Das macht mich schon echt traurig. So kurz vor Weihnachten heißt es für Chris Rea das allerletzte Mal „I’m Driving Home for Christmas“. Es heißt, „nach kurzer Krankheit“ sei der Musiker gestorben. Und so kurz vor dem Ereignis, das ihm seinen größten Hit geschaffen hat. Das ist echt schade. Aber wir sind alle halt nicht unsterblich. Und der Brite war ja auch alles andere als gesund. Aber wenn es dann wirklich passiert, ist das immer schlimm. Gucken wir mal.
Mister Slide Guitar
Ich habe viele Lieder des Briten gern gehört. Nicht nur sein absurdes Weihnachtslied, an das man natürlich kurz vorm Fest denkt, wenn Chris Rea in aller Munde ist. Er war bekannt für seine rauchige Stimme, seine Slide Guitar mit dem Bottleneck und seinen Blues-Stücken. Aus tausenden Musikern hörte man ihn immer heraus. Mir fallen da sofort „Let’s Dance“, „Road to Hell“ oder „Auberge“ ein. Er kaufte sich mit 13 Jahren seine erste Gitarre und schrammelte drauflos.
Sein erster großer Welthit war „Fool (If you think it’s over)“. Er schrieb für seine große Tochter „Josephine“ und für seine kleine Tochter „Julia“. Und er nutzte tatsächlich einen Glaskörper für das Slide-Spiel. Das hat ihn weltweit berühmt gemacht. Immer mit dabei die Fender Stratocaster namens „Pinkey“. Er war Geschichtenerzähler, dem die Ideen in alltäglichen Situationen in den Sinn kamen. Sein ganzes Leben lang begleitete ihn seine Frau Joan Lesley.
Naja, und dann kam die Vorweihnachtszeit 1986. Seine Frau hatte ihn mit dem Auto aus London abgeholt, und sie standen im kompletten Verkehrskollaps. Überall schlecht gelaunte Leute. Und belustigt über diese Situation fing er dann halt an, „Driving Home for Christmas“ vor sich hin zu singen. Und jetzt ist er ein letzten Mal „heimgefahren“. Damit wird es in diesem Jahr ein ziemlich trauriges Weihnachten bei den Hinterbliebenen von Chris Rea und seinen Millionen von Fans.
Dabei hatte er schon länger gesundheitliche Probleme. Seit 1995 plagte er sich immer wieder. Erst war es Pankreaskrebs, der durch Entfernung der Bauchspeicheldrüse entfernt wurde. Er wusste, dass das nur jeder dritte Mensch überlebt. Später hatte er einen Schlaganfall, nach dem er mit dem Rauchen aufhörte. Und nun ist der Rocker aus Middlesborough, der sich immer als „normalen Musiker“ ansah, gestoben.
Chris Rea war irgendwie immer da
Bei „Fool (If you think it’s over)“ war ich 5 Jahre alt. Bei „Let’s Dance“ haben wir die Schuldiscos aufgemischt. „The Road To Hell“ begleitete uns durch die Wendezeit. „Auberge“ war der Soundtrack bei meiner ersten Ausbildung. Und so war Chris Rea irgendwie immer da. Und natürlich dudelte immer in der Vorweihnachtszeit „Driving Home for Christmas“. Mister Slide Guitar war zwar nie der lauteste, aber ein stabiler Begleiter in meinem Leben.
Nun entsteht da eine Lücke. Da es keine gleichwertigen Musiker wie ihn gibt, wird diese Lücke wohl bleiben. Ich müsste auch lügen, wenn ich behaupten würde, dass seine Musik nicht auch einen kleinen Einfluss auf meine eigene Musik hatte. Damit ist nun der nächste Held meines musikalischen Kosmos gestorben. Ich glaube, dass erst mit der Zeit klar werden wird, welches Loch da jetzt klafft. Aber seine Musik wird bleiben. Deshalb baue ich euch halt dieses Lied hier ein:





@henning-uhle.eu
Mich erstaunt die Parallele zu George Michael, der mit "Last Christmas" ebenfalls einen Mega-Weihnachtshit gelandet hat und der auch (viel zu jung) an Weihnachten verstorben ist.
Remote-Antwort
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Ach, guck, soweit habe ich gar nicht gedacht. Danke für die Ergänzung.
Chris Rea hat mich nie so in seinen Bann gezogen- aber mit 74 ist das doch früh… Aber ich kann das durchaus verstehen- war ich doch auch betroffen als Richard Tandy am 1. Mai 24 verstarb. Tandy war der Typ, bei dem viele Hersteller von Synthesizern ihre neuen Geräte vor der Markteinführung mal vorbei brachten. Er war eine Zeit lang Virtuose auf diesen Geräten- und schuf damit den Sound des „electric Light Orchestra“.
Ja, so ist das mit den Geschmäckern. Da hat jeder so seine eigenen Vorlieben. Aber mit Richard Tandy, das weiß ich auch noch.
Sehr schön geschrieben. Ich mag sein „Drivin‘ Home For Christmas“ lieber als „Last Christmas“ vom Wham – aber auch das gehört inzwischen einfach dazu und es wäre merkwürdig, wenn es nicht mehr gespielt würde.
Ja, natürlich werden beide immer weiter gespielt. Es wäre ja sonst auch Quatsch. Bing Crosby spielt man ja auch nach wie vor. Danke für’s Lesen.
100 % Zustimmung! Er war ein großartiger Musiker, der mich durch mein Leben begleitet hat. Es ist sehr schade!