Wenn du 16 bist, kann es sein, dass dich bestimmte Musik wie ein Vorschlaghammer trifft. So war das damals bei mir „Street Tuff“ im Jahr 1989. Das war irgendwie so vollständig nach meinem Geschmack. Es war irgendwie so, als ob Bob Marley Frankie Knuckles getroffen hatte und die zusammen nach ein paar „Bongs“ dieses Ding zusammengeschraubt hatten. Und irgendwie war mir so, als gäbe es eine tiefere Bedeutung hinter der Nummer. Schauen wir mal, was daraus wurde.
You know what it is? I’m just street tuff
Steh auf, der MC hat angefangen. Bring die Stimmung zum Kochen und groove mit. Halt, du bist in einem Notlager. Du magst Bass? Ich liebe ihn abgöttisch. Gedränge, und ich habe Muskeln. Zeit zum Rocken, denn der Rhythmus ist fett. Tanz, lass uns durchdrehen. Wenn du mich siehst, ruf „Rebel MC“! Der Gesetzlose wirbelt Staub auf. Du weißt, was das ist? Ich bin einfach ein harter Hund.
„Just keep rocking“ war der letzte Refrain. Ich bin zurück, brandneu am Mikrofonständer. Auf der Bühne lasse ich es leicht aussehen. Ich bin der Rebell. Also lauf, komm, folge mir! Hard, nicht weich, Underground-Boss! Dreh den Bass auf, die Höhen natürlich auch. Fühl die Musik, und du fragst dich: Ist er ein Yankee? Nein, ich bin Londoner. Sag deinen Kumpel, ich mache es hart. Du weißt, was das ist? Ich bin einfach ein harter Hund.
Einfach wie A-B-C, leicht wie 1-2-3. Ja, das ist der Rebel MC: Hart wie ein Ninja, stechend wie eine Biene. Zurück auf vielfachen Wunsch. Jetzt rockst du mit einer Ein-Mann-Band. Lass dich treiben, mach Bewegungen, die du kennst. Fülle den Nachtclub, rock die Disco. Funky Music, davon kann ich nicht genug bekommen. Du weißt, was das ist? Ich bin einfach ein harter Hund.
Der Rhythmus bringt mich in Fahrt. Lass mich dich auf eine Reise, einen musikalischen Flug mitnehmen. Ich bin ein Gauner, weiß, wie man Geschäfte macht. Ich bin kein Fake, denn ich bin echt. Feiere ab zum brandneuen Mixdown. Bleibt standhaft, Double Trouble im Hintergrund. Vergiss den alten Stil, das ist der neue Sound. Du weißt, was das ist? Ich bin einfach ein harter Hund.
Alle zusammen, schüttelt eure Hüften. Der Rebel ist da, und er ist ein harter Hund. Alle zusammen, schüttelt eure Hüften. Der Rebel ist da.
War wohl nix mit einer Message
Wer hat denn da „Street Tuff“ von sich gegeben? Einmal Michael Alec Anthony West, besser bekannt als „Rebel MC“, und dazu „Double Trouble“, bestehend aus Karl Brown und dem bei einem Brand 1997 ums Leben gekommenen Sohn eines Ghanaischen Diplomaten, Michael Menson. Double Trouble waren ein Hip House Projekt, das exakt ein Album hatte und ansonsten durch die eine oder andere Single, aber vor allem durch Remixes auffiel.
In Deutschland kennt man sowohl den Rebel MC als auch Double Trouble eigentlich nur mit „Street Tuff“, was hierzulande ein nennenswerter Hit war. Aus dem Rebel MC wurde inzwischen Congo Natty, als er 1994 zur Rastafari-Religion konvertierte. Inzwischen macht er keinen Hip House mehr, sondern mehr oder weniger Jungle. Und wo er jetzt religiöse Botschaften in seinen Tracks hat, war das bei „Street Tuff“ ja irgendwie anders.
Ich hatte ja gedacht, dass weil es eben um den „harten Hund“ geht bei „Street Tuff“, dass da irgendwas ist in die Richtung: Guckt mal, was das Leben auf der Straße aus mir gemacht hat. Aber nix. Wie bei so vielen Rappern geht es einfach nur darum, dass er den Größten hat und seine Musik die geilste ist. Vor allem, wenn man das Video sieht, das vor einer Videowand oder so abläuft, auf der halt auch Industriegebiete und Arbeiterviertel gezeigt werden.
Ach ja, die Lady, die da singt, ist Janet Rose. Die war vorher als Background-Sängerin von Simply Red unterwegs. Die Nummer ist maximal ansteckend mit einer Mischung aus Dancehall, House und Rap. Es ist doch scheißegal, ob der Rebel MC von wichtigen Themen erzählt, das Telefonbuch vorliest oder einfach erzählt: Schnallt euch an, hier kommt der Geilste. „Street Tuff“ funktioniert meiner Meinung nach bis heute extrem gut. Und damit schicke ich euch ins Wochenende.
Das Lied
„Street Tuff“ dürfte heutzutage aktuelle Möchtegern-Dance-Stücke komplett zerstören, wenn es mit seinem Geklapper, seiner vielen Percussion, den Vocal Samples und dem absolut abhängig machenden Bass um die Kurve biegt.
Und der Vollständigkeit halber: Das macht der Rebel MC als Congo Natty heutzutage, das ist die bisher letzte Single vom November 2025:






@henning-uhle.eu bei mir wars anders…
so ab vielleicht 12: Queen I & II, Genesis (Lamb lies down…), ZZ-Top,…
Und dann als es kam, waren die Seattle 4 genau richtig (Grunge)
Im Prinzip wurde daraus schnell ne krude Mischung aus prog Rock, Grunge, Trashmetal und Crossover…
Remote-Antwort
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Na gut, so ist das halt mit dem Geschmack. Irgendwie hatte mich halt das Stück eingefangen.
Ach, das kenn ich auch noch aus meiner House/Hip-Hop-Phase Ende der 80er/Anfang der 90er. Hab auch noch das Album und ’n paar Remixe. Aber ich hab mich dann, teilweise mithilfe von Nu Metal, wieder Richtung Rock/Metal umorientiert – wobei etwa Queen eh eine Konstante bei mir waren…
Da war ich schon ein Jahr im Säurefieber. Allerdings eine Spielwiese, die auch Doublet Trouble nutzte. Hip House war da eigentlich schon ausgelutscht, aber in Deutschland kam immer alles etwas später.
JAja, ich weiß schon, Fast Eddie hat da nur müde gelächelt. Aber komm, war an sich schon gut.
Ich sach ja auch nix gegen, habe ich ja auch mitgenommen. Die Hook vom Rebel MC hat ja auch ein paar Jahre später für die Hits von Ace of Base gesorgt. ;)
Fast Eddiie *schwelg*, aber ich glaube 89 war mehr das Jahr von Tyree Cooper ;). Lil Louis hat für den ersten Techno-Hit gesorgt, den man einfach nur auf 45 abspielen musste, um auch die Nachbarn zu schocken. Die Mädels fuhren voll auf die Loops of Infinity ab und mich guckten sie alle doof an, weil ich schon den Remix vom Superfly Guy spielte, nicht den S-Express. Bomb da Bass hatte da noch nen Kracher mit 10 seconds to Terminate, die B-Seite, ein Acid-Brett vor dem Herrn, weswegen ich auch prompt des Schulbusses verwiesen wurde.
Am meisten geflashed hat mich allerdings Stakker (heute FSOL) mit Humanoid, mit ihrem auch als Cracktro auf dem Amiga erschienenen Remix.
Das Reggae DnB Ding von Congo Natty geht mir gut rein, obwohl das sonst nur bedingt meine Baustelle ist.