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Derbyzeit in Leipzig – Noch eine Nachlese zur dritten Halbzeit

Was ist denn nun eigentlich am vergangenen Sonntag beim Derby Lok Leipzig gegen RB Leipzig passiert? Es sieht alles sehr verworren aus, was die hiesigen Medien und Blogger berichten. Wollen wir mal schauen, was ich so extrahieren kann.

Der Rotebrauseblogger hatte ja freundlicherweise meinen ersten Artikel zu dem denkwürdigen Spiel kommentiert. Er legte Wert darauf, dass feststeht, dass es keine bürgerkriegsähnlichen Zustände nach dem Spiel in der Red Bull Arena gegeben hat. Ich habe dazu noch so einiges erfahren. Aber dazu weiter unten mehr.

Auch die Leipziger Internetzeitung revidiert ihre Beobachtungen ein wenig. Die Zeitung hat Stimmen von Lok Leipzig eingesammelt, die die ganze Situation herunterspielen. So sollen Aussagen von RB-Stürmer Daniel Frahn nicht stimmen, die Situation soll doch nicht so prekär gewesen sein. Stimmt denn das wenigstens? Ich glaube nicht, wie ich im Folgenden zusammenfasse.

Ein Bekannter von mir, kräftig von der Statur und Mitglied in einem der Fanclubs der Rotweißen. Er hat mir erzählt, das Sicherheitskonzept ging voll und ganz nach hinten los. Er selbst wurde von hinten „umgetreten“, als er jemandem, der bei der dritten Halbzeit zu Fall kam, aufhelfen wollte. Er wurde bespuckt. Er hat gesehen, wie ein Rollstuhlfahrer aus seinem Gefährt herausgetreten wurde. Er weiß, dass die Familie von RB-Spieler Paul Schinke angegriffen wurde.

Grob zusammengefasst, muss es so gewesen sein: Die Lok-Fans wurden in nördlicher Richtung aus dem Stadion gelassen, die RB-Fans in südlicher Richtung. Fanclub-Mitglieder und jeder, der wollte, hat noch den Sieg etwas mit gefeiert und ist dann gemäß eben jener Regelung nach Süd aus dem Stadion gekommen. Während der Zeit des Feierns waren aber die Lok-Fans (oder diese Schläger, die sich unter die Lok-Fans gemischt haben) an der Südseite angekommen, sodass beide Gruppierungen aufeinander trafen. Und dann kam es zu der oft geschilderten Auseinandersetzung.

Nein, das Ganze als Bürgerkrieg zu bezeichnen, ist sicher zu viel gesagt. Aber die Auseinandersetzungen gab es nun einmal. Und sie gab es eben auch in der Heftigkeit, die nun unter anderem von den Lok-Verantwortlichen bestritten wird. Mein Bekannter sprach auch davon, dass die Polizisten sich quasi in der Sonne getummelt haben und mehr schlecht als recht für Ordnung sorgen wollten. Eingegriffen wurde wohl erst, nachdem der erste RB-Fan am Boden lag. Und der wurde von meinem Bekannten versorgt, welcher dann auch noch schwer attackiert wurde (siehe oben).

Ich möchte hier zusammenfassen: Soweit ich mitbekommen und gelesen habe, war das Sicherheitskonzept, so es eins gab, für die Katz. Laut persönlichen Aussagen gab es wirklich diese schweren Attacken, und es gab sie auch gegen Rollstuhlfahrer. Aber es ist wohl auch so, dass hier und da einiges zu sehr dramatisiert wurde. Fakt ist aber, dass sich Lok Leipzig meiner Ansicht nach als austragender Verein einer Untersuchung des sächsischen Fußballverbandes stellen muss. Und es muss Konsequenzen geben. Wie die ausfallen, habe ich nicht zu entscheiden. Für ähnliche Vorfälle wurden schon diverse „Geisterspiele“ verhängt. Oder es gab Ausschlüsse aus laufenden Wettbewerben.

Jedenfalls hat Lok Leipzig durch sein mangelndes Sicherheitsbewusstsein und seinen zu laschen Umgang mit gefährlichen Leuten (aufgeschnappte Aussage: „Die lassen doch alles ins Stadion, weil die auf jede gekaufte Eintrittskarte angewiesen sind!“) dem Ruf des Leipziger Fußballs wieder einen Bärendienst erwiesen. Das macht den Verein nicht unbedingt sympatischer.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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