Langeweile: Viele Blogs reizen mich nicht mehr - Bild von jggrz - Pixabay-Lizenz

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Langeweile: Viele Blogs reizen mich nicht mehr

Letzte Aktualisierung am

Leute, mir ist langweilig, wenn ich so manches in den Blogs dieser Welt lese. Irgendwie ist mir bei vielem die Lust vergangen, den Gedanken von euch nachzugehen. Und das ist irgendwie schade. Allerdings, und das muss ich zur Entschärfung wirklich sagen, liegt das Alles vielleicht an so etwas wie dem Social Media Overkill. Wer sagt denn, dass das bei Blogs nicht so kommen muss? Es wäre ja geradezu albern, wenn man sich an Blogs nicht auch überlesen kann. Oder wie sagt man denn das? Tja, und deshalb muss ich mal ein wenig jammern. Aber ich habe vielleicht auch eine Lösung.

Wo sind denn die geilen Blogs?

Es ist derzeit häufig so, dass ich nur noch lustlos durch die sozialen Netzwerke und meinen Feed Reader scrolle. Irgendwie reizt mich vieles nicht mehr. Ich meine, wie soll es denn auch anders sein, wenn man die achtzigste Wortmeldung zur Corona Warn-App liest oder sich Blogger einen Artikel-Krieg leisten und niemand von draußen überhaupt noch mitschneidet, was eigentlich passiert ist. Tja, und dann sind es auch die drögen, immer gleichen “Hersteller XYZ leakt Bilder von Smartphone ABC”.

Vor kurzem hatte ich mir mal ein paar andere Blogs in den Feed Reader reingeworfen. Denn ich wollte irgendwie vermeiden, dass ich dem ganzen Gelese überdrüssig werde. Ich habe da gesehen, welche – sagen wir mal – 3, 4 Blogs, die ich abonniert hatte, irgendwie im Gleichschritt das Gleiche geschrieben haben. Stattdessen habe ich mich mehr mit Fachblogs aus meinem beruflichen Umfeld beschäftigt und mit Webseiten, die mir interessant erscheinen. Wie das Loft 75.

Aber sonst ist es doch ziemlich langweilig derzeit. Ich kann mich noch an die vielen Experimentier-Blogs erinnern. Leider ist das Alles wohl lange her. Stattdessen kommen irgendwelche Besserwisser, die alle 3 Artikel wieder von vorn anfangen. Und wenn es davon gleich mehrere gibt, kannst du eigentlich nur dein Gerät ausmachen, mit dem du sonst Blogs gelesen hast. Und gerade, weil ich mich thematisch neu orientiert habe, muss ich da schon schauen, wo ich dabei bleibe und wie ich eben nicht von der Spur abkomme.

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Blogs, die von der Spur abkommen, be like…

Woher kommt das denn?

Wir haben verschiedene Krisen. Und die machen sich natürlich auch in den Blogs bemerkbar. Es wäre ein Wunder, wenn das nicht so wäre. Wir haben eine Migrationskrise, die nicht erst 2015 begann. Hierüber wollen viele um die Deutungshoheit kämpfen. Wir haben zudem eine Klimakrise, wo auch jeder irgendwas besser weiß. Darüber hinaus haben wir eine Extremismus-Krise, wie man immer wieder erleben kann. Tja, und seit Anfang des Jahres haben wir die Corona-Krise mit all ihren Auswüchsen.

Und zu allen Themen wird gekappelt und gerungen und pausenlos irgendwas geschrieben. Das mag bis zu einem gewissen Punkt OK sein. Aber ich musste Blogs aus meinem Feed Reader werfen, weil die sich nur noch und ausschließlich mit ein und demselben Thema beschäftigt haben. Nicht etwa wegen irgendeiner Nische, die sie, wie ihnen erzählt wurde, besetzen wollten. Sondern weil sie der Meinung sind, sie müssten mit dem Vorschlaghammer irgendwem die Meinung einbläuen.

Ja, auch ich war mal eine Weile so unterwegs. Glaubt es mir, das tut niemandem gut. Denn es ermüdet unheimlich. Vor allem, wenn keinerlei Erkenntnisgewinn dabei herum kommt. Darum lese ich immer mal wieder gern bei der Vanessa im Blog “Draußen nur Kännchen”. Was für ein Blogname, oder? Die erzählte jetzt einen davon, dass es keine Auferstehung ist, wenn man sich vom Sofa aufrafft. Und dann hat sie erzählt, wie ihr erster Kundentermin nach der Corona-Pause verlief. Und vieles mehr.

Was ich damit sagen will: Es muss doch möglich sein, auch mal andere Themen zu besprechen. Oder die kritischen Themen, bei denen man sich einfach nur aufreibt, einfach mal eine Weile bleiben lässt. Ich meine, ich habe erklärt, dass ich vorerst zu einem großen Teil nur noch über Office, WordPress, Server, Cloud, Smart Cities und sowas schreiben werde. Das heißt aber nicht, dass Politik gar nicht mehr vorkommt. Aber ich habe mich halt aufgerieben. Und das hat keinen Spaß mehr gemacht.

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Mitunter sind Blogs schon sehr ermüdend

Wie kommt man denn da wieder raus?

Ich halte ja Blogs nach wie vor für einen enorm wichtigen Teil unserer Medienlandschaft. Ja, Medien. Was denn sonst? Aber wie es bei allem ist, so muss man auch wieder schauen, dass es einem als Leser auch etwas bringt. Ist man im Einerlei-Tralala in einer großen Meute von Blogs gelandet, muss man sich überlegen, ob man das so will. Denn das wollen die Leser einfach nicht. Und dann wird man uninteressant und verschwindet im Nirwana. Der Effekt ist dann bei manchem, dass der Blog eingestellt wird.

Ich will damit sagen, dass ich als Leser gern immer wieder neues und spannendes lesen will, ohne dass wie verbissen auf irgendwas herum geritten wird. Und als Blogger will ich eben auch spannend genug sein, damit es mir weiterhin Spaß macht. Als Leser werfe ich Quellen aus meinem Feed Reader raus und werfe neue rein. Als Blogger muss ich für mich spannende Themen für meine Leser auch als spannend verkaufen. Oder seht ihr das in irgendeiner Form anders?

Naja, und was den Social Media Overkill betrifft, so habe ich beschlossen, immer weniger auf den Plattformen zu machen. Sonst wird man ja irre. Diese Kämpfe um die Deutungshoheit habe ich ziemlich satt. So satt wie das ganze Hintergrundrauschen, das die Social Media Kanäle verstopft. Hierzu hatte sich letztes Jahr der Horst geäußert, der vorher seine Social Media Kanäle gelöscht hatte. Und irgendwie gefällt mir dieser Gedanke immer mehr.

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Nicht nur Blogs, vor allem soziale Netzwerke gehen mir im Moment auf den Geist

Alles zu viel und unbrauchbar

So, jetzt, nachdem ich mit einem Haufen GIFs um mich geworfen habe und abgelästert habe, was mir alles nicht passt, muss ich eben feststellen, dass vieles unbrauchbar ist und mir alles irgendwie auch zu viel wird. Da sind Twitter-Nutzer in der Retweet-Hölle gelandet. Bei Facebook wirft man datenschutzrechtlich höchst bedenkliche Spiele ins Rund. Bei LinkedIn gibt’s inzwischen eine Art Business-Tinder. Und Pinterest hat die eigene Künstliche Intelligenz kaputt bekommen, wenn ich mir das so anschaue.

Da sind Blogs gut aufgehoben. Die, die am lautesten brüllen mit ihren für erste Plätze in den Suchergebnissen getrimmten Überschriften, werden häufig aufgerufen. Das macht dann jeder. Aber den ersten Platz gibt es halt nur einmal. Also reihen sich alle ein für den Sturm an die Spitze. Und vieles in den Blogs liest sich dann eben genau so. Und darauf habe ich keine Lust. Und es langweilt mich. Wer mag denn sowas?

Deshalb mache ich mal wieder klar Schiff. Ich muss alles weghauen, was meine Nerven zu Tode strapaziert. Und vielleicht verdünnisiere ich mich auch zumindest mal eine Weile aus den sozialen Netzwerken. Meinen Blog gibt’s schließlich länger als mein ältestes Profilbild auf Facebook oder meinen Twitter-Account. Es geht also auch alles ohne. Ich habe letztlich aber auch die Hoffnung, dass die Blogs dieser Welt wieder so gut werden, dass sie wichtiger sind als Social Media. Und dann wird es wohl nicht mehr langweilig sein. Aber das ist eine viel zu kühne Idee.

Langeweile: Viele Blogs reizen mich nicht mehr - Bild von jggrz - Pixabay-Lizenz
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6 Kommentare zu „Langeweile: Viele Blogs reizen mich nicht mehr“

  1. Vielen Dank für die lobende Erwähnung ;-) Ich habe immer versucht, die Themen so zu wählen, dass es am ehesten einer Illustrierten entspricht, die man sich samstags am Kiosk kauft und durchblättert; in der man von Kochrezepten bis zum Kummerkasten und den neuesten Modetrends alles findet.

    Aber ich sehe auch leider immer mehr blöde Technik-Blogs, die über irgendwelche Gadgets schreiben, die mich nicht interessieren. Oder polarisierende politische Meinungen, die ich so nicht teile. Aber hey, alles SEO-optimiert!

    Was wären das für Zeiten, als man noch Nerdcore, Basic Thinking oder Gillys Blog hatte und gerne gelesen hat.

    Aber ich kämpfe weiter für gute Unterhaltung :-)

    1. Hallo Martin,

      ich hatte auch lange, lange Zeit “einen bunten Blumenstrauß an attraktiven Inhalten”. Aber daran hatte ich mich aufgerieben, weshalb ich radikal reduziert habe. Aber wenn du dich damit wohlfühlst, ist ja nichts dagegen einzuwenden.

      Mit den Technik-Blogs ist das ja nicht nur so, dass die irgendwas am Wickel haben könnten, was den Leser nicht interessiert. Viel schlimmer ist es, wenn Technik-Blogs im Gleichschritt mit den gleichen Inhalten um die Ecke kommen. Sowas meine ich:

      https://www.henning-uhle.eu/wp-content/loadingstructure/2020/06/apple_feedly.jpg

      Ach ja, Basic Thinking gibt’s ja noch. Aber – hmm – nun ja, es gab eben eine Neuausrichtung. Ich weiß schon, was du meinst. Darum ist es wichtig, dass wir irgendwie darauf achten, wir selbst zu bleiben.

  2. Als Corona anstand, was leider schon wieder der Fall ist, habe ich viel darüber geschrieben. Das hat einige LeserInnen stark interessiert. Ich hatte jedenfalls viel mehr und regelmäßiger Kommentare als sonst. Da war das Thema allerdings noch nicht so umstritten wie das jetzt der Fall ist. Im Moment beschäftige ich mich mit den Auswirkungen der #blacklivesmatter Demos. Zwischendurch hatte ich wenig Lust zu bloggen. Deshalb blieb der Griffel liegen. Dann blogge ich mal ein paar Fotos oder ein paar kurze Kommentare zu irgendwelchen Sachen, die aus meiner Sicht erwähnenswert sind. Das verspricht keine große Aufmerksamkeit. Aber es sind eben die Dinge, die mich interessieren und beschäftigen. Einfach weiter bloggen und sich keine Gedanken darüber machen, welchen Stellenwert andere Themen einnehmen könnten. Ich weiß, dass klingt komisch, gerade wenns von mir kommt. Die Tecblogs übertreiben diese Übernahme aus US-Feeds ein bisschen. Das fördert diese merkwürdigen Überschneidungen zutage.

    1. Hallo Horst,

      da ist was dran. Ich mache ja auch nur, was ich will. Also im Blog. Und so kam es, dass ich nicht mehr auf so vielen Hochzeiten tanzen will. Zumindest vorerst. Du weißt ja, wie das ist, weil du es auch in deinem Kommentar wunderbar beschrieben hast. Man sollte halt über Dinge schreiben, die einen interessieren.

      Das Thema Techblogs ist schon sagenhaft. Ich weiß noch, wie das vor Jahren mal war. Zu der Zeit stand ich mit so Techbloggern in Kontakt. Und da hieß es im Chat “XYZ hat Fotos zu ABC geleakt! BLOGGEN!!! BLOGGEN!!! BLOGGEN!!!” – Ich denke, diese Hysterie ist es eben auch, die sowas zu Tage führt. Also neben der Unart der Übernahme aus irgendwelchen Feeds.

  3. Vllt. ist es für die Techblogger auch ein hartes Brot. Einige von denen leben ja von ihrem Tun. Da kann man, kann ich mir vorstellen, schon mal hysterisch werden. Gerade, weil es immer mehr von denen gibt.

    1. Ja, das kann ich alles nachvollziehen. Wenn sich aber 50 Blogger mehr oder weniger im gleichen Zeitfenster zu den gleichen Themen äußern, werden sie beliebig. Meiner Meinung nach macht sie das auch angreifbar, was Werbepartner und so was betrifft. Wenn ich irgendwo werben würde, würde mir ein gewisses Alleinstellungsmerkmal wichtig sein. Und das fehlt mir bei fast allen Techbloggern.

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