FC Prominent oder doch FC International Leipzig

Es gibt mal wieder etwas haarsträubendes über den Leipziger Fußball zu berichten. Seit Monaten wurde über ihn diskutiert, und er wurde sogar – ich weiß nicht genau – seit rund einem Jahr als besser als der RB Leipzig hingestellt. Die Rede ist von einem merkwürdigen neuen Fußball-Projekt mit dem wohlklingenden Namen FC International Leipzig. Na, Prost, Mahlzeit!

Wie viel steckt denn dahinter? Ist das einfach nur ein schlechter Witz? Oder bekommt Leipzig damit noch einen weiteren attraktiven Fußball-Club? Man darf das schon mal hinschauen, was da aus der Taufe gehoben wurde.

Unscheinbar, verwittert, vom großen Trubel in Leipzig vergessen, existiert der Sportpark “Mariannenpark” im nordöstlichen Stadtteil Schönefeld. Es sieht alles nicht sonderlich einladend aus, was sich da im Dunstkreis des Eisenbahngeflechts im Nordosten zeigt. Das soll jedenfalls das Heimstadion des FC International werden. Dort spielt derzeit der FC Wacker Leipzig. Und es wurde erzählt, dass der neu gegründete Verein mit Wacker zusammen das Stadion auf Vordermann bringen will.

Im Leipziger Westen geht ein Verein nach dem anderen in die Binsen. Angefangen hatte es mit dem FC Sachsen Leipzig, dann wurde die SG Leipzig-Leutzsch gegründet, die sich dann in SG Sachsen Leipzig umbenannte und irgendwie pleite ist. Und gefährlich ins Schlingern ist auch der TuS Leutzsch geraten. Gerade so über Wasser halten kann sich derzeit die BSG Chemie Leipzig, aber die hat wohl noch so ihre eigenen Sorgen und Nöte.

Tja, und im Südosten steht es wirtschaftlich enorm brenzlig um den 1. FC Lokomotive Leipzig. Nach dem besiegelten Abstieg aus der Regionalliga geht es immer wieder darum, wie man denn finanziell überleben kann. Und in dieser Gemengelage kommt der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee auf die Idee, einen neuen Verein zu unterstützen. Und für den sind dann angeblich auch potente Geldgeber vorhanden? Das ist schon alles ein wenig suspekt.

Von dem markanten Grünweiß des TuS Leutzsch wechselt man als erstes in das grelle Orange des FC International. Und man wechselt vom Leipziger Westen in den Nordosten. Im Vorstand befinden sich Christian Meyer (seine Mutter sitzt im Sportausschuss der Stadt Leipzig), Heiner Backhaus (Fußballspieler auf Welttournee, der u.a. mehrmals ins Leipzig spielte) sowie Coaching-Unternehmerin Heike Vennemann. Außerdem finden wir den erwähnten Ex-OBM Wolfgang Tiefensee oder den Sportvermarkter Tilmann Meuser in der Führungsriege.

Es gibt wohl einige potente Geldgeber, über die man sich noch in Schweigen hüllt. Auf jeden Fall will man den Sportpark grundlegend neu aufbauen. Und hier soll Tiefensee die Türen öffnen. Und der FC International soll so etwas wie eine Integrationsgewalt im Großraum Leipzig werden. Mir scheint, als wolle man neben dem zerstrittenen Leutzscher Anhang eben auch das Klientel des großen alternativen Fußball-Clubs Roter Stern einkassieren und ein wenig in der vorhandenen Infrastruktur von RB Leipzig wildern.

Mit der Landesliga-Spiellizenz des finanziell schwer angeschlagenen “SV See” aus Niesky in der Oberlausitz ausgestattet, will man sofort durchstarten. Dazu finanziell bestens ausgestattet und auf der Business-Strecke bestens vernetzt, die Voraussetzungen scheinen gut zu sein. Fraglich ist, ob ein solches Konstrukt auch nur annähernd im sehr polarisierten Leipzig angenommen wird. Ich bin mir nicht sicher, wie man die drei Lager der Messestadt (RB, Lok, Chemie) und Klientel für den FC International unter einen Hut bringen möchte.

Ausführlich hat die Leipziger Volkszeitung über diesen Verein geschrieben. Ich habe noch keine Meinung zu dem Verein, bin aber davon überzeugt, dass die Leute, die sich dort einbringen – Tiefensee, Meyer, Meuser und Co. – sich besser beim 1. FC Lokomotive Leipzig hätten einbringen sollen. Wenn glänzend vernetzte Personen und Ämter etwas für den Leipziger Fußball hätten tun wollen, wäre der blaugelbe Traditionsclub aus dem Leipziger Südosten besser geeignet gewesen. So aber kann man vermuten, dass hier irgendein weiteres Luftschloss gebaut werden soll. Und da weiß ich noch nicht, wie ich das finden soll. Sie etwa?

8 Kommentare

    1. Bis dieses tolle Macher-Team soviel für die Integration im Nachwuchs geleistet hat wie LOK, werden wohl noch einige Jahrzehnte vergehen. Dieses Projekt, wenn sehr gut geplant wäre vielleicht vor rb eine Option gewesen, jetzt ist es einfach nur zum Scheitern verurteilt!

  1. Ich wohne mit meinem Sohn in Leipzig Schönefeld.Mein Sohn ist 10 Jahre und möchte unbedingt in den Fc
    international beitreten.Er würde
    sich sehr freuen, wenn es klappen würde. Wir benötigen die Zeiten wenn gespielt wird.Am Sonntag möchten wir auch kommen. Auch da brauchen wir die Zeiten. Ich freue mich auf eine Nachricht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Kathrin Büchner

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.