Ein interessantes Wochenende für Fußball-Leipzig

Ja, ich rede hier von Fußball-Leipzig. Es geht hier nicht darum, dass Dortmund wieder auf dem ersten Platz der Bundesliga steht. Nein, hier geht es um 3 bis 5 Etagen darunter, halt um den Leipziger Fußball.

Lok Leipzig - mit Tradition in die Zukunft - (C) 1. FC Lokomotive Leipzig e.V.

Schreiben werde ich zunächst über Lok Leipzig, laut Fans die Mutter aller Vereine. Das geht schnell, über den Verein zu schreiben. Die Frauen spielen in der 1. Frauen-Bundesliga relativ erfolglos. Aber immerhin hat damit, laut Lok-Fans, Leipzig Erstliga-Fußball. Aussage der Fans ist dann, dass genau deshalb Leipzig einen Verein wie RB Leipzig nicht braucht. Dass es anders ist, sollte inzwischen bundesweit bekannt sein. Tja, und die Herren der Schöpfung wollten um den Aufstieg in die Regionalliga mitspielen, um dann in der nächsten Saison gegen den, laut Lok-Fans, unnötigen und unaufsteigbaren RB Leipzig die Verhältnisse aus Lok-Sicht gerade zu rücken. Bislang sieht es nicht so aus, als ob dies klappen könnte, aber man will sich ja nicht aufgeben.

Leider können die Blaugelben an ihrem Platz irgendwo im Nirgendwo in der Tabelle der NOFV-Oberliga, Staffel Süd, nichts ändern. Das Auswärtsspiel gegen die Dynamo-Bubis in Dresden fällt aus. Also warten wir ab, was passiert. An einem solchen Wochenende haben die Lokfans aber Zeit, sich bei der Konkurrenz umzuschauen.

Die Mannschaft des RB Leipzig - (C) Bulls Club

Hauptkonkurrent ist – wenn man sich so Foreneinträge durchliest – der Verein RasenBallsport Leipzig, der RB Leipzig, die „Dosenheinis“, der Verein, der in Leipzig nicht erwünscht ist, aber trotzdem regelmäßig 4000 – 6000 Zuschauer anlockt, bei DFB-Pokalspielen auch mal über 30000 oder bei Spitzenspielen so um die 20000. In die Mannschaft von Obergrantler Peter Pacult kommt immer mehr Herzblut. Die rotweißen Mannen reißen die Fans immerzu mehr mit sich. Und am heutigen Nachmittag konnte es gut sein, dass mancher dem Herzinfarkt nahe war, als Germania Halberstadt in der 65. und 67. Minute einnetzte und RB mächtig zurückkam und dieses Spiel zwischen der 81. und 87. Minute in ein 3:2 drehte. So muss Fußball sein, da hat man Euphorie und Leidenschaft auf dem grünen Geläuf und auf den Rängen. Und so steigt man dann auch auf und holt sich attraktivere Gegner nach Leipzig, die das Stadion immer weiter füllen.

Leutzscher Fußball - (C) Screenshot von "Leutzscher Kameraden"

Das Sorgenkind im Leipziger Fußball ist aber 2x Grünweiß und befindet sich doppelt im Leipziger Westen. Die Rede ist von den sonderbaren Nachkömmlingen des gestrandeten Schnellbootes in die Bundesliga, dem ehemaligen FC Sachsen Leipzig: SG Leipzig-Leutzsch und BSG Chemie Leipzig. Meine Güte, das Internet ist voll von Diskussionen und gegenseitigen Anfeindungen. Man kann fast annehmen, dass die Anhängerschaft beider Mannschaften nichts anderes zu tun hat, als den jeweils anderen – und somit schlechteren – vollzupöbeln und zu beschimpfen. Morgen ist ein denkwürdiger Tag, denn beide Mannschaften haben morgen Heimrecht im gleichen Stadion in der Wernesgrüner Sachsenliga. Sie tragen morgen ihr erstes Derby gegeneinander aus. Und schon im Vorfeld kommt es dazu, dass man auf die jeweils eigene Schar schreibenderweise einredet, sich ruhig und besonnen zu verhalten. Die Polizei hat das Spiel als Hochrisiko-Spiel eingestuft. Und am Ende ist es dann sicher ein stinklangweiliges Hauen und Stechen.

Was aber immernoch sehr schlimm ist, sind diese ewigen Diskussionen, dass die SG Leipzig-Leutzsch von RB Leipzig bezahlt wird. Selbst Leute, die nicht in Leipzig wohnen, finden dies sehr lächerlich. Da gibt es dann schon mal zynische Kommentare wie: „RB Leipzig ist schuld am Aussterben der Dinosaurier“. Und über solche Kommentare stolpere ich, während ich einfach so über den Leipziger Fußball lese.

Dieser Fußball ist höchst interessant geworden. Ich bezweifle aber nach wie vor, dass es von den vier genannten Mannschaften signifikant mehr als RB Leipzig (vielleicht mit viel Rückenwind und Turboantrieb noch der 1. FC Lok) in höhere Fußballgefilde schaffen wird. Und das wird wohl die Erkenntnis in Fußball-Leipzig bleiben, auch nach diesem interessanten Wochenende.

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