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Chaos im Mariannenpark: Ist der FC International Leipzig der Gewinner?

Es ist ein Trauerspiel in Leipzig-Schönefeld im Sportpark Mariannenpark. Dort spielen ja zwei Vereine Fußball: Der SV Wacker und der FC International. Die Einen kommen ihren Verpflichtungen nicht nach, die Anderen bauen illegal. Die Einen haben die Kündigung zum Ende des abgelaufenen Aprils erhalten, die Anderen dürfen vorerst nicht weiterbauen. Zudem gibt es immer wieder Randale in der städtischen Sportanlage. Was für ein Chaos! Und ich habe das Gefühl, als ob der FC International Leipzig davon profitieren könnte.

Der SV Wacker Leipzig ist ein Stadtteil-Verein, der in hohem Maße den Frauen-Fußball des 1. FFC Wacker Leipzig unterstützt. Das schreibt der Club auf seiner Webseite, die ansonsten allerdings so gut wie leer ist. Es ist schon ein bisschen eigenartig, dass der Club die Domain www.mariannenpark.de hat. Denn dem Club gehört das Stadion im städtischen Kleinod im Nordosten der Innenstadt gar nicht. Er ist „nur“ Hauptpächter der Anlage. Nebenpächter ist der FC International. Und zwischen beiden Clubs gab es ja mehrfach Streit.

Der SV Wacker hatte mehrfach Vertragsbruch begangen. Und wenn jemand einen Vertrag bricht, wird dieser nun einmal gekündigt. Das ist auch von Seiten der Stadt und genauer des Sportamtes geschehen. Die Kündigung wurde zum 30.04.2017 ausgesprochen. Ein paar Tage darauf war der Club immernoch im Haus. Man kann es nachvollziehen, keine Frage. Aber das wirkt höchst eigenwillig, denn irgendwie kommt das doch Hausbesetzern gleich, oder?

Es wäre wohl nicht zur Kündigung gekommen, wenn sich der SV Wacker vertragsgerecht verhalten hätte und Schulsport aufgenommen hätte oder sich Genehmigungen vom Besitzer – also von der Stadt – eingeholt hätte, wenn die Anlage anderweitig zur Nutzung gegeben werden sollte. Und Abgaben wurden wohl nicht ordentlich bezahlt. Der Vorwurf, der hier ausgesprochen wird, lautet: Verschwendung von Steuergeldern. Zumindest liest sich das Ganze so.

In einem Kommentar zu diesem Artikel lese ich allerdings, dass der SV Wacker wohl schon längst Rechtsmittel eingelegt haben soll. Und in einem weiteren Kommentar unter dem gleichen Artikel lese ich, dass der Taufpate des FC International, der frühere Oberbürgermeister Tiefensee, irgendwie dahinterstecken könnte. Der Vorwurf der Kungelei steht da schon im Raum. Und es ist schon so, dass man das Gefühl bekommen könnte. Denn so richtig kommen die Bauarbeiten zum neuen Stadion des FC International nicht in Gang.

Soll eventuell der umstrittene Verein der Nutznießer sein? Der hat ja gewaltig mit Vandalismus zu tun. Nachdem der neue Club ohne Genehmigung einen provisorischen Sozialtrakt in den ihm zugewiesenen Teil des Mariannenparks gebaut hatte, ist der letzten Monat ja abgebrannt. Vergangene Woche wurden erneut Zerstörungen angerichtet. Und nun fragt man sich, wem das etwas nützen könnte. Es könnte der Eindruck entstehen, als ob die Wacker-Geschichte mit der International-Geschichte etwas zu tun haben könnte.

Aber das muss dann doch nicht der Wahrheit entsprechen, denn offenbar hat sich der FC International nicht einmal um einen Pachtvertrag beworben. Klar, das Stadion im alten Postbahnhof soll ja kommen. Also scheint es so zu sein, als ob der Club nicht der Gewinner des Chaos im Mariannenpark ist. Aber wer dann? Wer hat ein Interesse an dem dauernden Chaos? Und wie geht die Geschichte mit dem SV Wacker weiter? Eine seltsame Sache, wie ich finde.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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