Keine Datenautomatik mehr bei Vodafone

Das Thema Datenautomatik ist ein leidiges. Vodafone jedenfalls kann sie nicht mehr so ohne weiteres einsetzen. Das ist gerichtlich beschieden worden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte entsprechend geklagt und nun vor dem Landgericht Düsseldorf Recht bekommen. Vodafone hätte es wissen können, denn ein ähnliches Urteil wurde auch gegen die Datenautomatik von O2 gesprochen. Nun gut, was lernen wir am Ende daraus?

Vodafone darf jetzt erst einmal keine Klauseln für Highspeed-Volumentarife mehr verwenden, die die nachträgliche Freischaltung von kostenpflichtigen Datenpaketen ohne Zustimmung von Verbrauchern beinhalten können. Also die Erlaubnis dafür jedenfalls. Die merkwürdigen Klauseln, dass Datenoptionen „gegebenenfalls“ freigeschaltet werden und die Kunden per SMS informiert werden. Es scheint so, als hätte sich der Kunde gar nicht wirklich dagegen wehren können.

Solche Dinge – diese Optionen – müssen klarer geregelt werden. Ob man sie nun Nebenleistungen oder Zusatzentgelte nennt, diese Datenoptionen müssen klar benannt und bepreist werden. Sie dürfen eben nur mit Zustimmung des Kunden überhaupt aktiv werden. Und wenn, dann muss so etwas direkter Bestandteil des Vertrages werden. Alles andere wird als nicht kundenfreundlich angesehen, wie mir scheint.

Es darf eben nicht sein, dass es zu unerwarteten Kosten kommt. Ich habe schon oft gehört, dass auf einmal ohne vorherige Ankündigung die Rechnung höher ausfiel. Auf Nachfrage hat man dann erfahren, dass das auf Seite Neunhundertachtzig irgendwo im Fließtext steht. Ja, das ist übertrieben, aber so ungefähr war das. Es wurde eben nicht dediziert darauf hingewiesen, dass dies so gewollt ist von den Mobilfunk-Anbietern.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht diese Datenautomatik als „unzumutbare, nachträgliche Vertragsänderung“ an. Stattdessen müsste Vodafone nun sofort drosseln, wenn der Kunde das gebuchte Datenvolumen aufgebraucht hat. Inwiefern das kundenfreundlich ist, darf jeder für sich selbst bewerten. Vodafone ist jedenfalls – wie O2 / Telefonica – vor Gericht unterlegen und muss nun handeln. Und was lernen wir daraus? Ich bin mir nicht sicher. Wird hier den Verbrauchern zum Recht verholfen? Oder ist das Alles nur ein Pyrrhussieg?

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×SaveYourInternet

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

vielen Dank für Ihr Interesse. Leider steht unser Service heute nicht zur Verfügung. Wir protestieren gemeinsam mit der Autorenschaft der Wikipedia gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die im Parlament der Europäischen Union Ende März verabschiedet werden soll, und schalten unsere Seite für 24 Stunden ab.

Monatelang haben EU-Kommission, EU-Parlament und der EU-Rat im sogenannten Trilog hinter verschlossenen Türen an einem neuen EU-Urheberrecht gearbeitet. Im Kern geht es darum, die finanziellen Interessen der großen Medienkonzerne gegenüber Betreibern von Internetplattformen durchzusetzen.

Ausgetragen wird dieser Konflikt auf den Rücken der Internetnutzer und Kreativen. Diese müssen nach dem aktuellen Entwurf mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das freie Internet, wie wir es kennen, könnte zu einem „Filternet“ verkommen, in dem Plattformbetreiber darüber entscheiden müssen, was wir schreiben, hochladen und sehen dürfen. Denn das geplante Gesetz schreibt Internetseiten und Apps vor, dass sie hochgeladene Inhalte präventiv auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. Selbst kleinere Unternehmen müssten demnach fehleranfällige, teure und technisch unausgereifte Uploadfilter einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht einzuhalten (Artikel 11).

Wenn Sie unsere Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform teilen, werden Sie aktiv: