Das Ende des FC Sachsen Leipzig

Es wird ja von diversen Anhängergruppen der Leipziger Traditionsvereine immer wieder über den Fußballverein Rasenballsport Leipzig (RB Leipzig) geschimpft. Nun wird ein Verein dicht gemacht. Der FC Sachsen Leipzig hat seine großen finanziellen Probleme und seine daraus resultierende Insolvenz nicht in den Griff bekommen und wird nun Opfer seines eigenen Missmanagements.

Auf der Webseite des Fußballvereins fand ich eine Pressemitteilung, die aus der Leipziger Volkszeitung stammt. Demzufolge sieht der Insolvenzverwalter des Fußballvereins aus der NOFV-Oberliga Süd (5. Liga) keine Chance mehr, den Vereinsbetrieb des Vereins aus dem Leipziger Stadtteil Leutzsch aufrecht zu erhalten. Nach vielen Fehlentwicklungen wie Missmanagement, Zuschauerschwund, Vereinsaufspaltung in FC Sachsen Leipzig und BSG Chemie Leipzig, ausbleibende Sponsorengelder, nicht gezahlte Mitgliedsbeiträge sowie ein marodes Stadion war aber die Aufrechterhaltung immernoch Plan A von Insolvenzverwalter Heiko Kratz.

Leider kommt es nun nicht mehr dazu. Damit ist einer der beiden größten Kritiker des RB Leipzig am Ende und wird zum Saisonende geschlossen.

Gibt es denn einen Plan B? Ja, da Heiko Kratz während seiner zweijährigen Arbeit viel Herzblut in den Verein gesteckt hat, hat er bereits seine Fühler ausgestreckt. Und was kam dabei heraus? Die Oberliga-Spielberechtigung des Vereins wird an die zweite Mannschaft von RB Leipzig verkauft, die damit – sollte der Klassenerhalt des FC Sachsen gelingen – um 2 Ligen aufsteigen wird. Die U23 von FC Sachsen wiederum wird sich – wenn alles wie gewünscht klappt – der ehemals abgespaltenen BSG Chemie Leipzig anschließen. Und diese wird den legendären aber maroden Alfred-Kunze-Sportpark als Heimspielstätte übernehmen.

Damit würde das Kind die Mutter auffressen. Kanibalismus scheint also auch im Fußball verbreitet zu sein. Und das damals vollmundig angepriesene „Schnellboot in die Bundesliga“ ist versenkt.

In einer Stellungnahme der BSG Chemie Leipzig bei ostfussball.de ist zu lesen, dass der entsprungene Teil des FC Sachsen – und damit einer der Gründe für das Aus dessen – bereits an einem Konzept arbeitet. Wir dürfen also gespannt sein.

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2 Kommentare

  1. Zu solchen Vereinsinsolvenzen wird es in Zukunft sicher noch häufiger kommen. Auch in der zweiten Liga leiden schon einige Vereine unter diesen Symptomen. Schön wäre es nicht. Aber auch im Vereinssport ist es so wie in der Wirtschaft. Es kann immer mal jemand durch falsches Management pleite gehen oder übernommen werden.

    1. Da hast du völlig Recht. Und schon sieht man: Fußball ist nicht nur Sport, sondern vor allem Business. Welcher Verein das nicht einsieht, ist schnell am Ende.

      Danke übrigens fürs Kommentieren.

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