehr. Eher so was Zeitloses, aber hippes (klingt komisch, ist aber so). Mein Artikel, der am meisten gelesen und kommentiert wurde, handelt von einem Lost Place – einem verfallenen Thermalbad. Ok, diese ganze Lost Place- und Urbex-Geschichte ist auch heute noch spannend.

    Ansonsten haben die Artikel ihre eigene Dynamik und es ist überraschend, wie sie manchmal ein Eigenleben entwickeln :-)

    1. Hi Martin,

      und nochmal sorry für die Verspätung.

      Ich glaube, das mit den Ausschmückungen war anders gemeint. Kennst du Menschen, die irgendwas erzählen und dabei immer mit “Ääääh”, “Oh”, “Hhm” vor sich hin stammeln. Will man ihnen folgen, läuft man schnell Gefahr, den Faden zu verlieren. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nun wie Helmut Markwort “Fakten, Fakten, Fakten” fordere. Aber selbst er fügte damals hinzu “Und an die Leser denken”.

      Ja, Lost Places funktionieren immer. Aus irgendeinem Grund latschen Leser auch immer wieder mit mir im “Connewitzer Grünzeug” umher. Gut, das ist weniger was mit Lost Places. Die gibt es aber auch. Speziell über Pinterest – und das ist besonders verrückt – bekomme ich Leser zu einem längst nicht mehr existenten Bahnhof in Leipzig.

      Richtig, Artikel nehmen immer wieder ihren eigenen Weg. Wie will man den vorhersagen? Jeder, der das behauptet, lügt sich selbst und sein Publikum voll.

      1. Hi Henning,

        die Verspätung macht doch nichts, ich lasse mir ja auch gerne mal Zeit beim Beantworten ;-)

        Ja, ok, sinnlose Ausschmückungen und Schachtelsätze sind natürlich sehr unschön, das stimmt. Es gibt ja einige Blogger, deren Artikel dermaßen schwer zu lesen sind, weil man den Sätzen kaum folgen kann. Auch ist es natürlich – wie Du in Deiner Aufzählung schon schreibst – wenn man zwanghaft Fremdworte einbaut, die man sich auch genauso gut hätte sparen können. Das ist die conditio sine qua non :-D

        Ach Henning, kannst du mir einen kleinen Gefallen tun? Ich habe ein neues Kommentar-Plugin aktiviert, mit dem man einen ganzen Haufen neuer Möglichkeiten hat, aber vor lauter Features den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Ich habe s schon soweit angepasst, aber kannst Du es auch mal testen, indem Du einen Kommentar und vielleicht eine Antwort auf einen anderen Kommentar postest? Wenn Dir dabei was auffällt, kannst Du es gerne in die Kommentare schreiben.

        Vielen Dank :-)

        1. Hi Martin,

          das ist die WAS? Bloß gut, dass es Tante Google gibt, die gleich mal eine Übersetzung anbietet. :-) Ich kann dir das aber nevertheless confirmen.

          Mach dir mal keine Sorgen, ich habe mal kommentiert und konnte keine Probleme feststellen. Auch mit Formatierungen und so scheint alles soweit zu funktionieren.

          1. Hey, ich wollte nur mal ein bisschen klugscheißen :-) Übrigens ist hier ein sehr lesenswerter Artikel aus ZEIT online: https://www.zeit.de/kultur/2020-09/corona-demo-rechtsextremismus-berlin-verschwoerungstheoretiker-coronavirus

            Ich stimme der Autorin zwar nicht immer zu, der Artikel ist aber wirklich brillant geschrieben und zeigt, was mit Sprache so alles möglich ist.

            Apropos Kommentare: bei mir kann man jetzt auch Kommentare mit Daumen hoch/runter bewerten. Da war ich schon lange scharf drauf. Das Plugin heißt übrigens wpdiscuz und kann extrem viel. Und wenn man es mal nicht mehr will, ist das alte Kommentarsystem von WP automatisch wieder aktiv. Finde ich bis jetzt ziemlich super!

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