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Logo des Konzerns Samsung - By Samsung (//www.samsung.com) [Public domain], via Wikimedia Commons Logo des Konzerns Samsung - By Samsung (//www.samsung.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Samsung angeblich künftig ohne Google-Apps

Samsung ist ja immer wieder für eine Überraschung gut. Hier und da hinterlassen solche einfach nur Kopfschütteln, manchmal sind da sinnvolle Dinge dabei, und ab und zu weiß man nicht wirklich, was man mit den Dingen anfangen soll. Viele der Überraschungen kommen über Gerüchte in die Runde. Aber wie das mit Gerüchten eben so ist: Oft ist da im Kern ein Stückchen Wahrheit dabei.

Ich sehe schon förmlich die Kommentare in den sozialen Netzwerken vor mir: „Schon wieder Samsung?“ Oder „Warte doch mal die richtigen Informationen ab“ – Aber zu manchem muss man auch mal seine Meinung erzählen, auch wenn es sich nur um Gerüchte handelt und auch wenn es schon wieder nur um Samsung geht.

Mein geschätzter Blogger-Kollege Mirko Müller hat bei MobileNote einen interessanten Artikel geschrieben, in dem es darum geht, dass Samsung offenbar künftig ohne Apps aus dem Google Play Store auskommen möchte. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel im GoogleWatchBlog. Es geht darum, dass künftige Bestrebungen des koreanischen Smartphone-Herstellers die Zukunft von Android gefährden könnte.

Es handelt sich um den Fakt, dass derzeit schon Samsung immer mehr eigene Software (oder solche, die Samsung für die eigene ausgibt) auf die Smartphones bringt und somit für den Benutzer immer weniger die Notwendigkeit besteht, Software aus dem Play Store nachzuladen. Aber es soll im Oktober eine Entwicklerkonferenz von Samsung stattfinden, auf der verkündet werden könnte, dass Software von Google komplett von Samsung-Smartphones „verbannt“ wird.

Das würde, so meine Meinung, das Ende für Android auf Samsung-Smartphones bedeuten. Denn es ist ja eigentlich so, dass bei solchen Plänen die Verknüpfung zum Play Store aus der Oberfläche verschwinden müsste. Und konsequenterweise müsste dann auch die Notwendigkeit verschwinden, ein Google-Konto auf einem Samsung-Handy einzurichten. Und das würde sich dann ja Google nicht gefallen lassen.

Wenn man das weiterdenkt, dann würde dies bedeuten, dass Android nach und nach von Samsung-Handys verschwinden würde. Was dann kommt, ist völlig klar: Tizen. Aber das würde dem normalen Benutzer nicht einmal auffallen. Denn schon jetzt ist es dem normalen Benutzer, der nicht immer ein technischer Experte ist, nicht bewusst, dass er Android als System nutzt, denn auf dem System prangt die Samsung TouchWiz-Oberfläche. Das tat sie auch auf Bada. Und wenn man nicht sehr ins Detail geht, fällt dem technischen Laien der Unterschied zwischen Android und Bada auf einem Samsung Handy gar nicht auf.

Natürlich wird diese Oberfläche auch auf Tizen-Smartphones zum Tragen kommen, sodass dem Nutzer künftiger Smartphones der Koreaner der Umstieg auch bloß nicht auffällt. Die einschneidendsten Unterschiede wird es wohl bei Apps geben. Denn wenn ich kein Android-Handy habe, habe ich keinen Zugang zum Google Play Store. Und dann kann ich auch dessen Apps nicht nutzen. Bei Bada war es z.B. WhatsApp oder Foursquare oder dergleichen.

Samsung will aber die eigenen Apps stärker machen. Oder man will sich starke Partner suchen. Es sollen zumindest gute Alternativen zu den Reißern aus dem Play Store kommen. Das kann dann aber nicht so etwas wie ChatON als Alternative zu WhatsApp sein. Und den Google Chrome auf einem Android-Smartphone kann man nicht so komfortabel ersetzen. Zumindest fehlt mir da ein wenig der Glaube daran.

Keine Frage: Wie dem auch sei, Samsung legt sich mit solchen Plänen ganz sicher mit Google an. Hierbei könnte es sich einfach nur um ein wildes Machtspiel handeln. Denn es ist vielen völlig klar: Ein Samsung Galaxy S5, das schon wieder kolportiert wird, hat ohne Android keine Chance. Aber Samsung wird wohl als größter Abnehmer von Android versuchen, Google unter Druck zu bringen. Es scheint dabei aber so, als würden die eigentlichen Kunden und Benutzer – wie so oft – keine Rolle spielen.

Um die Kräfte dann wieder auszugleichen, kommt Google gar nicht umhin, mit seiner Tochter Motorola neben dem „Moto X“ einen richtigen Knaller zu bauen. Denn im Moment soll wohl Google vor Samsung vor Ehrfurcht erzittern. Hier muss man aber wirklich erstmal abwarten, wie sich das entwickelt.

Bleibt die Geschichte, was ich von den Gerüchten halte, dass Samsung ohne Apps aus dem Play Store um die Ecke kommen könnte: Wenn dem so wäre, dann müsste die Android-Linie eingestampft werden. Da man mit Android die Galaxy-Reihe verknüpft, wäre das ja wohl das Ende der Galaxy-Smartphones. Und das kann sich selbst Samsung nicht erlauben. Und ein Galaxy mit Tizen ist unvorstellbar, da jedes Betriebssystem eine eigene Gerätegruppe hatte.

So wie bei Nokia: Lumia ist die Serie mit den Windows-Geräten, Asha die mit der eigenen Entwicklung. Bei Samsung heißt das dann: Galaxy ist die Android-Serie, ATIV die Windows-Serie und Wave die Bada-Serie. Man muss dann einen neuen Serien-Namen einführen. Und mindestens bis dahin wird es die Google Play Store Apps auf Samsung-Geräten geben. Oder wie sehen Sie das?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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