Als Musiker – ob nun professionell oder als Freizeit-Musikus wie ich – bist du beim Musikstreaming auf einen digitalen Vertrieb angewiesen. Das ist nun einmal ein Fakt, da es nicht möglich ist, als Musiker Musik bei Spotify und Co. hochzuladen. SoundCloud klappt, Tidal auch. Aber die Mehrheit erwartet einen Vertriebspartner. Und da kommen diese Gatekeeper ins Spiel. Bei Ditto Music, die diese Rolle in meinem Fall übernehmen, ist momentan etwas sehr merkwürdiges im Gange. Und da muss ich mal ein wenig jammern.
Die Friss-oder-Stirb-Mentalität
Jaja, kluge Leute erzählen mir bestimmt jetzt gleich wieder: Mach doch BandCamp oder Tonträger oder verwurste das auf deiner Webseite. Letzteres macht der Marcel ziemlich gut. BandCamp nutze ich ja wieder, wie ich neulich mal hier schrieb. Und was Tonträger betrifft: Habt ihr eine grobe Vorstellung, wie hart unerschwinglich so etwas für Freizeit-Musiker ist? Das scheidet also aus. BandCamp beobachte ich derzeit, und auf der eigenen Webseite weiß ich noch nicht, ob ich da etwas mache.
So, und da sind wir beim Musikstreaming. Das ist alles irgendwie unbefriedigend. Ja, ich bin auf irgendwelche Einnahmen nicht angewiesen, weil die Musik halt nicht mein Beruf ist, sondern ein Hobby. Aber du willst dann ja doch überall stattfinden. Auch, weil Plattformen wie SoundCloud immer fragwürdiger werden. Ja, Spotify ist auch nicht das Wahre. Aber wenn meine Musik überall hin verteilt wird, ist das schon in Ordnung. Aber du bist dann halt dem Musikvertrieb ausgeliefert. Und da werde ich gerade richtig irre.
Digitaler Vertrieb als Gatekeeper ins Musikstreaming
Ich habe bis 31. August bei Ditto Music die Dienstleistung des Vertriebs gebucht. Bisher war ich eigentlich ganz zufrieden mit ihnen. Meine Veröffentlichungen landeten zuverlässig bei den Plattformen, ich erhielt einen Sammel-Link pro Veröffentlichung, die Tantiemen wurden zuverlässig bezahlt. Sowas in der Art. Aber das hat sich spätestens mit „Tangerines“ neulich geändert. Mit zuverlässiger und pünktlicher Weitergabe an die Plattformen ist es vorbei, und damit hapert das Musikstreaming.
Am Freitag soll meine neue Single kommen. Mittlerweile habe ich den Sammel-Link. Bei Ditto Music heißt das Smartlink. Ihr könnt euch die zwei Versionen hier schon mal speichern. Aber auch hier musste ich erst mit dem „Support“ diskutieren, bis das soweit war. Und die Plattformen – also Spotify, SoundCloud, Tidal etc. – wissen nach wie vor nichts davon. Von Ditto Music wirst du da jetzt mit einsilbigen Textbausteinen abgefrühstückt und sollst die „Priority Distro“ buchen.
Hey, Ditto, verarschen kann ich mich selbst. Ihr seid die Gatekeeper. Ohne euch, kann ich als Freizeit-Musiker das Musikstreaming nicht vollumfänglich nutzen. Ihr habt in eurem Vertrag stehen, was eure Leistungen sind. Ich will eigentlich nur, dass ihr eure Aufgaben erledigt und nicht aus fadenscheinigen Gründen die Hände aufhaltet. Das Spiel spiele ich nicht mit. Und so suche ich derzeit nach einem neuen Partner, der vielleicht seriöser ist.
Es kann eine „Phase“ sein. Aber das kannst du doch als professionelles Unternehmen nicht bringen. Jedenfalls habe ich mich mal umgeguckt. Und da gibt es die eine oder andere Alternative zu Ditto Music. Es soll ja nicht so viel kosten, und die Musik soll trotzdem überall im Musikstreaming landen. Da gibt es schon Anbieter, die da ganz gut abschneiden. Und so werde ich mir das mal näher angucken. Ich will mich einfach nicht mit solchen Diskussionen herumschlagen.
Und BandCamp und BandLab?
Also BandCamp wird wohl eher nur ein „Nice to have“ sein. Ich lasse das einfach mal laufen und gucke mal, was mit der Zeit passiert. Was BandLab betrifft, so wäre das eigentlich eine gute Option, weil ich das ja eh als Austausch-Plattform mit anderen Musikern und für das automatische Mastering nutze. Aber, Boy, ist das teuer! Du wirst mit unzähligen Funktionen beworfen, wofür die dann gewaltig die Hand aufhalten. Ganz ehrich, das ist es mir nicht wert.
Nein, um meine Musik im Musikstreaming stattfinden zu lassen, werde ich wohl auch weiterhin einen Vertrieb haben müssen. Ob das auf Dauer Ditto Music ist, muss ich leider derzeit anzweifeln. Aber ich werde davon erzählen, wie diese ganze Litanei mit den Briten weitergeht. Viel Vertrauen habe ich da derzeit nicht.






2 Kommentare zu „Musikstreaming: Das Blöde am digitalen Vertrieb“
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