Aquarian Warriors – Wenn die Achtziger anrufen

Ich hab mal was neues in Sachen Musik gemacht und es „Aquarian Warriors“ genannt. Und ihr fragt euch sicherlich, was der Quatsch nun soll. Da mich dieses Stück ziemlich geschafft hat, weil ich weit über ein Jahr darüber gebrütet habe, muss ich euch ein paar Takte dazu erzählen. Wir begeben uns in die Welt der Fantasy. Und ich habe schon einen ziemlich ausgewachsenen Knall, dass ich sowas gemacht habe. Aber wer weiß, vielleicht gefällt euch das Ding ja auch. Also, was gibt es zu dem Ding zu erzählen?

Wenn dich Alphaville musikalisch prägen

Ich bin ja ein großer Freund der Musik von Alphaville. Nein, kommt mir bitte nicht damit, dass die ja nicht mehr als „Big In Japan“ und „Forever Young“ hatten. Erstens definieren die beiden Sachen die Band nicht, und zweitens gibt es Hölle viel Musik von ihnen. Sie waren halt nicht begehrt bei Funk und Fernsehen. Und das begann mit dem Album „Afternoons In Utopia“, für mich eins der besten Alben der Achtziger. Lasst euch also nix von Statistiken und anderer Leute Meinungen erzählen.

Jedenfalls gibt es auf diesem Album einige Stücke, die mich immer wieder einholen. Und irgendwie wollte ich auch sowas mal machen. Auf dem Album geht es um Fantasy und um die Mahnung, einfach aus dem hektischen Alltag auszubrechen. Also habe ich dann irgendwann mal angefangen, mir eine Akkordfolge zu erarbeiten, die zu dieser Art Musik passt. Und so bin ich bei F#-Moll gelandet und bastelte und klimperte vor mich hin.

Musik von Alphaville ist ja immer sehr verspielt, und so wurde es bei mir auch höchst verspielt. Weil der entstehende Track irgendwie nicht weit weg von „Fantastic Dream“ und „Universal Daddy“ von dem Album ist und es darin um Aquarianer geht, habe ich das Stück halt „Aquarian Warriors“ genannt. Einen anderen Grund hatte das nicht. Und so baute sich das Stück quasi von selbst auf. Aber ich war mit dem Anfang überhaupt nicht zufrieden: Ein wilder Arpeggio über einige Oktaven.

Über Monate habe ich „Aquarian Warriors“ immer wieder aufgemacht und geschaut, ob ich denn irgendwie einen besseren Anfang finde. Nein, irgendwie nicht. Und so fummelte ich mit Arpeggio, ohne Arpeggio, klimperte und machte und kam zu keinem Ergebnis. Und dann fiel mir das Zwischenspiel ein, was ich da hatte. Das habe ich dann auch mal an den Anfang gesetzt, und plötzlich war das Stück fertig und ergab Sinn.

Und dann wird der Prozessor gegrillt

Wenn du Musik mit dem Computer machst, so wie das bei mir der Fall ist, hast du ja nur begrenzte Ressourcen. Ich habe für „Aquarian Warriors“ fürchterlich komplexe Sounds verwendet, die allesamt vom Computer verarbeitet werden müssen. Und plötzlich schlug Ableton Alarm wegen der CPU-Überlastung. Angezeigt wurden 325% CPU-Verbrauch. Ich dachte nur noch: Ach du Scheiße! Ich habe sofort alles gestoppt.

Glücklicherweise kannst du seit Ewigkeiten in Ableton deine Spuren einfrieren. Das entlastet den Prozessor. So habe ich das mit fast jedem Sound gemacht. Ich wollte mir ja nicht meinen Track verhunzen. Ich war froh, dass ich den endlich fertig bekommen hatte. Am Ende hatte ich Glück, denn so konnte ich dann endlich meine Arbeiten an diesem Fantasy-Synthpop-Track abschließen. Geschlagene 16 Monate hat das am Ende gedauert. Ich hoffe, es hat sich gelohnt.

Aquarian Warriors

„Fantastic Dream“ hört ihr hier. Und „Universal Daddy“ gibt es hier. Ja, mein „Aquarian Warriors“ hat nur am Rande irgendwas mit den Tracks zu tun. Das war aber auch nicht gewollt. Ich will ja niemanden covern. Es ging mir mehr darum, ein wenig die Einflüsse mit einzuarbeiten. Ob mir das gelungen ist, müsst ihr selbst beurteilen. Ich bin jedenfalls auch auf dieses Stück stolz.

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