Privates im Blog: Eine Debatte

Unterhalten wir uns mal darüber, wie viel privates im Blog gut ist. Da gehen die Meinungen stark auseinander, daher mal meine Meinung dazu. Und da wir Blogger ja allesamt irgendwas voneinander mitbekommen, kann ich es auch gleich dazu erzählen: Das ist ein Thema aus den BlogWochen2025. Aber jetzt mal zum eigentlichen Thema. Immer diese Vorreden, das ist ja kaum zum Aushalten. Also: Wie viel privates im Blog? Dazu muss ich was erzählen.

Die Nische, my ass

Es gab mal Zeiten, in denen es hieß, dass du deine Nische beim Bloggen finden musst. Der dicke Onkel, der hier rumschreibt, hat sich da lange Gedanken dazu gemacht. Und dann hieß es irgendwann hier im Blog: Beobachtungen von der Fensterbank und Anleitungen für Leute. Wie konsequent habe ich das verfolgt? Nie so sehr, wie es die Allwissenden immer sagten. Ich glaube aber auch, dass das einer der Gründe ist, wieso der Blog immernoch da ist.

Ich habe immer das aufgeschrieben, was mich beschäftigt hatte. Und natürlich fand auch immer privates im Blog statt. Warum denn auch nicht? Also ich hab da jetzt nicht ausgebreitet, wie bei uns Zweisamkeit aussieht oder welche Unterhose ich trage oder so. Mit anderen Worten: Grenzen gab es schon, und die wird es auch immer geben. Aber ich habe euch eigentlich schon an meinem Leben teilhaben lassen. Ich sah darin eigentlich auch kein Problem. Denn mein Blog ist auch mein Tagebuch.

Wann privates im Blog sein muss

Ich habe ja gerade erzählt, dass mein Blog auch sowas wie mein Tagebuch ist. Ab und zu fallen mir alte Artikel von mir in die Hände, und ich denke: Stimmt, so war das damals. Klar, ich könnte das Alles raushalten. Aber ich habe mir irgendwann mal gesagt, dass ich euch mitnehmen will. Ihr sollt ja wenigstens eine Ahnung davon bekommen, wieso ich manchmal auf diesen und jenen Gedanken gekommen bin. Das hat auch immer oder oft irgendwas mit mir zu tun.

Ich denke, die Bloggerszene sollte sich nicht so wichtig nehmen. Es gibt ja furchtbar zusammen gedrechselte Blogs, bei denen du dich beim Lesen überhaupt nicht wohlfühlst. Das sind so unpersönliche Texte, die nicht mal sowas wie eine Ansprache haben. Das wirkt dann immer so, als schießen die Verfasser ihre Worte einfach in den Himmel, scheißegal, ob das jemand mitbekommt. Nee, das ist nicht meins. Deshalb bin ich vor Jahren zum „Du“ gewechselt und erzähle auch privates im Blog.

Ich meine, wir sind doch alles Menschen. Menschen tun Dinge und machen dabei Fehler. Diese Fehler entstanden auch wegen irgendwelchen Entscheidungen. Und da ist es doch knuffig zu wissen, wieso man zu dieser Entscheidung gekommen ist, oder? Ich glaube, jeder Mensch hat mal ein persönliches Tief. Das hatte ich auch für länger. Für manche Artikel gibt es eben auch jede Menge persönliche Gründe. Und die stehen dann meistens irgendwo dazwischen. Und deshalb gibt es auch privates im Blog.

Andere Erfahrungen

Blogger erzählen ja auch mal von Schicksalsschlägen. Weil auch sie Menschen sind. Wenn sie dann beschimpft werden, ist das bodenlos. Ihr kennt da bestimmt meine Meinung. Klar, dann hält sich der eine oder die andere damit zurück, privates im Blog aufzuschreiben. Natürlich ist das nachvollziehbar. Genauso, wie es nachvollziehbar ist, wenn jemand sagt, dass das Privatleben halt privat bleiben soll. Alles gut. Ich habe da ja auch meine Grenzen, wie ich oben schrieb.

Ich erzähle ja nur überschaubar von meinem Privatleben, aber ich lasse euch ein wenig davon wissen. Noch viel weniger wisst ihr von meinem Beruf. Da habe ich mit Kunden zu tun. Ich glaube nicht, dass es denen recht wäre, wenn ich über sie hier im Blog erzählen würde. Da halte ich es eigentlich so wie der Tommi. Klar, ich habe mal ein paar Worte über meine Arbeit erzählt. Aber das war’s dann schon.

Es eignet sich halt auch nicht alles, um es im Blog auszubreiten. Wenn es zu sehr ins Privatleben geht oder zu sehr über den eigentlichen Job erzählt wird, ist das nicht so die allerbeste Idee. Mal über die Menschen was fallenlassen, so wie die berühmten Herrschaften Hinz und Kunz, das mag vielleicht gehen. Aber ich halte es ziemlich allgemein. Damit fahre ich ganz gut. So, wie auch der Robert ganz gut damit unterwegs ist, diverse Themen aus dem Blog rauszuhalten. Und das ist OK so.

Viele Blogger sind schon ziemlich offen. Ganz ehrlich, sonst würden wir nicht bloggen. Das heißt aber nicht zwangsläufig dass wir allzu privates im Blog herum posaunen. Manches ist halt weniger für das Internet geeignet, sondern eher für ein Feierabend-Bier. Und selbst da beißt sich mancher Mensch auf die Zunge, oder etwa nicht? Manches privates bleibt lieber privat. Und das ist auch gut so. Oder wie haltet ihr das?

Einfach mal weitersagen

3 Gedanken zu „Privates im Blog: Eine Debatte“

  1. Ich stimme alledem zu. Meine Anfänge waren Mitteilungen über Alltägliches, später dann der Frust durch Arbeitslosigkeit, weiter über die Erfahrungen als Alleinerziehender und dann kamen die Jobs wieder und damit das klare Einschränken auf Privates und Banales. Ich hätte sehr viel über meine Arbeit erzählen können, durfte es jedoch aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht.
    Dann kam facebook und die schnelle Schreibe zwischendurch. Bis zu diesem Punkt vor einiger Zeit, als ich alle meine facebook-Postings wieder in den Blog rücküberführt habe, um ihn zu vervollständigen. Er ist und bleibt mein Fast-Tagebuch seit mehr als 20 Jahren.
    Kommentare gibt es aufgrund des notwendigen Wechsels der Url (nur ein Bindestrich, doch der macht den Unterschied) fast keine mehr und ich, ja ich kommentiere nur selten und dann eben dort, wo ich etwas zu sagen habe und auch die Zeit und Worte finde.

    Ich lese damals wie heute lieber in „privaten“ Blog, wo das Leben beschrieben wird, egal ob gefiltert oder nicht. Ich sammele daraus Aha-Erlebnisse, ein Gefühl von Miteinander und spüre eine Nähe mit dem nötigen Wohlfühlabstand.

    Ja, ich mag diese ungeschliffenen und privaten Gedanken, die aufgeschrieben sind. Und es müsste gerade in der heutigen Zeit viel mehr davon geben.

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