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Leipzig, dein Fußball

Was war das für eine Saison? Es wurden Feindschaften geschlossen, Freundschaften gegründet, alles wieder über den Haufen geworfen, es wurde gehetzt und scharmützelt. Es verbündeten sich die Grün-Weißen mit den Blau-Gelben, um gegen die Roten zu hetzen. Aber beide machen mit den Roten gemeinsam rum, was die Jugendarbeit betrifft. Es wurden Verschmelzungen zwischen zwei Grün-Weißen durchgespielt.

Ach ja, es wurde ja auch noch Fußball gespielt.

Da wurde letzten Sommer der RB Leipzig gegründet. Man gab als Ziel aus: Bundesliga, Champions League etc. Alle Welt lachte. Aber – oh, Wunder – der Verein, der aus dem SSV Markranstädt hervorging, machte Ernst.

Ab der kommenden Saison spielen die Fünftliga-Profis nun in der vierten Liga. Und sie ziehen aus dem Stadion am Bad in Markranstädt in die Red Bull Arena. Ja, es ist das Zentralstadion.

Ich frage mich da nur, ob das so eine gute Idee ist, jetzt schon umzuziehen, wenn ich mir den Zuschauerschnitt bei Heimspielen ansehe. Die 1000-Zuschauer-Marke hatten sie sich dann doch sehr oft nur von unten angesehen.

Mir stellt sich auch die Frage, ob die jüngsten Entwicklungen zum dauerhaften Erfolg des Vereins beitragen können. Was lese ich bei ostfussball.de: Bei Regionalliga-Aufsteiger RasenBallsport Leipzig müssen Trainer Tino Vogel und Sportdirektor Joachim Krug ihre Stühle räumen. Das gab RB-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer einen Tag nach dem letzten Saisonspiel am Sonntag bekannt. Auch die RB Leipzig-Homepage verrät nichts anderes.

Wer soll’s jetzt richten? Loddar ist wahrscheinlich zu teuer. Hier warte ich die Entwicklungen ab.

Tja, der Verein für die ganze Familie, wie sich Lok Leipzig gern selbst hinstellt, konnte die fulminante Aufstiegsjagd in diesem Jahr nicht fortsetzen. Leider hatte man – wie so oft – mit sich selbst viel zu sehr zu tun.

Der Traditionsclub aus Probstheida wollte ja ursprünglich mit um den Aufstieg mitspielen. Anfangs sah dies auch danach aus.

Allerdings wurde die Saison ja auch täglich älter, und man bekam mit, dass die Lokomotive vorerst in der NOFV-Oberliga zum Stillstand gekommen ist.

Nachdem der Verein alles daran setzt, nicht mehr als Hooligan-Sammelstelle angesehen zu werden, drängte sich im Laufe der Saison der Gedanke auf, dass das Stadion modernisiert werden musste. Dies ist nun erledigt, und man kann sich dem Vorhaben, in einer Profiliga zu spielen, wieder voll und ganz widmen.

Ich drücke dem Verein alle Daumen, dass erdoch irgendwann mal aus der sportlichen Bedeutungslosigkeit herauskommt.

Aus dieser Bedeutungslosigkeit wird sich der FC Sachsen, dem ich persönlich auch alles Gute wünsche, wohl in absehbarer Zeit nicht befreien können.

So lang bei diesem Verein die Diskussionsfäden von Insolvenz, Richtungssuche, Fusion mit BSG Chemie Leipzig et cetera geprägt sind, wird wohl keine wirklich professionelle Arbeit in Leutzsch möglich sein.

Und diese Kunstdiskussionen, die gefochten werden, um eine völlig realitätsferne Tradition aufrecht zu erhalten, zu der der jetzige Verein gar keinen Bezug mehr hat, behindern den Verein in sich selbst.

Ich finde, man sollte diesen Verein komplett neu starten. Alle sollten einige Zeit durchschnaufen und in sich gehen. Ist dies gründlich genug erfolgt, sollen sich meine eingangs genannten guten Wünsche durchaus erfüllen. Mir würde es gefallen, wenn der FC Sachsen als dritter Leipziger Verein irgendwann in einer Profiliga spielen würde.

Was gab’s sonst noch?

Der FC Sachsen wollte sich mit der BallSportGemeinschaft Chemie Leipzig zusammentun. Außerdem gewann der FC Sachsen das bedeutsame letzte Stadtderby gegen die roten Bullen vor Sage und Schreibe 10000 Zuschauern.

Die Lok hat Trainer Liesiewicz vor die Tür gesetzt, weil er mit Big Boss Kubald nicht klar kam. Uwe Trommer, der Nachfolger, hatte aber alle Hände voll zu tun, damit die Lok nicht gleich wieder in die Landesliga abdampft.

So hatten wir viel Spaß beim Leipziger Fußball. Nächste Saison wird wieder spannend, trifft der RB Leipzig dann in der Regionalliga auf Prestige-Gegener wie den Chemnitzer FC, den Hallschen FC, den ZFC Meuselwitz und den 1. FC Magdeburg. Die beiden anderen werden sich wie gewohnt heiße Stadtderbys liefern.

Also auf zur Fußball-Sommerpause mit lustigen Anekdoten zur WM 2010.

HINWEIS: Alle Fotos stammen aus der Wikipedia.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Leipzig, dein Fußball”

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