Ich habe ja auf BandCamp so ein Album, „The Cascade LP“. Was ist nun seit der Album-Veröffentlichung alles passiert? Und was folgt daraus? Das sind so Fragen, mit denen man sich herumschlagen muss, wenn man als Musiker digital Musik veröffentlicht, was ja heutzutage der Normalfall ist. Und so muss ich mal Farbe bekennen und ein kleines Resümee aus der Album-Veröffentlichung ziehen. Wer weiß, vielleicht ist das ja auch für andere interessant.
The Cascade LP: Wie lief die Album-Veröffentlichung?
Am 01.08.2025 habe ich bei BandCamp mein Album veröffentlicht. Es war schon am 31.07. verfügbar, aber sei’s drum. Für Tracks des Albums gab es insgesamt beim BandCamp 28 Plays. Nein, nicht, dass ihr denkt, dass das Album so häufig von irgendwem gespielt wurde. Es ist die Summe aller Plays für alle Stücke des Albums. Also im Schnitt 3 pro Track, allerdings allein der Haupttrack „My World“ wurde 9 mal gespielt, der Rest quasi nur ein-, zweimal. Von den 28 Plays kam es acht mal vor, dass das jeweilige Stück komplett gespielt wurde.
Jetzt ist es ja so, dass ich die Album-Veröffentlichung bewusst so eingerichtet hatte, dass man das Album beim BandCamp kaufen konnte. Im Download war – wenn ich das tatsächlich richtig eingestellt habe – das Originalfoto enthalten, aus dem ich das Cover gemacht hatte. Herunterladen kann man es, indem man einen Preis angibt. Und zwar ab 0,00 Euro. Das ist zweimal passiert. Also hat das Album unterm Strich dort niemanden interessiert.
Nein, ich bin nicht so verwegen, dass ich nun denke, ich werde der große Star. Aber ich bin ehrlich, das hat mich schon extrem enttäuscht. Denn ich habe ja nicht ohne Grund erzählt, dass ich enorm viel Herzblut in das Album gesteckt habe. Und dann interessiert das niemanden. Ich bin seit der Album-Veröffentlichung dabei, dass ich herausfinden will, woran das liegt. Scheinbar aber nicht an mir. Denn ich habe gehört, dass das auch vielen anderen Musikern so geht.
Was folgt nun daraus?
Nach der Album-Veröffentlichung inklusive vollständig fehlender Resonanz – Es kommt ja nicht mal „Ey, was für ein dämlicher Unfug“, nein, es kommt gar nichts an Reaktion – habe ich mich mal umgehört. Vermutlich ist es so, dass jede Menge Musiker dort irgendwas raushauen, aber BandCamp an sich eine Art Geisterstadt ist. Wie gesagt, auch andere Musiker haben vergleichbare Erfahrungen gemacht. Ach, und meine Musik läuft ja mit großem Zuspruch auf SoundCloud. Immerhin.

Natürlich macht man sich einen Kopf. Man denkt sich: „Bist du wirklich so scheiße, dass du es nicht mal verdient hast, für deine Musik ausgelacht zu werden?“ – Aber ich glaube, das ist nicht mal der Fall. Ich denke schon, dass ich mein Publikum habe. Aber das ist halt nicht bei BandCamp unterwegs. Und all die Leute, die behaupten, man solle doch unabhängige Musiker auf BandCamp unterstützen, erzählen Quatsch. Zumindest ist das in meinem Fall so.
Ich denke, viel mehr als die genannten 28 Plays werden nicht zustande kommen. Ich lasse „The Cascade LP“ erstmal weiter auf BandCamp liegen. Aber ich habe mir gesagt, dass – wenn ich nochmal eine Album-Veröffentlichung machen sollte – diese dann auf keinen Fall dort erfolgen wird. Wer weiß, vielleicht nutze ich dafür Ditto Music oder SoundCloud, im schlimmsten Fall sogar BandLab. Aber BandCamp? Das Ding ist nix für mich. Und das wurde mir durch die Album-Veröffentlichung klar.






Echt schade! Ich hätte es dir wirklich gegönnt.
Naja, nützt ja nix. Vielleicht über einen anderen Weg.
Ja 👍
Danke für den Bericht. Auf Bandcamp pinkelt kein Hund dran … Hoffentlich wird subvert.fm was Grosses
Remote-Antwort
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Das klingt spannend. Ich hab noch nix darüber gehört. Aber wer weiß, vielleicht wird das ja was. Denn mal ehrlich, wir müssen aus den Algorithmen raus. Klappt ja sont auch, wie ich sehe.