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El Plastico – RB Leipzig gegen VfL Wolfsburg im DFB-Pokal

43348 Zuschauer haben heute verfolgt, wie sich der Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig gegen den Champions League Anwärter VfL Wolfsburg schlägt. Wer ernsthaft erwartet hat, dass bei einem Klassenunterschied von mindestens 1 Liga der Hausherren der Red Bull Arena die Favoriten-Rolle zukommt, dem sei gesagt: Nein, das konnte man nicht wirklich erwarten. Nichtsdestotrotz hat sich der RB Leipzig teuer verkauft. Und sich aus dem DFB-Pokal verabschiedet.

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Rund eine Stunde vor Spielbeginn waren die eisernen Fans von Bulls Club und Co. vollzählig angetreten und machten bereits Alarm. Wenn ich das immer höre, dass RB Leipzig keine Fans, sondern Werbetafeln oder sowas hat, habe ich kein Verständnis. Das sieht man ja an der Atmosphäre. Was man hier auf dem Bild nicht sieht, aber „El Plastico“ war ausverkauft. 43348 Zuschauer waren da. Und sie sahen ein gutes Spiel.

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Die Gänsehaut machte sich dann kurz vor Spielbeginn breit, als die Kurve ihre Schals hob. Und die Fans feierten ihre Mannschaft. Es spielten heute Fabio Coltorti, Lukas Klostermann, Tim Sebastian, Rodnei, Anthony Jung, Diego Demme, Dominik Kaiser, Joshua Kimmich, Emil Forsberg, Omer Damari und Youssuf Poulsen.

Wer gedacht hat, dass die Hecking-Mannschaft um die klangvollen Namen Diego Benaglio, Kevin de Bruyne, André Schuerrle, Bas Dost, Luiz Gustavo oder Naldo haushoch überlegen war, der hatte sich getäuscht. RB Leipzig hielt lange Zeit in allen Belangen dagegen. Wohl gemerkt: Eine Mannschaft, die in entscheidenden Positionen mindestens seit der Dritten Liga zusammenspielt, teilweise sogar seit der Regionalliga.

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Und so kamen eben die Rasenballer durchaus zu ihren Chancen, die teilweise recht eng für den ehemaligen Schweizer Nationaltorhüter wurden. Ob es Poulsen war oder Forsberg – RB Leipzig versteckte sich zu keiner Sekunde. Was aber auffiel: Konsequent den Torabschluss hat niemand gesucht. Viel war für die Galerie. Es sah schön aus. es sah gut aus. Aber in einem Pokalspiel muss man einfach mal draufhalten. Und das haben die RB Leipzig Spieler zu wenig gemacht.

Und dann brauchen eben Champions League Anwärter, gespickt mit Nationalspielern, nur Chancen in ungefähr der Anzahl wie der Zweitliga-Aufsteiger, um in Führung zu gehen. Nach 20 Minuten war es Daniel Caligiuri, der per Rechtsschuss die Kugel hinter Coltorti versenkte. Und nach knapp 60 Minuten war es Timm Klose, der einnickte. Zweimal war Wolfsburg eiskalter und cleverer als Leipzig und hatte damit das Spiel für sich entschieden.

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Die Mannschaft um Kapitän Dominik Kaiser steckte aber nie auf. Auch nachdem noch vor der Pause Leipzigs bester Abwehrspieler Tim Sebastian verletzt ausgewechselt wurde und würdig von Sebastian Heidinger vertreten wurde. Auch nachdem in der Anfangsphase Rodnei in der Abwehr arge Probleme hatte. Auch nach Gegentoren. Und dafür wurde die Mannschaft gefeiert. Trotz dass sie ausgeschieden sind.

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Die Mannschaft hat kurz nach Abpfiff stehende Ovationen bekommen. Sie haben gekämpft, haben alles gegeben, aber es hat nicht sollen sein. Aber wer hat das ernsthaft erwartet? Wie gesagt: Die Wolfsburger waren einfach cleverer. Die Leipziger waren aber keineswegs schlechter. Und auf so einer Leistung lässt sich aufbauen. Das ist meine persönliche Meinung. Zwei Tore gegen so eine Mannschaft wie den diesjährigen VfL Wolfsburg eingeschenkt zu bekommen, ist kein Beinbruch. Eine erfahrenere Mannschaft hätte aus dem Spiel vielleicht mehr gemacht. Nun kann man sich aber auf die Liga konzentrieren.

Auf der Heimfahrt hatte ich einige lustige Erlebnisse. Hatte ich beim Pokal-Fight gegen den FC Erzgebirge Aue erst bemängelt, dass es zu ruhig zuging, war das dieses Mal irgendwie anders. Die Straße, auf der die Straßenbahn fuhr, war von RB-Fans belagert. Es wurde gesungen, gelacht, gefrotzelt und eigentlich auch gefeiert. In der Bahn selbst hat sich dann gezeigt, dass das ein „El Plastico“ war. Denn auf den Scherz eines RB-Fans zu einem VfL-Fan, ob man Trikots tauschen würde, entbrannte fast eine handfeste Schlägerei. Wer das nicht Fußball-Atmosphäre nennt, bei dem weiß ich auch nicht.

Ich habe ja versprochen, dass ich wiederkomme. Heute war es soweit. Und es wird weitere Gelegenheiten geben. Die Fans, die nicht in der Kurve stehen, dürfen nur mit der Zeit gern lauter werden. Aber das wird noch. Anfangs war es ja gut temperiert, was da abging. Aber je mehr die Zeit herunterlief und jedem das Ausscheiden klar wurde, desto ruhiger wurden die Fans. Aber die stehenden Ovationen gab es trotzdem. Und die Mannschaft wurde gefeiert. Und so muss das weitergehen. Und deshalb komme ich auch wieder.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “El Plastico – RB Leipzig gegen VfL Wolfsburg im DFB-Pokal”

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