Remix: Was, wenn das Original echt lahm ist

Ich habe mit je einem Remix an dem einen oder anderen Contest teilgenommen. Jetzt habe ich die fertigen Werke gehört. Meine Güte, wie lahm. Da frage ich mich ernsthaft: Und das finden die selbst gut, was die da mit ihrem Original fabriziert haben? Mal ohne Mist: Das hätte ich locker auch hinbekommen. Ich bin aber nicht der „Number One Artist with millions of streams“, und wie man diese Clowns alle so bezeichnet. Ich schüttle hier schon die ganze Zeit den Kopf.

Was soll denn überhaupt ein Remix sein?

Über das Thema Remix wurde schon unfassbar viel geschrieben. Das muss ich jetzt nicht so sehr weit ausführen. Jedenfalls habe ich einen Account auf der Plattform „LabelRadar“. Und dort kann man an Remix-Contests teilnehmen. Die Plattform stellt die Contests immer hier online. Irgendwann hatte ich einfach mal einen Remix angefertigt, um zu gucken, ob das was für mich wäre. Und joar, das hatte schon Laune gemacht. Und dann sind wir schon dabei, was denn alles so geht.

Du kannst natürlich die Tonspuren eines Tracks aufsplitten und dann um – meinetwegen – die Gesangsspur einen neuen Track bauen. Das ist genau so ein Remix wie eine Version, die einfach nur länger ist oder ein, zwei Elemente mehr hat. Wenn du das ohne Absprache machst, kann man das Bootleg nennen. Aber rechtlich sauber ist das nicht. Wenn du aber bei so einem Contest mitmachst, kannst du sogar richtig was davon haben. Vor allem aber kannst du dich an existierendem Material üben.

Und bei LabelRadar ist es so, dass die Künstler da die Bedingungen stellen und die Spuren zur Verfügung stellen. Wenn du fertig bist, lädst du deinen Remix dann dort hoch, darfst ihn aber sonst nirgendwo veröffentlichen. Rechtliches und so. Wenn du dann Glück hast, wird der Remix ausgewählt und mit veröffentlicht, und du bekommst irgendwas dafür. Bei mir hatte das bisher nicht geklappt, aber ich konnte wunderbar üben. Das ist doch auch was, oder?

Was für eine lahme Grütze

Ich erfuhr mal von einem Contest, den eine House Band gestartet hatte. Der ist schon lange raus bei LabelRadar, ihr findet den also nicht. Ich habe mich daran beteiligt und von dem dort angebotenen Stück einen Remix gemacht. Das war zur Zeit von „Elysium“ etwa. Und so vom Stil her ist auch mein „Cascade RMX“. Ich war echt stolz auf das, was ich da fabriziert hatte: Elemente des Originals, den Gesang des Sängers, aber sonst komplett mein Ding. Man hatte ja komplett freie Hand.

Ich hab dann auch bei LabelRadar mal reingehört, was andere so abgeliefert hatten. Nun ja, ich dachte mir, ich kann da locker mithalten. Also ging ich hin und hab den Remix eingereicht. Die Wochen gingen ins Land, und irgendwann hatte ich aus dem Spam die Absage rausgefischt. Ich hab dann den Track völlig vergessen. Zwischenzeitlich wurde das Album veröffentlicht mit dem Track als Single. Ich hab davon nie wieder irgendwas gehört. Bis jetzt. Bei Tidal wurde mir das Album vorgeschlagen.

Der bewusste Track in der Single-Version befindet sich an zweiter Stelle. Ich wollte dann doch mal hören, was die Herrschaften da als ihr Wunderwerk hingestellt hatten. Alter, wollt ihr mich verarschen? Knapp 3 Millionen Streams auf Spotify, und das Ding klingt wie ein totgetretener Bettvorleger. Echt, das kann ich auch. Und ich frage mich, was diese Herrschaften da angestellt hatten, dass die derart oft gestreamt werden, man aber im Radio nie irgendwas von ihnen gehört hatte.

Am Ende bin ich ganz froh, bei diesem lahmen Gepöhle nicht mit genannt worden zu sein. Ich bin gerade noch dabei, das Album fertig zu hören. Aber ich habe bereits alle Tracks vor dem jetzt laufenden schon wieder vergessen. Das ging mir bei Nils Hoffmann lange nicht so. Das vorliegende Album ist so absurd langweilig, das überhaupt nichts hängenbleibt. Vielleicht hätte mein Remix da sogar etwas geändert. Aber sie wussten es halt besser. Und nein, ich sage euch nicht, wer das ist.

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