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Babak Rafati, was war los?

Es hätte ein völlig normaler Fußball-Samstag werden können. Aus Leipziger Sicht gab es von den beiden nennenswerten Mannschaften RB Leipzig einen Sieg und Lok Leipzig eine Niederlage. In der Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach den SV Werder Bremen gerupft wie eine Weihnachtsgans und so weiter. Aber das Spiel 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 war weitaus interessanter. Warum?

Babak Rafati - Bild verlinkt von spox.com

In Köln sollte der bekannte Schiedsrichter Babak Rafati das Spiel leiten. Leider kam es nicht dazu. Kurz vor Anpfiff erhielten die Fans über Anzeigetafel die lapidare Auskunft, dass das Spiel aus wichtigem Grund abgesagt wurde. Kurz zurvor fand man Babak Rafati mit aufgeschnittenen Armen in der Wanne in seinem Hotelzimmer.

Der Hannoveraner Schiedsrichter gehört seit 1997 zur Bundesliga und steht seit 2008 auf der Liste des Fußball-Weltverbandes FIFA. Enge Vertraute haben wohl inzwischen ausgesagt, dass ihnen keine depressiven Anzeichen gewärtig wahren. Seine Lebensgefährtin wurde inzwischen informiert.

Eilends wurde in Köln eine Pressekonferenz einberufen. Auf dieser gab DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger bekannt, dass der Leistungsdruck für die Schiedsrichter ungeheuer hoch ist. Zwanziger gab auch zu, dass es dem DFB nicht gelingt, der Druck auf die Schiedsrichter in eine richtige Balance zu bringen.

Das Nachrichtenmagazin STERN geht aber weiter. In einem sofortigen Bericht vermutet das Magazin auch, dass Rafati – was nicht bestätigt ist – in den Steuerhinterziehungs-Skandal in den Schiedsrichter-Kreisen verwickelt sein könnte. Es werden auch Burnout und Depressionen genannt. Und der Bericht erinnert daran, dass Rafati mehrfach von den Bundesliga-Profis als schlechtester Schiedsrichter gewählt wurde.

Ich denke, genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Rafati könnte doch – von wem auch immer – ein Ultimatum gestellt bekommen haben, dass er unbedingt bessere Leistungen zeigen muss. Und Rafati hat sich womöglich zu sehr unter Druck gesetzt. Und schon sind wir wieder bei Theo Zwanziger:

Der sprach ja von dem ungeheuren Druck. Vielleicht hat ja der DFB den Druck auf Rafati verstärkt, an dem der 41-jährige Bankkaufmann letztendlich zerbrochen ist.

Wenistens befindet sich Babak Rafati außer Lebensgefahr. Sein Zustand wird allenthalben als stabil bezeichnet. Also kann man ihm nur viel Glück und vollständige Genesung wünschen. Irgendwie fühlt man sich an Robert Enke erinnert. Und dann kommt man unweigerlich zu dem Spruch: “Sport ist Mord.

Bilder und weitere Berichte rund um Babak Rafati gibt’s bei Stern.de, bei RTL.de oder bei der Berliner Zeitung. Sicher noch überall woanders. Und hier geht’s in die ARD-Mediathek, in der Sie die Pressekonferenz mit Theo Zwanziger noch einmal sehen können.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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