Wisst ihr, eigentlich ist es mir doch egal, wie ihr über diesen Blog denkt. Ich war zu lang Speichellecker, das tat mir meistens nicht gut. Jetzt wird es nicht so werden, dass ich euch hier grund- und sinnlos vollpöbeln werde. Das steht mir nicht zu. Aber mir hat das schon gefallen, mich nicht auf irgendeinen Kompass einzulassen, den jemand anderes geeicht hat. Jeder hat doch seinen eigenen Wertekompass. Und wer hier seit Jahren liest, weiß doch auch, dass ich euch nichts böses will. Was soll dann also das „Geschesche“, also die Aufregung?
Das ist mir doch egal
Ich bin hier „an der Täte“, wie man bei uns in Sachsen sagt. Vielleicht sollte ich den Wohlfühl-Nasen, die noch nie einen Schritt in dieses wundervolle Bundesland gemacht haben, öfter mit sächsischer Mundart kommen. Das würde denen aber „offn Deez“ oder „offn Nuutsch“ gehen. Aber ehrlich: Das ist mir doch egal. Ihr, denen euch Sächsisch zuwider ist oder denen meine Meinung nicht passt, könnt mir gestohlen bleiben. Was wollt ihr denn hier? Ach, auch das ist mir doch egal.
Ich habe es doch ernsthaft gewagt, über das Gendern zu bloggen. Als Sachse! Hab ICH es gewagt. Statify meint, dass seit der Veröffentlichung mehr als Zweihundert fucking Fuffzich Besucher den Artikel aufgerissen haben. 14 Kommentare und 6 Reaktionen aus dem Fediverse trudelten ein. Von Matomo rede ich da noch gar nicht. Dabei habe ich nur gemeint, dass die Menschen, für die man sich das mal ausgedacht hatte, darüber nur müde lächeln. Ich habe es ja auch ausgeführt.
Und wie schon mal, als ich mich so gefragt habe „Was wäre denn, wenn…“, habe ich mir hinterher gesagt, dass es mir doch egal sein müsste, was andere von mir denken. Ich weiß gar nicht, ob ich das seitdem mal anders gehalten habe. Aber so weiß man doch am ehesten, was man hier erwarten kann. Denn was soll ich mich denn verbiegen? Es gab genügend Menschen in meinem Leben, die meinten, dass sie genau das von mir verlangen können.
Irgendwann hatte ich mal darüber gebloggt, dass man als Blogger ruhig der Stein im Schuh sein sollte. Das heißt doch dann, dass wir alle unbequem sein müssen. So wie der Oliver unbequem ist. Aber ist das etwas schlechtes? Ach ja, die erhobenen Zeigefinger und was alles für Flachzangen beschimpfen ihn sonstwie, was vorn und hinten nicht passt. Naja, macht mal euer Ding. Bildet euch eure Meinung, ohne Hintergründe zu kennen.
So dünnt man die Meinungsvielfalt aus
Seit dieser ganzen Diskussion über das Gendern denke ich so bei mir: Da ist sehr wenig Wissen bei so viel Meinung, wenn es um die Autoren selbst geht. Der Martin zum Beispiel hat da eine klare Haltung dazu. Aber da gibt es bestimmt auch wieder Haue. Und was passiert unterm Strich? Es gibt dann Leute, die hauen in den Sack. Vielleicht machen die nochmal einen großen Haufen auf einen Tisch, aber dann verschwinden sie.
Ich habe ja jetzt bei der Claudia gelernt, dass der „Maschinist“ weg ist. Also weg, richtig weg. Die Domain ist geparkt, und der Blog ist nicht mehr da. Nicht, dass ich ihn häufig gelesen habe. Aber er hat doch hier und da mal auf mich verlinkt, was dann ganz ordentlich Besucher hierher gescheucht hatte. Und dann hatte ich doch mal geguckt und wieder irgendeine Pöbelei gefunden. Mein Stil wäre es nicht, aber er war eine Institution.
Ob der Maschinist euch den Stinkefinger zeigt, weil die Meinungsvielfalt von all den Besserwissern zerrüttet wird? Mir doch egal. Aber irgendwie ist es dann schon schade, dass so ein Blog auf einmal weg ist. Er ist dabei aber nicht der einzige. Das habt ihr nun davon. Und nur, weil euch eine andere Meinung nicht passt? Ich kenne Blogger, die ich nicht nenne, die aber ihre Blogs eingestampft haben, weil denen egal zu welchen Themen immer Hasstiraden entgegen schwappten.
Und da dachte ich mir, dass wir schon weiter seien. Sind wir aber nicht. Und deshalb beobachte ich, was hier im Blog passiert. Ich bin ja hier an der Täte. Notfalls müssen in Zukunft alle Kommentatoren im Vorsaal warten. Und wenn ich dann so rummuddle, werde ich entscheiden, ob ich Kommentare veröffentliche. Und dank lernender Spamfilter muss ich mir auch keinen Stress per Email antun.
Ja, das dünnt die Meinungsvielfalt aus. Aber wenn „Ich akzeptiere deine Meinung“ immer bedeutet „wenn sie mit meiner übereinstimmt, sonst bist du ein Nazi“, dann muss man es wohl so machen. Ich beobachte das mal. Meistens gibt es hier ja keine Probleme. Aber wer weiß, das ändert sich vielleicht rubbeldiekatz. Ich werde weiterhin meine Meinung aufschreiben. Und vielleicht werde ich ja für die eine oder andere Meinung zu unbequem. Aber wisst ihr was? Das ist mir doch egal.






Lass Dich bloß nicht (mehr) verbiegen, das ist es alles nicht wert. Ganz ehrlich, ich lese lieber hier oder beim Oliver mal etwas, was nicht in den üblichen Meinungs- und Haltungsmainstream passt. Ob ich dem dann zustimme, ist ja eine ganz andere Frage, es regt aber auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Aktuell finde ich es gerade interessant zu beobachten, wie tolerant die ach-so-tolle Bloggerszene an manchen Stellen wirklich ist. Da wird öffentlich angeprangert, da werden Kommentare bei Mastodon ausgetauscht, da verliert man den Glauben daran, es mit erwachsenen Menschen zu tun zu haben.
Mein lieber, genau sowas war die Intention für den Artikel. Ich bin erst später auf den Artikel beim Oliver gestoßen.
Aber du weißt ja, wir machen den Bums lang genug, uns kann man nicht mehr verbiegen, ohne sich gewaltig eine einzufangen.
„Es regt aber auf jeden Fall zum Nachdenken an“ – und genau das ist es doch letztlich, worauf es ankommt.
Zwischen seichter Unterhaltung in Text und Bild darf man ruhig auch mal kritische Themen aufgreifen und seine Sicht der Dinge darlegen.
Gott sein Schrank bin ich nicht auf Mastodon unterwegs – sonst hätte ich wohl noch öfter Puls ;-)
Es ist schon interessant zu beobachten, wie manche „Blogger“ ticken: Menschen werden in Schubladen gesteckt, ohne dass man sie wirklich kennt – nur weil sie eine kritischere Haltung einnehmen und nicht die Meinung vertreten, die offenbar vorausgesetzt wird, um – darf man das überhaupt noch sagen? – ins links-grüne Weltbild zu passen.
Kein Wort wurde in letzter Zeit so inflationär gebraucht wie „Nazi“ – und das ist eine Schande.
Historisch betrachtet ist dieser Begriff mit unermesslichem Leid verbunden. Ihn so leichtfertig zu verwenden, ist eine Verunglimpfung – der Geschichte, der Opfer.
Ja, das ist so. Mich stinkt besonders an, dass die Linken sich in dieser Hinsicht kein Stück von den Rechten unterscheiden. Vielleicht sind wir in dieser Beziehung alle gleich. Komisch, dass ich 70 werden musste, um das zu erkennen. Da lässt man X sausen, um im Fedivers zu parken und dann merkt man ganz flott, dass die mit ihren Tickets nicht weniger voreilig und brutal umgehen, wie die, die wir Rechte nennen. Das Schlimmste ist, dass es nicht besser, sondern schlimmer wird. Die Leute stehen sich unversöhnlich wie in Schützengräben gegenüber. Der Umgang mit der von Linksgrün nominierten Verfassungsrichterin zeigt, dass diese Gesellschaft nur noch wenige Dinge hat, auf die sie sich verständigen kann. Wohin soll das führen?
Amen, meiner!
Sing‘ mei Sachse, sing! :-)
Blos net uffreesche…
Ich habe bei mir gesucht und gefunden und wieder hervorgeholt.
Bei den meisten „Aufregerthemen“ wird um den Brei heiß gestritten, auch wenn er zuvor nur lauwarm gedacht wurde.
Ich sehe das nicht so dramatisch. Die Kommentare auf unseren Blogs halten sich doch noch im Rahmen, oder? Natürlich gibt es immer Menschen, die meinen, sie wüssten es besser, aber das sollte uns egal sein, wie du sagst. Mach bitte trotzdem nicht die Kommentarfunktion zu. Davon lebt ein Blog schließlich.
Stimmt, genau davon lebt ein Blog. Nein, vorerst sehe ich das noch nicht ein. Das wäre ja auch ein Zeichen von Schwäche.
Ja, Henning, genau.