Wird E-Plus cool oder WhatsApp lahm?

Die E-Plus Gruppe tut sich ja mit O2 zusammen. Ich habe dazu mal geschrieben, dass sich da zwei Krüppel zusammentun. Nun ja, ich selbst kann über die Netzqualität nicht viel schlechtes sagen, aber was weiß ich denn schon? Ich habe eben nur ein zügiges mobiles Internet, wo andere sich einen Wolf laden.

Nun kommt aber WhatsApp ins Spiel. Den Amerikanern ist nichts zu bunt, um in den Medien zu bleiben. Die Präsenz der letzten Tage ist schon beeindruckend. Denn die sehr kritisierbare Firma macht nun einen auf gemeinsame Sache mit den Düsseldorfern.

Ich erzähle Ihnen hier wirklich keinen Witz. Heute finde ich im Blog der E-Plus Gruppe folgenden Satz:

Zusammen mit E-Plus bietet WhatsApp seinen Nutzern künftig ein attraktives Mobilfunkprodukt.

Es geht um die erste “Mobile Virtual Network Operator-Partnerschaft weltweit”, die da WhatsApp mit einem Mobilfunk-Anbieter eingeht. Was jetzt? Der Datensammler WhatsApp gibt keinem mitlauschenden amerikanischen Provider wie Verizon den Vorzug? Ausgerechnet in Deutschland, wo die Leute bis zum Erscheinen von WhatsApp recht sorgsam mit ihren Daten umgingen, hat man einen Partner gefunden, um künftig auch Telefongespräche anbieten zu können?

Wahrscheinlich liegt das daran, weil E-Plus als Carrier sehr unterschätzt wurde. Ich habe den grünen Konzern eigentlich immer als innovativ empfunden. Dass sie so schlecht eingeschätzt wurden, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Das mag woanders stimmen, in Leipzig und Co. funktioniert das Netz tadellos. Und weil WhatsApp nun auch Sprachnachrichten verschicken will und damit Skype und die anderen Voicemail-Anbieter angreifen will, ist man auf ein gutes Netz angewiesen.

Mirko Müller findet bei Mobilenote, dass WhatsApp derzeit “irgendwie in den Medien unterwegs sein” will. Scheinbar hat WhatsApp durch den negativen Trubel über sich selbst – wie Threema und Telegram – enorm profitiert. Und nun will man Skype und Viber angreifen. Man will datenschonend Sprachnachrichten übertragen. Und das schon “bald”.

Ich weiß nicht so richtig, wie ich das finden soll. Wollen sich beide etwa in ein besseres Licht stellen? WhatsApp wegen der Vorwürfe der Datenweitergabe und der Unsicherheit; E-Plus wegen des Anscheins der schlechten Netzqualität. Zumindest bei E-Plus wäre das ein Wurf mit dem Schinken nach der Salami. Man will zwar mit WhatsApp eine gemeinsame Plattform erschaffen, aber nur um sich zu profilieren? Das hat E-Plus nicht nötig.

Was hat der Nutzer davon? Nun ja, wo andere noch tippen, kann der E-Plus-Kunde (also auch Base, Aldi Talk, Freenet, Simyo usw.) einfach ins WhatsApp hinein plappern. Wenn man dazu dann Mundart spricht, haben die Geheimdienste wenigstens nicht viel davon.

Alles in allem möchte ich hier erst einmal abwarten, was passiert. Wenn da eine Funktion mit echtem Mehrwert und datenschutzkonformen Richtlinien geschaffen wird, wäre das ein echtes Achtungssignal. Aber dafür ist es noch um einiges zu früh. So lang muss sich der arme WhatsApp-Nutzer eben noch die Finger wund tippen.

Bildquelle: Informationsaustausch / CC0 by Geralt Altmann via Pixabay.de

2 Kommentare

  1. Hallo Henning. Eine schöne Schilderung der Hintergründe finde ich. Ich glaube es geht hier immer mehr um Geld und mit “innovativen” Lösungen will man neue Nutzergruppen ansprechen – auf Kosten der Privatsphäre vermutlich. WhatsApp dürfte ja als “SMS-Killer” E-Plus schöne Umsatzmargen gekostet haben. Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst verbünde dich mit ihm – aus Sicht von E-Plus nachvollziehbar. Ich nutze kein WhatsApp mehr. Aber ich glaube ich bin eher die Ausnahme.

    1. Hallo Jochen, das ist natürlich sinnvoll, sich mit seinem Feind zu verbünden. Ich warte mal ab, inwiefern das für den Nutzer überhaupt sinnvoll ist. hier wird sicher noch einiges an Zeit vergehen. Ich nutze kein WhatsApp, weil mein Handy nicht damit kompatibel ist. Damit bin ich auch eine Ausnahme.

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