Das freche BASE

BASE? Ja, die Mobilfunk-Marke, die zum E-Plus-Konzern gehört. Der Anbieter, der bei der eigentlich abgesegneten Fusion mit O2 verschwinden soll. Jenes BASE, das jahrelang durch einfach strukturierte Tarife und Flats und sowas auf sich aufmerksam gemacht hatte. Dieses BASE meine ich. Leute, was Ihr Euch traut, ist schon frech. Und Ihr sagt nicht mal etwas dazu.

Seit dem 01. Juni gelten neue Bestimmungen für Verträge bei BASE. Daten-Flatrates, wie man sie sonst kennt, gibt es seitdem nicht mehr. Bisher war es ja so, dass man vertraglich ein gewisses Datenvolumen vereinbart hat. Ist dieses aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. So läuft das nun einmal. Und so ist das vom Markt angenommen. Aber BASE weiß es besser. Denn die Tochter von E-Plus hat einen ganz tollen Einfall gehabt.

Nehmen wir mal an, in Ihrem Vertrag sind 500 MB Internet-Flatrate vereinbart. Kommt man an diese magische Grenze, hat man bisher eine Meldung erhalten, dass das Surfvolumen aufgebraucht ist und die Leitung nun gedrosselt wird. In Zukunft werden Volumen-Pakete automatisch drauf gebucht. Einfach so. Datenautomatik nennen die das, glaub ich. Das Ganze macht man exakt 3 Mal, und flugs findet man sich im nächst höheren Vertrag wieder.

Applaus, Applaus! Das ist eine wunderbare Geschichte, um nun mal eben ganze Scharen von Verbraucherschützern, Anwälten und Gerichten zu beschäftigen. Ich habe auf jeden Fall keine Information erhalten, dass diese Bestimmungen nun so gelten. Und das, obwohl es die Tarife “BASE pur classic”, “BASE pur”, “BASE smart classic”, “BASE smart”, “BASE all-in classic”, “BASE all-in”, “BASE all-in plus” und “BASE all-in light” betrifft, also so das große Spektrum. Dass ich keine Information erhielt, liegt sicherlich daran, weil es sich um “Vertragsabschlüsse und Vertragsverlängerungen” handelt, die ab dem 01.06.2014 getätigt werden.

Komisch ist an der Sache, dass weder der BASE-Blog, noch der von der Mutter E-Plus gesponsorte Blog “Curved” darüber berichtet. Dafür aber unter anderem der Sascha Pallenberg. Das Schlimme ist, dass diese Dinge einfach mal klammheimlich eingeführt werden und somit die Kunden sozusagen hinter die Fichte geführt werden. Jeder, der nun seinen Vertrag verlängert oder gar einen neuen abschließt, wird so potentielles Opfer einer Vertragsfalle.

Mirko Müller schreibt bei Mobilenote, dass BASE sich spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn ein deutscher Anbieter es so macht wie der Rest der Welt, nämlich die unbegrenzte Flat anzubieten, dass sich dann BASE neu orientieren muss, um nicht komplett unterzugehen. Aber Dennis Vitt findet deutlichere Worte: Stirb, BASE, stirb!

Es ist eine bodenlose Frechheit, was sich da BASE herausnimmt. Da können die viel daherquatschen, dass sie sich auf Kundenwünsche einstellen wollen – oder was immer man da wohl palavert. Es ist jedenfalls Fakt, dass man als BASE-Kunde über kurz oder lang in die Kostenfalle tappen wird. Und das darf sich BASE nicht herausnehmen. Wenn ich das richtig sehe, ändern sich damit entscheidende Vertragselemente. Hat man da nicht ein Sonderkündigungsrecht? Ich bin da nicht der Vertragsexperte. Ich meine ja nur.

Bildquelle: Logo von BASE – See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

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