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Alles. Jeden. Überall – SIM-Karten-Hersteller gehackt

Was für eine Überraschung! Der weltweit größte SIM-Karten-Hersteller wurde von den Geheimdiensten NSA und GCHQ gehackt. Soll Snowden erzählen. Snowden, Snowden… Das war doch der Ex-NSA-Mitarbeiter, der irgendwann man dem Guardian-Blogger Glenn Greenwald umfangreich erzählt hat, wie mies die Geheimdienste arbeiten. Die überwachen: Alles. Jeden. Überall. Und also haben sie sich auch die Keys für die Verschlüsselung von SIM-Karten gekrallt. War das jetzt so eine Überraschung? Wenn Geheimdienste etwas haben wollen, bekommen die das auch. Ist das so schwierig einzuordnen?

Edward Snowden und die SIM-Karten

Noch einmal zu meiner Meinung über Edward Snowden: Ja, er hat der Welt einen riesigen Dienst erwiesen. Einerseits hat er der Welt gezeigt, wie bösartig Geheimdienste sind. Andererseits sind nun Sicherheitslöcher bekannt geworden. Das Eine haben viele geahnt oder gar gewusst. Das andere haben viele Firmen nicht wahr haben wollen. Wie auch Gemalto, der weltweit größte Hersteller von SIM-Karten.

Das österreichische Magazin „FutureZone“ erzählt unter Berufung auf „The Intercept“ davon, dass NSA und GCHQ in das interne Computernetzwerk des holländischen Unternehmens eingedrungen seien. Sie haben dabei die Verschlüsselung von SIM-Karten ausgelesen. Dem Unternehmen aber ist dazu nichts bekannt. Auch die Sicherheitsabteilung der Firma hat angeblich nichts bemerkt. Es gab wohl keinerlei unerwünschte Zugriffe. Und das bei einer Firma, die jährlich um die 2 Milliarden SIM-Karten produziert.

Weitreichende Folgen: Online-Banking und Zahlungsverkehr

Da viele Leute Online-Banking über das Handy machen oder die mobileTAN von ihrer Bank nutzen, hat das weitreichende Folgen. Noch viel folgenschwerer wird das Ganze, wenn man sich anschaut, dass Gemalto auch weitere Geschäftsfelder im Online-Banking hat. Insofern ist ein erstmal sicher:

Unbemerkt wird man nichts mehr überweisen können, wenn man Online-Banking nutzt. Glücklicherweise haben da die Geheimdienste ein Auge drauf. Und wer Zutritt hat auf Gebäude mit Zutrittskontrolle, weiß nun auch die NSA, da Gemalto Weltmarktführer in Sachen Zutrittskarten für Gebäude ist. Ebenso sensibel ist das mit diversen Identifikationskarten mit Chips von Gemalto.

Konsequenzen?

Welche Konsequenzen sollen schon kommen? Die Regierungen finden ja total geil, alles mögliche zu überwachen. Besonders in Zeiten von Charlie Hebdo, Islamischer Staat, Boko Haram und Co. sind die Argumente für Überwachung schnell gefunden. Und da sich der Terror auch finanzieren muss, ist der logische Schritt, den Zahlungsverkehr zu überwachen – also Online Banking und dergleichen. Des Weiteren gehen sie ja immernoch davon aus, dass sich Terroristen über normale Handynetze unterhalten. Und das, obwohl das dutzendfach widerlegt ist.

Mobilfunk-, Online-Banking- und Batch-Karten-Nutzer werden aber zukünftig auf ihre Gerätschaften schauen und realisieren, dass da ein Mann im Ohr immer mitfährt. Aber letztendlich wird alles so weitergehen wie bisher. Denn wir haben ja nichts zu verbergen.

Hinweis: Ich hatte über Stunden „Semalto“ statt „Gemalto“ stehen. Sorry, war mein Fehler. Der ist inzwischen korrigiert.

Bildquelle: Lauschen – (C) OpenClips CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Alles. Jeden. Überall – SIM-Karten-Hersteller gehackt”

  1. Tcha, was sag ich dazu. Fühle mich ohnmächtig und ausgeliefert. Weiß aber auch keine Lösung dagegen.
    Es ist -glaube ich- ein Teil der menschlichen Entwicklung.
    Die einen wollen nur ganz viel Macht, die anderen nur ganz viel Geld – jeder ohne irgend welche Skrupel.
    Die dritten wollen einfach nur ihre Ruhe haben.
    So passt alles zusammen.
    Deshalb bin ich E. Snowden absolut dankbar. Er hat uns die Augen geöffnet, und hat -wie oft in der Geschichte- selbst nichts davon.

    1. Hallo Kalle, klar kann man ihm dankbar sein. Aber viel wichtiger ist es, dass man dann nicht die Schultern zuckt. „Ich habe nichts zu verbergen“ und „Die machen eh, was sie wollen“ helfen nicht weiter. Das Bewusstsein, dass alles nachverfolgt werden kann, muss vorhanden sein. Anders wird das nichts.

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