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Fußball aus Leipzig-Leutzsch unter Beobachtung

Die beiden grünweißen Fußballvereine BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig-Leutzsch traten am vergangenen Wochenende – jeder für sich im Sachsenpokal an. Und schon sind beide wieder in aller Munde. Warum es diese Vereine immer wieder schaffen, mit Schlagzeilen außerhalb des Spielgeschehens auf sich aufmerksam zu machen, ist mir ein Rätsel.

Bei strahlendem Sonnenschein empfing die SG Leipzig-Leutzsch den Kiezclub Roter Stern Leipzig aus dem Stadtteil Connewitz, und die BSG Chemie musste zum SV Blau-Weiß Crottendorf. Beide Partien, die in Leipzig und die im Erzgebirge, wurden wieder einmal überschattet.

Die SG Leipzig-Leutzsch – vielmehr deren Fans – skandierten das gesamte Spiel lang „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ und stürmten den Block der alternativen Fußballfans mit „Roter Stern: Jude, Jude“. Schon beim Empfang der Gäste tönte das „U-Bahn-Lied“ (Link-Info beachten), das wegen Volksverhetzung verboten ist.

Logo der SG Leipzig-Leutzsch - Screenshot vom Facebook-Profil

Diese verachtungswürdigen Auswüchse haben a) nichts mit Fußball zu tun und B) meiner Ansicht nach keine Daseinsberechtigung in Deutschland. Und mit diesen Auswüchsen hat sich das Ansehen, das die SG als de facto Nachfolgerverein des gescheiterten FC Sachsen Leipzig versucht hat aufzubauen, in Luft aufgelöst. Saubermänner wollten sie darstellen. Das Gegenteil ist eingetreten.

Vereinssprecher Jamal Engel will nichts gehört haben. Angeblich sei er später gekommen. Der Leipziger Volkszeitung gegenüber bezeichnet er den Roten Stern Leipzig gar als „schlechten Verlierer“. Ich kann hier nur zum besten geben: SG Leipzig-Leutzsch, das habt ihr fein gemacht, so wird euer Verein ganz sicher Ruhm und Ehre erreichen.

Logo der BSG Chemie Leipzig - Screenshot vom Facebook-Profil

Was ist dem anderen Verein widerfahren, der sich als einzig wahrer Verein aus Leipzig-Leutzsch sieht? Sie fuhren ins malerische Crottendorf, da wo die Räucherkerzen herkommen. Dass das Spiel in die Verlängerung ging und mit 3:2 glücklich für die Chemiker ausging, gut und schön. Aber die BSG hat ein großes Wehklage-Bedürfnis.

Über die BSG wurde ja viel erzählt und berichtet. Es ging immer wieder der Spruch, dass sich bei der BSG die bösen Ultras des FC Sachsen herumtreiben, die Diablos. Nun eilte ihr Ruf der BSG voraus. Im Erzgebirge angekommen, wurden sie von einer größeren Zahl Polizisten geleitet, es gab Repressalien an den WCs, eine von den Fans des Vereins angemietete Kneipe war versperrt durch die Polizei und, und, und.

So zumindest ist es nachzulesen, wenn man die betreffende Stellungnahme auf der Webseite des Vereins liest.

Mir steht es selbstverständlich nicht zu, darüber zu urteilen. Ich vermute halt nur das, was ich bereits geschrieben habe: Die BSG Chemie hat einen Ruf, wenn man die Nachrichten liest. Und der ist ihr voraus geeilt. Dadurch hat die Polizei offenbar das Spiel gegen die Crottendorfer als Hochsicherheitsspiel eingestuft.

Die Frage ist nun, ob dies berechtigt war oder nicht. Aber das klären sicherlich andere.

Festzuhalten ist, dass der Leutzscher Fußball weiterhin mit Seltsamheiten abseits des Spielfeldes aufwarten kann. Und das wird ihm auf Dauer nicht gut bekommen. Aber das ahnte ich ja bereits.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Fußball aus Leipzig-Leutzsch unter Beobachtung”

  1. „und stürmten den Block der alternativen Fußballfans mit “Roter Stern: Jude, Jude”.“

    Von einem Blocksturm waren die „Fans“ der SGLL weit entfernt.
    Beide seiten beschnupperten sich nur am Zaun

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