Und es beginnt: Wegen diesen Google KI-Zusammenfassungen werden langsam Webseiten ihren Dienst einstellen und somit auch schließen. Bravo! Jetzt könnte man denken, dass das Alles zu einem Zusammenbruch des freien Internets führen könnte. Ist das wirklich so? Oder wird es vielleicht zu etwas ganz anderem führen? Und nochmal, bevor hier Missverständnisse entstehen: Da ich beruflich damit zu tun habe, bin ich nicht per se gegen künstliche Intelligenz, wobei bei dem Mist eigentlich nicht viel KI dabei ist.
Google KI-Zusammenfassungen: Das geht nicht gut
Vor einem halben Jahr schrieb ich mal über das Thema. Zu dem Zeitpunkt war davon die Rede, dass die ach so bequemen Google KI-Zusammenfassungen die Zugriffszahlen auf Webseiten einbrechen lassen werden. Naja, und nun passiert es. Der Herr Montag erzählt uns davon, dass holland-cycling.com dicht gemacht werden wird. Ich habe die besagte Seite mal aufrufen wollen und erhalten einen Fehler, dass der Zugriff auf die Ressource auf dem Server nicht erlaubt ist.
Sie haben es also schon vollzogen. Nach dem, was der Jan so übersetzt hat, war die Seite 4 Jahre nach meinem Blog gegründet worden. Der Grund für den Schritt, die Seite zu schließen, ist ein ganz einfacher: Durch die Google KI-Zusammenfassungen stehlen Technologiekonzerne – hier also Google – geistiges Eigentum. Ohne dass die Konzerne irgendwas dafür getan haben. Und die Betreiber der betroffenen Webseiten haben nicht mal irgendwas davon.
Lest euch einfach mal durch, was der Jan zu holland-cycling.com zusammengetragen hat. Es ist eine ganz traurige Nummer. Und sie dokumentiert, dass durch die gigantischen Technologiekonzerne der Tech Bros das Internet an Vielfalt verlieren wird. Ich schrieb ja: Das geht nicht gut aus. Was so schlimm an den Google KI-Zusammenfassungen ist? Kein Internetnutzer muss mehr eine Webseite aufrufen. Alles zeigen die Suchmaschinen, ohne dafür eine Gegenleistung zu liefern.
Die Hydra wird sich selbst fressen
Wie ihr wisst, mache ich ja Musik. Und mir ist Spotify ja ein riesiger Dorn im Auge. Der Laden flutet sich selbst mit KI-Musik von KI-Bands und KI-Musikern, die nicht mal existieren. Damit machen sie sich langsam selbst das Geschäft kaputt, weil der Wert und der Sinn von Musik komplett in die Binsen geht. Echte Musik ist dort immer weniger zu finden. Der Effekt: Es beginnt wohl eine Abwanderungswelle von Spotify. Das verlinke ich aber nicht, weil ich mir da noch nicht sicher bin.
Bei den Suchmaschinen und Large Language Models – also den KI-Modellen – wird es aber so kommen, dass der Gehalt immer dünner wird. Wenn dem Beispiel von holland-cycling.com mehr Webseiten folgen, wird natürlich die Menge an Daten immer weniger, aus denen die Google KI-Zusammenfassungen generiert werden können. Das ist dann so wie mit Kaffee, den du immer wieder durchlaufen lässt. Das schmeckt immer beschissener.
Allerdings ist es doch auch so, dass diese ganzen KI-Modelle aus immer weniger wertvollen Inhalten ihren Kram erstellen müssen und dann ggf. immer mehr auf sich selbst referenzieren und dabei dann immer falscher ihre Ergebnisse bauen. Das ganze System könnte irgendwann an einem Punkt ankommen, wo es erodiert. Dann hat die KI-Hydra sich selbst gefressen. Die guten Ansätze, die KI mit sich bringen kann, fallen dieser Entwicklung dann auch zum Opfer, weil die Tech Bros den Hals nicht voll genug bekommen.
Und jetzt?
Versucht, auf so etwas wie die Google KI-Zusammenfassungen zu verzichten. Ja, sie mögen ihre Daseinsberechtigung haben. Und wenn ihr halt nicht auf die Ergebnisse verzichten könnt oder wollt, dann besucht wenigstens die Quellen, die da herangezogen werden. Hinter den Ergebnissen in dieser Übersicht sind immer die Link-Symbole zu sehen. Öffnet die Webseiten, die da verlinkt sind. Verlasst euch nicht auf das Zeug, was euch Konzerne vorsetzen.
Wie gesagt, KI hat seine Vorzüge. Viele unserer Kunden in meinem täglichen Job nutzen KI-Modelle für alles mögliche. Und das im konservativen Deutschland. Es muss also gute Gründe dafür geben. Aber wenn die ganzen KI-Modelle dann die Quellen austrocknen, aus denen sie ihr angebliches Wissen schöpfen, könnt ihr euch ja vorstellen, wohin das führt. Macht was draus, ohne KI gänzlich zu verteufeln.






Ich nutze die KI-Ergebnisse gar nicht, bzw. ignoriere die einfach. Dummerweise werden die in der breiten Masse hervorragend angenommen. Und das führt dann zu solchen Resultaten. Und das wird noch schlimmer werden.
Du kennst mich ja ein wenig, ich bin kein genereller Gegner der KI-Dinge. Aber hier befürchte ich, dass es einen großen Wandel im Netz geben wird, und denke, dass dieser nicht zum Positiven geht. Für uns „Hobby“-Blogger mag es noch egal sein, ob wir 10000 oder 100 Leser im Monat haben. So Portale wie holland-cycling leben aber vermutlich von hohen Zugriffszahlen bzw. finanzieren darüber das tolle Angebot. Und genau solche Portale werden es zukünftig sehr schwer haben.
Ja, sowas in der Art meine ich halt. Ich denke allerdings auch, dass man irgendwann mitbekommen wird, dass die Ergebnisse schlechter werden. Nicht unbedingt nur, was die nackten Fakten betrifft. Ich glaube, da weden wir noch so einiges erleben.
Ich danke dir für die ausführliche Verlinkung. Zum Thema: es ist wirklich ein Jammer, ich weiß nicht wie das weiter gehen soll. ich blogge nur aus Spaß, ich verdiene damit nichts und bin nicht darauf angewiesen. Aber ich generiere auch keinen „hochrangigen Content“ der dann verschwinden könnte.
Grüße,
Jan
Aber gerade solche Blogs wie deiner, meiner und wie unzähige andere, das ist doch das, was das Internet eigentlich ausmacht, oder etwa nicht?
Auf jeden Fall, da stimme ich dir gern zu.
Schönes Wochenende,
Jan
Es ist ein vielschichtiges Thema.
Jene, die bislang viele Zugriffe aus den Suchmaschinen bekamen, weil sie genau eine Frage kurz und bündig erklärten, sind jetzt logischerweise die großen Verlierer.
Jene, die Inhalte so aufbereiten, dass sie a) in den KI Zusammenfassungen referenziert werden b) die Leser aufgrund der Zusammenfassung Bock bekommen, da jetzt genauer nachzulesen, bekommen neue Chancen und einen weiteren Bereich, wo Besucherströme entstehen können.
Ob dadurch der „soziale Vertrag“, den Suchmaschinen die letzten 20 Jahre mit Inhaltsschaffenden eingegangen sind, noch aufrecht ist, steht auf einem anderen Blatt.
Das stimmt natürlich. Die Frage, die bleibt, ist allerdings: Wie viele Nutzer wird es geben, die bei der Google KI-Dingenskirchen das Link-Icon für voll nehmen und dann trotzdem die Quelle besuchen?
Wieder eine Woche rum, Zeit für einen Rückblick. KW 47/2025 Das eigene Ergometer ist angekommen, trotz Lieferung durch GLS (man muss auch mal loben können) Neues Awareness-Training für die Arbeit getestet und für eines entschieden Viele kleine Termine in der Woche, anstrengend Therapie war wieder gut Mal ein paar Dinge für die Reha bestellt. Trainingsklamotten, Bademantel usw. Im Spieleladen des größten Vertrauens gewesen und nur 2 Spiele gekauft. Arten Garten und Stadt, Land, Klugscheisser sind eingezogen. Windows ist diese Woche 40 Jahre alt geworden. Man kann darüber sagen, was man will, mir sichert Windows den Arbeitsplatz. Version 1 habe ich aber nie wirklich gesehen. Eingestiegen bin ich, wie so viele, bei Version 3.0. Erstpartien Arten Garten gespielt. Wir waren ein wenig skeptisch, ob es sich spielerisch vom großen Arche Nova abhebt. Das tut es aber, es ist ein eigenständiges Spiel, mit ganz anderen Abläufen. Man kennt aber die Symbolsprache des Spiels, wenn man das Große schon kennt. Damit geht das Losspielen ein wenig flotter von der Hand. Der Blog hat wieder ein Logo bekommen. Was simples, einfaches sollte es sein. Am Ende sind es einfach die stilisierten Buchstaben JP geworden. Bewegung und Sport Radfahren diese Woche: 0x Ergometer at Home: 3 x 30 Minuten Fitness-Studio: 0x Laufen: 2 Kilometer Abendspaziergang Gelesen Teufelskrone von Rebecca Gable Drachenbanner von Rebecca Gable Lesenswertes aus dem RSS-Reader: Mein persönliches Bikefitting-Erlebnis Google KI-Zusammenfassungen – Die Hydra frisst sich selbst Fotografisch die dunkle Jahreszeit nutzen. Ruhe vor dem Sturm Wir haben keine Ahnung, welchen Effekt die KI da erzeugt hat Bilder der Woche
> Wie ihr wisst, mache ich ja Musik. Und mir ist Spotify ja ein riesiger Dorn im Auge. Der Laden flutet sich selbst mit KI-Musik von KI-Bands und KI-Musikern, die nicht mal existieren. Damit machen sie sich langsam selbst das Geschäft kaputt, weil der Wert und der Sinn von Musik komplett in die Binsen geht. Echte Musik ist dort immer weniger zu finden. Der Effekt: Es beginnt wohl eine Abwanderungswelle von Spotify. Das verlinke ich aber nicht, weil ich mir da noch nicht sicher bin.
Das erinnert mich an Adobe. Beide Unternehmen waren bereits *vor* KI scheiße (Bei Adobe war es die Enshittification ihres Lizenzmodells für Photoshop, die bei denkenden Menschen bereits zu einer Abwanderungswelle hätte führen müssen. Doch die Leute hatten anscheinend keine Lust, mal zu gucken, ob GIMP nicht mittlerweile *doch* gut geworden ist bzw. besser als beim letzten Mal ist als man es sich zuletzt angeguckt hat.).
KI als Argument bietet halt eine moralische Entlastung und bequeme Ablenkung von der extrem unpopulären Frage, *warum* man sich den Vendor-Lock-In so lange angetan hat.
Da ist durchaus was dran. Danke für deinen Kommentar.