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DFB-Pokal: RB Leipzig erhobenen Hauptes ausgeschieden

Ich konnte das Spiel nicht direkt verfolgen, habe aber einige Zusammenfassungen gesehen. Und da kann man nur sagen: RB Leipzig hat gestern in der zweiten Runde des DFB-Pokals zwar verloren, waren aber die bessere Mannschaft gegenüber dem FC Augsburg und verlassen erhobenen Hauptes den Wettbewerb.

RB Leipzig gegen den FC Augsburg - Werbebild - aus dem Facebook-Profil von RB Leipzig

Es gab gestern keinen Fernsehsender, der die Leipziger Fußball-Leidenschaft übertragen hat. Das hat aber sicherlich teilweise auch am FC Augsburg gelegen, nicht nur an der Tatsache, dass der Hausherr ein Viertligist war. In der Red Bull Arena zu Leipzig waren gestern Abend knapp 35000 Zuschauer, Rekord in Leipzig seit vielen Jahren (Ich schreibe hier nicht „Allzeitrekord“, denn im Vorgängerstadion gab es mal ein Spiel mit 110000 Zuschauern). Was bekamen die Zuschauer zu sehen?

– Ein Spiel auf Augenhöhe. Es war nicht so recht auszumachen, welcher Verein in der 1. Liga und welcher in der 4. Liga spielt.

– Eine prächtige Fankulisse mit La Ola-Wellen, Fangesängen und Schlachtrufen. Nein, hier spielte kein Retortenclub, sondern ein Verein, der zuhause angekommen ist.

– Packende Zweikämpfe. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. So, wie es sich für ein Pokalspiel gehört.

– Einen unglücklichen Spielverlauf für die Leipziger und einen mehr als zufällig gewinnenden FC Augsburg.

So wollen das die Leipziger Fußballfans, die einfach genug haben von den Querelen rund um die Traditionsvereine. Die Leipziger Fußballfans möchten Fußballkrimis sehen, die zu Fußballfesten werden. Sie stellen bei Wettbewerben wie dem DFB-Pokal das Ergebnis an die zweite Stelle, weil bei einer Konstellation 1. Liga gegen 4. Liga niemand ein Weiterkommen des Viertligisten erwarten kann. Sie wollen Spaß und Freude sehen. Sie wollen sehen, dass sich ihre Mannschaft reinhängt.

RB Leipzig gegen FC Augsburg - Werbebild 2 - Aus dem Facebook-Profil von RB Leipzig

Genau das ist gestern passiert. Der RB Leipzig war lange Zeit die bessere Mannschaft. Klar, der FC Augsburg kam durch einige Ausfälle mit ein paar unbekannten Spielern an. Trotzdem musste man davon ausgehen, dass die Spieler, die sonst die zweite Geige bei den Schwaben spielen, bis aufs Letzte kämpfen würden, um sich für die erste Garnitur zu empfehlen. Wenn dies so gewesen sein soll, dann braucht sich niemand beim RB Leipzig zu verstecken. Dann war der RB Leipzig besser als ein Erstligist. Und dann hätte sich der FC Augsburg auch nicht über ein Ausscheiden beschweren brauchen.

Es war wohltuend, in der Berichterstattung nichts von Randalen oder Ausschreitungen zu lesen oder zu hören. Bei der Partie Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden sah das ja wohl anders aus. Und insofern können wir festhalten: Der RB Leipzig wird über kurz oder lang eine große Bereicherung für die Ligen oberhalb der Regionalliga sein. Für Leipzig ist er es.

Das ZDF bietet eine Zusammenfassung des Spiels. Leider ist hier auch wieder die Rede von „Dosenarena“, „Retortenclub“, „Brausehersteller“. Da mag ja überall etwas dran sein. Trotzdem, liebes ZDF, ist es ein Fußballverein, der in knapp 2,5 Jahren erstaunliches geleistet hat. Für eine objektive Berichterstattung sollte man vielleicht mit derlei Schlagworten sparsam sein.

Jedenfalls zeigte der Abend auch, dass den Leipzigern der derzeitige zweite Platz in der Regionalliga bei weitem nicht ausreicht. Nun kann sich die Mannschaft voll und ganz dem Thema Aufstieg widmen. Ich bin davon überzeugt, dass der sowieso mehr im Blick von Übungsleiter Peter Pacult steht. Wir werden noch viel sehen von diesem Verein.

Und bevor ich Kommentare lese wie „Den Verein will hier niemand“, sei den Skeptikern gesagt: Es will in Leipzig niemand mehr Hundehütte 03 gegen Milchkanne 07 kicken sehen. Da aufgrund der derzeitigen Ligazugehörigkeit halt noch nicht die großen des deutschen Fußballs kommen, rannte man bis gestern eben zu den Pokalspielen. Aber über 34000 und ein nicht ganz ausverkaufter Gästeblock, das kündet nicht unbedingt davon, dass RB Leipzig nicht in Leipzig angenommen wird.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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