Auf jeden von uns kommen immer mal Zahlungen zu. Wie schnell hat man da immer PayPal oder so gezückt. Aber es geht halt auch ohne US-Dienste. An jedem ersten Sonntag im Monat erzählt man sich am Lagerfeuer im Fediverse einen vom #DIDay, vom „Digital Independence Day“. Es wird sicherlich Menschen geben, die das auch wieder durch den Kakao ziehen. Aber ganz so doof ist das halt nicht. Es heißt ja nicht, dass man das in jedem Fall mitmachen muss, aber man kann.
Was denn für Zahlungen?
Durch die Pandemie habe ich es echt schätzen gelernt, meine Zahlungen in Geschäften – z.B. beim Wochenendeinkauf oder so – mit dem Handy vorzunehmen. Lange Zeit – also seitdem ich rausgefunden hatte, wie das geht – habe ich mit PayPal und / oder Google Pay bezahlt. Das ging alles problemlos. Ich hatte irgendwann mal mitbekommen, dass ich mit der Sparkasse auch per Handy bezahlen könnte, wenn es denn funkionieren würde. Da gab es nämlich riesige Probleme, wie ich hörte.
Letztlich hat die App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkasse irgendeine grundlegende Überarbeitung erfahren. Und was soll ich sagen? Es funktioniert einfach. Man legt sich seine Karte in die App, dazu braucht man seinen Online Banking Zugang und die Kartennummer. Und dann geht das. In dem Zuge habe ich gleich mal in meinem Account den Dienst WERO aktiviert, um Geld via Handy verschicken zu können. Aber das ging alles störungsfrei.
Jetzt halte ich nach wie vor mein Handy an die Bezahlterminals, um meine Zahlungen durchzuführen. Hier und da muss man halt unterschreiben, aber grundsätzlich habe ich damit das Bezahlen mit PayPal und Google Pay ersetzt. Ach, und weil es so schön ist, suche ich bei Online-Bestellungen gezielt danach, um PayPal einen Bogen zu machen. Meistens wird da Klarna angeboten. Da das aus Schweden kommt, ist das doch dann auch ein Ersatz bei Zahlungen, oder?
Jaja, ich weiß schon: „Nur bares ist wahres“. Nein, ist es nicht. Niemand kann mit dem Smartphone irgendwas anfangen, wenn ein bestimmtes biometrisches Merkmal nicht genutzt wird. Bargeld kann ich einfach so ausgeban. Wer mir das Handy klaut, kommt nicht ans Geld. Wer mir das Portemonnaie klaut, hat das dort befindliche Geld erbeutet. Deshalb halte ich bargeldlose Zahlungen für besser. Das muss aber jeder selbst wissen.
Aber dann bestellste doch wieder bei Amazon, du Schauspieler
Was habe ich alles schon gehört, wenn ich mal irgendwas bei mir selbst geändert habe. Erstmal grundsätzlich: Niemand muss gutfinden, was ich mache. Keine Sau muss das Gleiche machen, was ich so treibe. Ich erzähle nur davon, was ich so gemacht habe, um meine Aktivitäten wieder mehr nach Europa zu holen. Auf Windows kann und will ich aus diversen Gründen weder privat noch beruflich in irgendeiner Form verzichten. Die Diskussion ist müßig. Aber sonst kann man zumindest etwas korrigieren.
Ich habe seit längerer Zeit mein Kaufverhalten online komplett geändert. Ich lache inzwischen jeden aus, der mir Schauspielerei unterstellt und mir vorwirft, Amazon allen anderen Händlern vorzuziehen. Das ist nämlich nicht der Fall. Wenn ich online etwas bestelle, schaue ich zu allererst danach, ob ich das Produkt bei OTTO oder einer entsprechenden Alternative kaufen kann. Amazon würde erst ins Spiel kommen, wenn alles andere ausscheidet. Europäische Händler bieten ja auch europäische Zahlungen.
Nein, im Ernst: Es ist gar nicht so schwierig, mehr auf hiesige Anbieter zu setzen. Niemand muss PayPal nutzen, um online irgendwas zu bezahlen. Es gibt für mich in einem hohen Maß keinerlei Grund, bei Amazon etwas zu bestellen. Wer sich einmal davon frei gemacht hat, hat wieder etwas mehr Souveränität gewonnen. Und wie gesagt: Das muss niemand mitmachen. Aber unterstellt nicht anderen wider besseren Wissens irgendwas, das nicht stimmt.






Hallo Henning.
Ich fange mal von unten an. Was das große A betrifft, mache ich das mittlerweile genauso wie Du. Ich habe ja nicht nur die Erfahrungen als Kundin mit dem Laden von Bezos. Ich habe ihn auch als Autorin. Und beide Seiten laufen bei mir etwas unglücklich. Pakete, die beim Nachbarn einfach abgelegt werden. Über die Schattenseiten von Amazon und der Tätigkeit als Autorin habe ich ganze Artikel geschrieben (welche teilweise noch erscheinen). Was europäische Zahlungsdienstleister betrifft, würde ich die natürlich gerne benutzen und auch in meinem Shop integrieren, wenn sie wirklich angenommen werden.
Und ja, wie Du finde ich die Diskussion um Microsoft in bestimmten Bereichen einfach müßig bis ermüdend. Da ist zu viel Ideologie und zu wenig Pragmatismus im Spiel. Ich bleibe ebenfalls bei Windoof und MS Office.
Alles in allem haben wir eine ähnliche Denkweise bei dem Thema.
Liebe Grüße
Daira
Ja, ich weiß, wie das bei Amazon abgeht. Das ist einfach für Kunden und Anbieter eine Katastophe. Und was die Zahlungsanbieter betrifft, glaube ich, dass die besser angenommen werden, wenn die US-Buden gar nicht auftauchen und die EU-Buden besser erklärt werden. Jaja, das dauert und ist anstrengend. Aber es könnte klappen. Mit meiner Musik ist das vergleichbar. Leute von Spotify wegzukriegen und stattdessen Tidal / SoundCloud oder sonstwas zu nutzen, ist echt Arbeit.
@henninguhle Braucht man dafür Online-Banking? Beim Anmelden sehe ich, dass das der Fall zu sein scheint. Welche Kreditkarte hast du hinterlegt?
Kreditkarte? Ich brauche dafür keine Kreditkarte. Meine ganz normale Karte von der Sparkasse reicht aus.
@henning-uhle.eu
Vielen Dank. Ich kannte die App „Mobiles Bezahlen“ nicht
Remote-Antwort
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Ja, die funktioniert echt erstaunlich gut.
Wieder was Neues gelernt :)
Das freut mich.
@henninguhle „habe ich damit das Bezahlen mit PayPal und Google Pay ersetzt.“
Wero Apps werden die Standard Google APIs nutzen oder? Also landen deine Bankdaten in einem Speicher zu dem Google sich jederzeit Zugriff verschaffen kann.
Wero gibts nur als App – Obwohl das alles technisch via Webbrowser ginge – technisch. App bedeutet mehr Rechte. Will man das?
Meistens wird da Klarna angeboten. Da das aus Schweden kommt, ist das doch dann auch ein Ersatz bei Zahlungen, oder?
Klarna hatte mal n Skandal… die sind keinesfalls besser als Paypal. In meinen Augen sind die unseriös.
@schnedan Na klar…
Ich finde den pragmatischen Ansatz sinnvoll. Kann ich heute auf PayPal verzichten? Nein. Aber wenn ich WERO nutzen kann, mache ich es. Ein Android-Handy ohne Google? Ist leider (noch) ein besseres Telefon. Aber man kann das Handy soweit wie möglich und sinnvoll De-Googlen. Windows weg? Nicht alles läuft in einer VirtualBox flüssig genug… etc. pp.
Aber sich Gedanken zu machen ist ein guter Anfang!
Schöne Ostern!
Genau das meine ich. Daher finde ich auch immer so eine Einlassung etwas schwierig, dass man dann trotzdem nur mit Placebos hantiert. Manches kann eben nicht direkt weg.
Dir auch schöne Ostern.
Ich kenne Wero nicht, habe heute einen Bericht gesehen – interessant. Man braucht nichts extra wie bei PayPal, das eigene Konto reicht, der Datenschutz ist strenger. Hört sich gut an.
Ich zahle allerdings nach wie vor bar und das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Ist mir einfach lieber.
Und andere (wie Henning oder ich) sehen halt den Vorteil des bargeldlosen Zahlungsablaufs. Kein zeitaufwendiges Bargeld-Handling („Moment, ich habe die 2,74€ auch passend“ – in der zeit habe ich meinen 10-Produkte-Einkauf an der SB gescannt & bezahlt). Platzeffektiver – eine Karte ist kaum voluminöser als 3 Geldscheine und drei Münzen, kann im gleichen Etui wie Krankenkassenkarte, Perso und Führerschein verschwinden, statt (als Mann) unweit vom Gemächt in der Hosentasche nach dem Kleingeld zu fummeln (wenn man nicht eine extra Handtasche für eine richtige Geldbörse mitschleppen will). Zahlungsgenaue Aufschlüsselung der Ausgaben (wann wo wieviel bezahlt – teilweise dank digitalem Kassenbon sogar inkl. „wofür“) – läuft bei mir über eine DSGVO-konforme App.
Sprich die EC-Karte ist das klassische Zahlungsmittel – und als Spielerei liegen noch rund 20€ auf einem Wallet auf der Smartwatch. Dann kann man im Sommer am Strand-Kiosk bezahlen ohne Geld hin&her zu tragen :)
Hallo Henning,
Ich finde weros Ansatz mit der nativen Integration in die Banking-Apps sehr intelligent gelöst. So sinkt die Hemmschwelle zur Nutzung, da viele wero innerhalb einer gewohnten Umgebung nutzen und nichts extra installieren müssen. Aber entscheidender Faktor ist und bleibt leider der Plattform- bzw. Netzwerkeffekt. So lange die Händlerakzeptanz in den nächsten Monaten nicht signifikant steigt, sehe ich große Finanzierungsprobleme auf wero zukommen. Und die Anzahl der bisher registrierten Nutzer ist zwar groß – aber aktiviert heißt nicht, dass man wero auch tatsächlich aktiv nutzt. Ich hoffe, dass wero eine Chance hat. Ich habe wero aktiviert, bisher haben sich aber leider keine Möglichkeiten zur aktiven Nutzung ergeben. Digitale Unabhängigkeit ist wichtig – aber gerade im Finanzbereich leider sehr schwer zu erreichen.