Irgendwie muss ich mir was einfallen lassen. Meine musikalische Reise ist irgendwie nicht mehr so spannend wie noch vor ein paar Wochen. Es ist nicht so, dass es mir keinen Spaß mehr macht. Aber irgendwie merke ich, dass ich ein gehöriges Stück festgefahren bin. Wer weiß, vielleicht habe ich es auch in letzter Zeit ein wenig übertrieben. Aber ich fühle den Stil nicht mehr, den ich jetzt längere Zeit gemacht habe. Und deshalb muss ich irgendwie was ändern.
Warum nennt man es denn überhaupt musikalische Reise?
Eigentlich ist der Begriff „musikalische Reise“ ja schon irgendwie doof. Da gibt es so einige Wichtigtuer in Sachen tanzbarer elektronischer Musik, die immerzu von einer „musical journey“ reden. Und dann schwafeln die irgendwelchen Kram daher, den sie mantraartig wiederholen. Ich war ja mal der Meinung, meine musikalische Stimme gefunden zu haben. Das war auch durch eine Leere entstanden. Genau da stehe ich gerade wieder. Und ich habe da so eine Ahnung, woran das liegt.
Ich glaube, man nennt das Ganze „musikalische Reise“, weil man sich als Musiker – ob Profi oder als Hobby – immer weiterentwickeln will. Ich habe bei meiner Musik allerdings irgendwie das Gefühl, irgendwie in einem festgelatschten Weg stecken geblieben zu sein. Wenn ich so gucke, was ich alles so in letzter Zeit angefangen habe, dann lande ich ganz schnell immer an irgendwelchen gleichen Punkten. Und das gefällt mir irgendwie so gar nicht.
Wie gesagt: Es ist nicht so, dass ich keine Musik mehr machen will. Aber ich will wieder die Spannung fühlen, wie zu der Zeit, als ich mit Melodic House angefangen habe. Wenn ich mir Melodic House mal bei Tidal anhöre, merke ich halt auch, dass es mich lange nicht mehr so begeistert wie noch vor Monaten. Vielleicht ist die ganze Geschichte ja auserzählt? Das Genre ist ja eigentlich auch grundsätzlich nicht so ekstatisch, euphorisch und reizt dann auch nicht zu Begeisterungsstürmen.
Wo geht es denn mit meiner Musik hin?
Ich bin mir nicht sicher, was ich mal probieren werde. Vielleicht sollte ich meine musikalische Reise einfach mal unterbrechen. Innehalten, Luft holen, was anderes machen. Was ich in jedem Fall gemerkt habe, ist die Tatsache, dass mir momentan meine musikalischen Helden enorm viel geben. So bin ich neulich mal wieder über „Construction Time Again“ und „Some Great Reward“ von Depeche Mode und über „Faith“ von The Cure gefallen. Und – ja, Mann – das war schon geil.
Vielleicht sollte ich einfach erstmal aufhören, ständig in Ableton irgendwas rumzufummeln, da es mich eh derzeit nicht weiterbringt. Ich habe um die 50 angefangene Tracks, bei denen ich auf allerschnellstem Weg da gelandet bin, wo ich eigentlich nicht hin wollte. Ich hab mich neulich mit einem guten Bekannten über meine Musik unterhalten. Der meinte auch, dass ich irgendwie immer wieder beim Gleichen rauskomme. Wir haben dann gewitzelt, dass ich meine eigene „Bohemian Rhapsody“ bauen sollte.
Aber im Ernst: Warum soll ich denn nicht nach einer Pause mal was völlig anderes machen? Ich meine, ich hab doch einen ganzen Sack voller musikalischer Einflüsse: Depeche Mode, The Cure, OMD, Bruce Springsteen, Simple Minds und, und, und. Ich will damit nicht andeuten, dass ich nun einen auf „Blasphemous Streets of Philadelphia“ und „Lullaby of Orleans“ machen werde. Aber ich will halt wieder das Feuer haben.
Was passiert jetzt?
Bis Ende März sind noch 3 Veröffentlichungen geplant, darunter mein zweites Album „Treasures“, von dem ich euch mal erzählt hatte. Das ist dann wohl auch erstmal ein guter Schlusspunkt, findet ihr nicht auch? Davor kommen noch eine EP und eine Single. Und wer weiß, vielleicht greife ich dann im April oder so wieder zu. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich weitermachen werde. Dafür bin ich zu sehr Musik-Junkie. Aber ich muss aus den festen Mustern ausbrechen.
Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht. Neulich bin ich über das neue Album von Angelo Kelly gestolpert. Der hat auch einfach mal was neues probiert. Warum ich das nicht auch machen? Nein, ich werde ganz sicher keinen Irish Folk machen. Ich kann ohnehin keine Gitarre und keine Fiddle oder Uilleann Pipes spielen. Aber irgendwas komplett neues probieren, das könnte ich. Warum denn auch nicht? Wir werden sehen.






@henning-uhle.eu Ich weiß, Du hast nicht um Rat gebeten – aber da Du Deine Gedanken teilst, tue ich das auch ;-)
Hast Du mal über Kollaborationen nachgedacht? Wenn man sich gegenseitig in der Kreativität befruchtet, kann das ein echter Booster sein. Scheint mir gerade in Deiner Situation hilfreich zu sein.
Remote-Antwort
Ursprüngliche Kommentar-URL
Dein Profil
Warum muss ich mein Profil eingeben?
Diese Website ist Teil des ⁂ Open Social Web, einem Netzwerk miteinander verbundener sozialer Plattformen (wie beispielsweise Mastodon, Pixelfed, Friendica und andere). Im Gegensatz zu zentralisierten sozialen Medien befindet sich dein Profil auf einer Plattform deiner Wahl, und du kannst mit Menschen auf verschiedenen Plattformen interagieren.
Wenn du dein Profil eingibst, können wir an dein Profil senden, wo du diese Aktion abschließen kannst.
Du wirst lachen, darüber hatte ich echt mal nachgedacht. Das ist aber gar nicht so einfach, Leute zu finden, mit denen das passt.
Ich hatte mal ein Ding mit einem Sänger gemacht, klickstu hier für Streaming. Aber erstens war das bisher der einzige Versuch und zweitens hatte es da auch nur zum Teil gepasst.
Also ich bin da schon grundsätzlich offen dafür. Mal gucken, was sich so ergibt.