FIFA Weltcup 2014 – Brasilien gegen Kroatien

Ja, nun ging es los, das fußballerische Schaulaufen an der Copa Cabana. Heute wurde feierlich die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien eröffnet. Das neben der Show dazugehörige Eröffnungsspiel bestritten Gastgeber Brasilien und Kroatien. Ich bin nebenbei weggenickt, und das war vielleicht auch gut so. Denn ich bin wieder aufgewacht und las einiges seltsames, was ich eben zusammenfassen möchte.

Die FIFA richtet ja nun wieder die Fußball-Bespaßungs-Festspiele aus. Die Proteste tanzt Jennifer Lopez in einem eher eigenwilligen Aufputz weg, und auch Skandale innerhalb der Fußball-Sekte FIFA geraten vielleicht in Vergessenheit, wenn man dem zackigen Passspiel der antretenden Mannschaften zuschaut.

Man hat beim Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien den Eindruck gewinnen können, dass die Medien nicht Kroatien auf dem Platz wähnten, sondern z.B. Tahiti. Als Außenseiter wurden sie hingestellt, als ob sie gar keinen Fußball spielen können. Dabei spielen in der kroatischen Nationalmannschaft so einige Kracher. Das beste Beispiel ist der beim VfL Wolfsburg spielende Olic.

Jedenfalls trat der haushohe Favorit gegen den Außenseiter an und wurde erst einmal gewaltig durchgeschüttelt. Auf einmal zeigte sich auch den Medien auf, wieso Kroatien eigentlich immer als große Wundertüte daherkommt, die immer für eine faustdicke Überraschung und gute Platzierungen gut ist. So setzten die Kroaten die Südamerikaner von Beginn an unter Druck, weshalb es auch recht früh zum ersten Eigentor einer brasilianischen Nationalmannschaft während einer Weltmeisterschaft kam.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigten dann aber die Brasilianer der Mannschaft vom Balkan, wo der Hammer hängt, und so kam es dann zum Ausgleich. Unterm Strich muss man sagen, dass dieser auch völlig in Ordnung ging, da die Kroaten ja zeitweise den Sport, wegen dem sie antraten, nicht mehr trieben.

Nach dem Seitenwechsel hatte ich den Eindruck, als hoben sich beide Mannschaften gegenseitig auf. Irgendwie passierte nicht mehr viel. Man kachelte sich gegenseitig irgendwo im Mittelfeld um, und sonst lief erstmal nicht viel ab. Ich bin dann darüber eingenickt und habe deshalb den weiteren Verlauf nicht mitbekommen. Allerdings, als ich wieder wach war, erzählten mir meine Timelines in den sozialen Netzwerken von diversen Katastrophen-Entscheidungen des japanischen Schiedsrichters.

So kam es rund 20 Minuten vor Schluss beim Stand von 1:1 zu einer kniffligen Situation. Brasiliens Fred kam im kroatischen Strafraum zu Fall und konnte einen Strafstoß „herausholen“. Das soll eine glatte Fehlentscheidung des Schiedsrichters gewesen sein. Ich habe es nicht gesehen, aber meine Leute in den Netzwerken sind sich darüber recht einig. Nun ja, der brasilianische Star Neymar verwandelte erwartungsgemäß.

Und in der Nachspielzeit kam dann Brasilien mehr glücklich als sportlich verdient zu einem 3:1 durch Oskar. Der Hergang soll auch nicht ganz einwandfrei gewesen sein und möglicherweise etwas merkwürdig vom Schiedsrichter eingeschätzt worden sein. Wie auch immer, der Endstand war dann eben 3:1.

In Zeiten von gemutmaßten Mauscheleien innerhalb der FIFA, Schmiergeldzahlungen, gekauften WM-Vergaben, Fanprotesten und was man nicht so alles hört, wenn es um internationale Wettbewerbe geht, die von der FIFA ausgerichtet werden, hat man eigentlich erwartet, dass eben besonders bei Spielentscheidungen möglichst viel richtig gemacht wird. Wenn ich aber so höre, dass Brasilien von vornherein klarer Favorit auf den Titel sein soll und es „eigentlich auch verdient“ hätte, wenn ich dann von solchen merkwürdigen Entscheidungen zu Gunsten Brasiliens lese, dann kann ich durchaus Kommentare in den sozialen Netzwerken nachvollziehen, die von Schiebung und dergleichen erzählen.

Fehlentscheidungen bei Schiedsrichtern sind völlig normal, sie sind auch „nur“ Menschen. Aber gerade weil man sich ein sauberes Image schaffen will und so tut, als ob man alles richtig machen will, wäre hier ein Schiedsrichter besser aufgestellt gewesen, der nicht vor Anpfiff bereits im pausenlosen Hofknicks der brasilianischen Mannschaft gegenüber umherhüpft. Das macht alles nicht unbedingt ein besseres Bild für die FIFA. Oder wie haben Sie das Spiel gesehen?

Bildquelle: Brazuca – Der Ball zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien – von Roman.b (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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