Der Hype um einen Grafen

Es geht zum zweiten Mal in der Geschichte dieses Blogs um das musikalische Phänomen „Unheilig“ rund um den Herrn, der sich „der Graf“ nennt. Es geht auch darum, wie Unheilig polarisiert und infiziert. Ich möchte meine Sicht zu Unheilig niederschreiben.

Im Januar 2010 schrieb ich einen Artikel über die bisherige Musik von Unheilig, als der inzwischen zum Gassenhauer mutierte Song „Geboren um zu leben“ vor der Veröffentlichung stand. Viel ist seitdem passiert.

Zunächst muss ich wohl feststellen, dass es Unheilig nicht gut getan hat, zu einem Major Label zu wechseln, obwohl sich nun endlich der verdiente Lohn einstellt. Aber wo tritt der Graf nun auf? In der großen deutschen Unterhaltungskunst des deutschen Massenfernsehens.

Ich möchte das nicht kritisieren, aber täglich die Einnahme von 3 – 6 Tabletten Unheilig überfordert mich dann doch. Wie ich dem genannten Artikel schrieb, fand ich zu der Zeit „Geboren um zu leben“ überragend. Ich finde es weiterhin nicht schlecht, aber man stumpft ab bei Überkonsum.

Nun fand die Bild-Zeitung auch heraus, dass „der Graf“ angeblich Bernd Heinrichs heißen soll. Woher kommen solche Informationen, wenn dies zur Privatsphäre des Herrn zählt, die er schützen lässt? Darf eine Zeitung solche offensichtlich falschen Informationen verbreiten? Frei nach dem Motto: „Vater erschlug Sohn, BILD sprach mit dem Opfer“.

Was war noch beim Grafen los?

Ach ja, es gab die „Große Freiheit“. Das war das zugehörige Album. Ganz gut, aber es kam nicht an die Intensität des Vorgängers „Puppenspiel“ heran. Das behaupte ich subjektiv und lade jeden dazu ein, sich selbst ein Urteil zu bilden. Und „Geboren um zu leben“ überschattete die beiden Nachfolger-Singles „Für immer“ und „Unter deiner Flagge“.

Als Beispiel für das „Puppenspiel“ eins der für mich kraftvollsten Unheilig-Werke:

Ich vermute einfach, dass sich der Hype um den Grafen irgendwann legt. Er ist halt kein Pop-Musiker. Und ich hoffe, dass dann wieder solche kraftvollen Songs zutage gefördert werden.

Eins möchte ich noch in diesem Zusammenhang loswerden: Der Graf nennt seine Band „Unheilig“. Aber liebe Gothic-Freunde, er macht keine Gothic-Musik. Er ist ein Poet, ein Liedermacher oder ein Lyriker. Und er verbindet die Gabe, kraftvolle und bedeutungsschwangere Texte zu verfassen, mit dem Sinn für düstere Elektronik-Musik.

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