Shorty sagt: Default Apps oder stirb

Zurzeit kommen Menschen um die Kurve und listen ihre Default Apps oder nur ihr Default auf. Das ist quasi das, womit sie tagtäglich fummeln, ob beruflich oder privat. Manche kommen da mit einer statischen Seite um die Ecke, die man heutzutage wohl /Slahes nennt. Und da sind auch Menschen darunter, die meinen, „den bösen Amis“ den Rücken zuzukehren. Aber machen die das wirklich? Oder ist das nur eine Art Schattenboxerei?

Nicht falsch verstehen, ich finde es schon interessant, was andere so nutzen. Aber bitte tut nicht so, als zeigt ihr „den Amis“ den Stinkefinger, wenn ihr mit Hardware und Software von Apple unterwegs seid. Tut nicht so, als würdet ihr euch für andere interessieren, wenn ihr Spotify (Ja, das sind Schweden, aber gut sind sie nicht) nutzt. Stellt euch nicht so hin wie „die Guten“, wenn ihr Google Chrome oder Microsoft Outlook nutzt. Vor allem dann nicht, wenn ihr anderen gegenüber nicht müde werdet, WhatsApp zu verteufeln.

Nein, ich mache diesen Quatsch nicht mit. Sonst bewirft mich noch jemand mit Sägespänen, weil ich „das böse Windows“ nutze, was man ja angeblich für gar nichts gebrauchen kann. Macht mal euer Ding, aber tut bitte nicht so, als seid ihr die Retter der Welt. Das seid ihr alle nicht, wenn ihr mit dem Finger auf andere zeigt. Einige Finger der gleichen Hand zeigen dann vermutlich auch auf euch.

Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber wenn ihr schon nix mehr mit den USA zu tun haben wollt, dann müsst ihr alles an Apple-Kram, alles an Google-Kram, alles an Meta-Kram und Microsoft-Kram abschaffen. Und dann? Dann habt ihr es „den Amis“ aber gezeigt. Und nein, ich meine niemanden besonderen. Es ist nur ein seltsamer Eindruck, der sich ergibt, wenn man mal guckt, was andere so schreiben. So, und bevor ich mich verzettle, beende ich den Artikel gleich mal.

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4 Gedanken zu „Shorty sagt: Default Apps oder stirb“

  1. Hihi,

    ich habe schon überlegt, meine liebsten Programme auch mal aufzulisten. Ich befürchte aber, dann stünden hier viele Menschen mit Mistgabeln vor der Tür oder wären einfach so empört, dass sie platzen. So ist meine Slash-Seite (Ja, ich habe so Teufelsdinger) mit den „Uses“ auf die wichtigen Dinge im Leben beschränkt.

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  2. Ja, die Amis sind definitiv nicht mehr unsere Freunde und ich finde, das gehört boykottiert. Mit Tesla wollen viele Europäer nichts mehr zu tun haben, da hat ein Umdenken stattgefunden. Zurecht: Musk ist ein neolibertärer Zersetzer, der sich offen faschistisch benimmt und einfach ein komplettes Arschloch ist.

    Und nein, man muss nicht sofort und kompromisslos alles meiden, was man nicht mehr unterstützt. Ich muss (und kann) nicht alle US-Produkte ab sofort abschalten und kündigen. Darum geht es aber auch nicht: es geht darum, peu á peu mal anzufangen. Einfach mal anfangen und dann weitergehen. Mein Blogartikel von gestern handelt von genau diesem Thema.

    Mein Office-Paket ist jetzt SoftMaker Office NX und mein Betriebssystem wird immer mehr Linux (jetzt, nachdem es klappt).

    Und bitte bedenke: wenn Trump einen Furz quer sitzen hat, kann er Microsoft, ICANN & Co. per Dekret befehlen, alle US-Dienste in Europa abzuschalten. Und dann ist es das kleinste Problem, dass wir kein Insta mehr haben. Dann haben wir nüscht mehr: kein Wasser, keine Flugüberwachung, keinen Strom, keine Intensivstation, keine Verwaltung…überhaupt nichts mehr! Und das ist auch ein Grund, warum wir sehr, sehr schnell von US-Produkten unabhängig werden müssen. Denn irgendwann wacht Trump auf und dann sitzt ihm ein Furz quer.

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  3. Man muss es ja auch nicht unter „dem bösen Ami zeigen“ subsumieren. Sondern eher wirklich einen Folge des Bruchs des Glaubens an eine globale Hogemonie. Wenn Putin für eine siebenstellige Zahl an Kriegsflüchtlingen sorgt ist das ebenso ein Bruch des Vertrauens Richtung Osten, wie es das wilde Sanktionieren von missliebigen Organisationen durch die andere Seite ist. Und aus dieser Mischung von Unsicherheit, bröckelnden Bündnissen etc. wächst halt ein Gedanke, dass man kaum noch Freunde ex Europas hat. Dass die Konzerne eben nicht mehr die Interessen der Kunden verfolgen, sondern nur eigene Gewinnmaximierung.
    Und daher ist es legitim, wenn man z. B. von X zu Mastodon geht – nicht um es Musk zu zeigen, sondern um vor dem absurden Inhalten und Algorithmen von X zu flüchten. Sich einen europäischen Mailhoster sucht, um sicher zu sein, dass der bei GMail nicht aus irgendeinem quer sitzenden Pups von Trump gesperrt wird. Das Quersubventionieren des unsäglichen KI-Hypes nicht mitmacht und vom M365 auf eine europäische Alternative setzt. Statt einer den Nutzer überall gängelnden Windows-Welt wieder auf ein sauberes System wie Linux geht. Gern auch bei der Auswahl des Musik-Streaminanbieters auf die Auszahlungsraten achtet… Weniger um (negativ gesehen) den Ami zu schaden sondern vielmehr „Europe first“ (was der Ami kann können wir auch).

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